Frage von Johannes Wagner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/8048)
Teil von Protokoll der 95. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.
Text
Frage von Johannes Wagner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/8048)
Welche wissenschaftliche Grundlage legt die Bundesregierung ihrer Ernährungs- und Klimaschutzpolitik zugrunde, nachdem der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, vor rund einem Jahr öffentlich erklärt hat, Klimaschutz habe mit Fleischkonsum nichts zu tun (www.br.de/nachrichten/bayern/kritik-an-landwirtschaftsminister-rainer-nach-fleisch-aussage,UvAfYGK), obwohl laut UN rund 15 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen auf die Nutztierhaltung zurückzuführen sind (www.fao.org/3/a-i3437e.pdf), und welche konkreten Schritte unternimmt die Bundesregierung, um Emissionen im Ernährungsbereich einzusparen?
Antwort der Parl. Staatssekretärin Silvia Breher:
Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) trägt regelmäßig den aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel zusammen und bewertet ihn aus wissenschaftlicher Sicht. Damit bildet er eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Klimapolitik der Bundesregierung. Für die ernährungspolitischen Maßnahmen berücksichtigt die Bundesregierung unter anderem die wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen der vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) geförderten Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Bezüglich ihres Konsumverhaltens macht die Bundesregierung den Menschen jedoch keine Vorgaben.
Um Treibhausgasemissionen im Ernährungsbereich zu adressieren, hat die Bundesregierung die Maßnahme „Stärkung der Rahmenbedingungen für den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen und Förderung alternativer Proteinquellen“ in das Klimaschutzprogramm 2026 aufgenommen. Hier hält die seit dem Jahr 2012 bestehende Eiweißpflanzenstrategie des BMLEH verschiedene Förderinstrumente bereit, zum Beispiel Maßnahmen zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, Modellhafte Demonstrationsnetzwerke und den breiten Wissenstransfer in die Praxis. Zudem gibt es Beteiligungsformate wie „Forum nachhaltigere Eiweißfuttermittel (FONEI)“ und das Stakeholderforum „Proteine der Zukunft auf dem Teller“.
Die Eiweißpflanzenstrategie wird aktuell zu einem strategischen Gesamtansatz weiterentwickelt. Ziel ist es, die Proteinversorgung in Deutschland auch angesichts des Klimawandels resilienter aufzustellen und die Land- und Ernährungswirtschaft sowie die Ernährungssicherung zu stärken. Zudem trägt die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zur weiteren Einsparung von Emissionen im Ernährungsbereich bei. So fand im Jahr 2025 etwa die sektorübergreifende Dialogreihe „Gemeinsam gegen Lebensmittelabfälle – Dialog für eine neue Wertschätzungskette“ statt.
Weiterhin wird in der Gemeinschaftsverpflegung eine große Chance gesehen, um vielen Menschen in Deutschland eine ausgewogene Verpflegung zur Wahl zu stellen. Das BMLEH unterstützt dies mit Projektförderungen. Die Maßnahmen können auch positive Effekte hinsichtlich der Emissionseinsparungen zeigen.
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