Schriftliche Frage 65 von Dr. Christoph Birghan (AfD): Aus welchen konkreten fachlichen, wirtschaftlichen und versorgungspolitischen Gründen fördert die Bundesregierung im Rahmen der Biotechnolog…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 27. Juli 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
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Schriftliche Frage 65 von Dr. Christoph Birghan (AfD): Aus welchen konkreten fachlichen, wirtschaftlichen und versorgungspolitischen Gründen fördert die Bundesregierung im Rahmen der Biotechnolog…
Frage 65 (Dr. Christoph Birghan, AfD):
Aus welchen konkreten fachlichen, wirtschaftlichen und versorgungspolitischen Gründen fördert die Bundesregierung im Rahmen der Biotechnologie-Roadmap der Hightech-Agenda Deutschland sowie des PIONEER-Programms die Erforschung und Skalierung alternativer Proteinquellen (insbesondere pflanzliche Proteine, Präzisionsfermentation und kultiviertes Fleisch), obwohl Deutschland nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung seinen Gesamtbedarf an Eiweiß zu rund 88 Prozent aus heimischer Erzeugung deckt und die wesentliche Importabhängigkeit vor allem bei Eiweißfuttermitteln wie Soja- und Rapsschrot besteht?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Silke Launert vom 28. Juli 2026:
Mit der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) verfolgt die Bundesregierung das Ziel, mithilfe der Biotechnologie resiliente und krisenfeste Agrar- und Ernährungssysteme zu entwickeln. Alternative Proteinquellen können dazu beitragen, Wertschöpfungsketten zu diversifizieren, heimische Rohstoffe und Nebenströme effizienter zu nutzen und innovative Wege zu gesunden und sicheren Lebensmitteln zu eröffnen. Mögliche Vorteile hinsichtlich Ressourcen-, Flächen- und Energiebedarf werden dabei technologie- und produktspezifisch untersucht. Die Biotechnologie-Roadmap der HTAD hebt Präzisionsfermentation und Zellkultivierung als Zukunftstechnologien der Lebensmittelindustrie hervor. Mit dem Förderaufruf „Innovationshub Biotech4Proteins – Zellkultivierung und Präzisionsfermentation für neue Lebensmittel“ unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt daher die technologische Reifung und Skalierung entsprechender Verfahren. Zugleich sollen Synergien zwischen Biotechnologie und Maschinen- bzw. Anlagenbau genutzt und technologische Kompetenzen und Wertschöpfung in Deutschland gestärkt werden. Ergänzend begleitet und vernetzt die vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat geförderte Maßnahme „PIONEER“ 27 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu pflanzlichen, fermentierten, algen-, insekten- und zellbasierten Proteinquellen. PIONEER bündelt Erkenntnisse, unterstützt den Transfer in die Praxis und untersucht unter anderem Nachhaltigkeit und Verbraucherakzeptanz. Auf dieser Grundlage werden Handlungsempfehlungen für Forschung, Wirtschaft und Politik entwickelt. Klarstellend ist anzumerken, dass sich die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung genannte Quote von rund 88 Prozent auf die Eiweißversorgung der Nutztierhaltung durch heimische Futtermittel insgesamt bezieht Sie beschreibt weder den heimischen Anteil bei stark eiweißhaltigen Futtermitteln noch den Selbstversorgungsgrad Deutschlands mit Proteinlebensmitteln für die menschliche Ernährung. Die Zahl gibt auch keine Auskunft über den Forschungs- und Innovationsbedarf der Lebensmittelwirtschaft.
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