Frage von Helge Limburg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/2980)
Teil von Protokoll der 46. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.
Text
Frage von Helge Limburg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/2980)
Plant die Bundesregierung neben der in der Fragestunde am 12. November 2025 vorgestellten Aufklärungskampagne für von Gewalt betroffene Frauen auch Aufklärungsmaßnahmen, die sich an Männer als Zielgruppe richten, die weit überwiegend Täter von Partnerschaftsgewalt und sexuellen Übergriffen werden?
Antwort des Parl. Staatssekretärs Frank Schwabe:
Partnerschaftsgewalt und sexuelle Übergriffe sind gravierende gesellschaftliche Probleme, zu deren Bekämpfung wir auf mehreren Ebenen ansetzen müssen. Bundesministerin Dr. Stefanie Hubig hat die Herausforderung wie folgt formuliert: „Wir werden den Kampf gegen häusliche Gewalt nur gewinnen, wenn wir die Täter konsequent zur Verantwortung ziehen – und das muss uns gemeinsam mit den betroffenen Frauen gelingen.“
Die vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geplante Aufklärungskampagne befindet sich noch in der Konzeption. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, betroffene Frauen über ihre Rechte aufzuklären sowie über Schutzmöglichkeiten und vorhandene Hilfsangebote zu informieren. Diese sollen sichtbarer und leichter zugänglich gemacht werden. Die primäre Zielgruppe der Kampagne sind daher die Betroffenen selbst.
Gleichzeitig soll auch das soziale Umfeld angesprochen werden – also Menschen, die Gewalt wahrnehmen, Betroffene unterstützen oder frühzeitig auf Hilfsangebote aufmerksam machen können. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Enttabuisierung und dazu, Hemmschwellen für die Inanspruchnahme von Hilfe abzubauen und zur Veränderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Gewalt beizutragen.
Da wir uns noch am Anfang der konzeptionellen Erarbeitung befinden, können wir heute noch keine abschließenden Aussagen über die konkrete Ausgestaltung der Botschaften oder die endgültige Zielgruppenstruktur treffen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine direkte Täteransprache im Rahmen dieser Kampagne nicht vorgesehen.
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