Frage von Ina Latendorf (DIE LINKE) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/1949)
Teil von Protokoll der 30. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.
Text
Frage von Ina Latendorf (DIE LINKE) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/1949)
Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Stand der technologischen Entwicklung bei alternativen Kraftstoffen und Antrieben für Landmaschinen/Kfz in der Landwirtschaft, um einen schrittweisen Ausstieg aus der Agrardiesel-Technologie zu ermöglichen?
Antwort der Parl. Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf:
Eine 2022 vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat einberufene und vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) geleitete Expertengruppe hat die Optionen für eine klimafreundliche Gestaltung von Antriebssystemen geprüft. Die im Jahr 2023 veröffentlichten Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe zeigen, dass Landmaschinen und Traktoren, die weiter entfernt vom Betrieb eingesetzt werden oder bei ihrem Einsatz hohe Leistungen erbringen oder witterungsbedingt Zeitfenster nutzen sowie lange Maschinenlaufzeiten benötigen, bis auf Weiteres nicht elektrifizierbar sind.
Kleinere Traktoren und Landmaschinen, insbesondere für den Einsatz in Tierställen und auf dem Betriebsgelände, mit einer Leistung bis circa 80 Kilowatt bzw. 110 PS, sind gut elektrifizierbar.
Die alternativen Kraftstoffe Biodiesel und Diesel aus hydriertem Pflanzenöl (HVO-Diesel) hingegen lassen sich uneingeschränkt auch für Maschinen einsetzen, welche mittelschwere und schwere Arbeiten verrichten. Weiterhin geben viele Landtechnikhersteller ihre dieselbetriebenen Maschinen bereits für die Nutzung von HVO frei.
Der Energieträger Wasserstoff eignet sich nach Ergebnissen des KTBLs nach jetzigem Kenntnistand auch langfristig nicht für den Einsatz in großen Landmaschinen.
Relationen
- asked ← Ina Latendorf (Frage)
- part_of → Protokoll der 30. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages