Schriftliche Frage 74 von Dr. Michael Blos (AfD): Woran liegt es nach Auffassung der Bundesregierung, dass erneuerbare Energien politisch regelmäßig als besonders günstig dargestellt werden,…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 27. April 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
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Schriftliche Frage 74 von Dr. Michael Blos (AfD): Woran liegt es nach Auffassung der Bundesregierung, dass erneuerbare Energien politisch regelmäßig als besonders günstig dargestellt werden,…
Frage 74 (Dr. Michael Blos, AfD):
Woran liegt es nach Auffassung der Bundesregierung, dass erneuerbare Energien politisch regelmäßig als besonders günstig dargestellt werden, Deutschland aber trotz des massiven Ausbaus von Wind- und Solarenergie weiterhin mit die höchsten Strom- und Energiepreise in Europa aufweist?
Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 28. April 2026:
Die Grenzkosten bzw. die variablen Kosten der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien liegen in der Regel bei nahe null. Zudem sind auch die Stromgestehungskosten – in die neben den variablen Kosten auch die Investitionen eingehen – in der Regel vergleichsweise günstig. Für die Strompreise der Verbraucher spielen allerdings verschiedene Komponenten eine Rolle (vgl. z. B. Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft – BDEW – vom Januar 2026, www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/): • Die Höhe der Preise an der Strombörse hängen insbesondere davon ab, welches Kraftwerk zu einem bestimmten Zeitpunkt den Preis setzt. Dies ist jeweils das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Stromnachfrage gebraucht wird. Derzeit sind dies in vielen Stunden eines Jahres Gaskraftwerke, weshalb der Gaspreis eine entscheidende Rolle für die Strompreise spielt. Mit zunehmendem Ausbau der Erneuerbaren werden Gaskraftwerke seltener gebraucht, was tendenziell zu sinkenden Börsenstrompreisen führt. • Die Netzentgelte sind in den letzten Jahren gestiegen, u. a. auch weil im Zuge des Ausbaus der Erneuerbaren die Netze ausgebaut und mehr Verbraucher (z. B. Wärmepumpen, E-Fahrzeuge oder Rechenzentren) versorgt werden müssen. Auch die Redispatch-Kosten sind hier zu berücksichtigen. Es genügt insoweit nicht, die Gestehungskosten einzelner Energieträger zu vergleichen, vielmehr sind die Systemkosten entscheidend. In diesem Jahr gab es aufgrund des Bundeszuschusses einen Rückgang bei den Netzentgelten. Im Übrigen arbeitet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie intensiv daran, die Systemkosten zu senken. • Staatlich veranlasste Preisbestandteile (Steuern, Abgaben und Umlagen) sind in den letzten Jahren eher gesunken. Einen besonders starken Effekt hatte die Abschaffung der EEG-Umlage, die über den Bundeshaushalt finanziert wird.
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