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Schriftliche Frage 214 von Manfred Schiller (AfD): Wie erklärt die Bundesregierung, dass zwischen 2010 und 2018 kaum belastbare bundesweite Daten für die Erkrankung „Nekrotisierende Fasziitis…

dip / schriftliche_frage 11.09.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 7. September 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

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Schriftliche Frage 214 von Manfred Schiller (AfD): Wie erklärt die Bundesregierung, dass zwischen 2010 und 2018 kaum belastbare bundesweite Daten für die Erkrankung „Nekrotisierende Fasziitis… Frage 214 (Manfred Schiller, AfD): Wie erklärt die Bundesregierung, dass zwischen 2010 und 2018 kaum belastbare bundesweite Daten für die Erkrankung „Nekrotisierende Fasziitis“ (ICD-10-GM-Code M72.6) vorhanden sind, jedoch nach der Pandemie und Aufhebung der Maßnahmen Klinikdaten eine Zunahme der durch Gruppe-A-Streptokokken verursachten Typ-II- Fasziitis feststellen (https://pubmed.ncbi.nlm.nih. gov/40465081/) und in diesem Zusammenhang zwischen 2019 und 2024 DRG-Daten insgesamt 12.799 stationäre Hauptdiagnosen M72.6 (nekrotisierende Fasziitis) registrierten mit einer steigenden Tendenz ab 2022 (https://pubmed.ncbi.nlm.ni h.gov/42384437/), und welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung bezüglich Erforschung, Prävention und Aufklärung? Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Christiane Schenderlein vom 8. September 2026: Für seltene Erkrankungen wie die nekrotisierende Fasziitis lagen vor Einführung und breiter Nutzung des DRG-Systems sowie routinisierten bundesweiten Auswertungen oftmals keine flächendeckend belastbaren Daten vor. Durch die zitierte Studie liegen erstmals Daten zu stationären Hauptdiagnosen mit dem ICD-10-GM-Code M72.6 für den Zeitraum 2019 bis 2024 vor. Zu den Jahren 2010 bis 2018 existieren keine gleichartig erhobenen und systematisch ausgewerteten bundesweiten DRG- Analysen, so dass direkte Vergleiche über längere Zeiträume nur eingeschränkt möglich sind. Die Autoren nennen als mögliche Erklärungen für die beobachtete Zunahme ab dem Jahr 2022 eine erhöhte Sensibilisierung für das Krankheitsbild in der klinischen Praxis, Veränderungen in Diagnostik und Kodierung (z. B. häufigere Nutzung bildgebender Verfahren, präzisere Abbildung schwerer Weichteilinfektionen) und strukturelle Effekte im Gesundheitswesen nach der COVID-19- Pandemie. Eine unmittelbare kausale Verknüpfung zwischen der COVID-19-Pandemie, den Infektionsschutzmaßnahmen, ihrer Aufhebung und der beobachteten Zunahme der hospitalisierten Fällenekrotisieren der Fasziitis ab dem Jahr 2022 lässt sich aus der Studie nicht ab leiten. Eine Rolle bei der Zunahme der Häufigkeit von schweren Infektionen können Veränderungen bei den krankmachenden Eigenschaften von Gruppe-A-Streptokokken (GAS) spielen. Diese werden international beschrieben. Der in der Studie analysierte Datensatz enthält jedoch keine mikrobiologischen Detailinformationen. Zu den Trends in den Nachweisen von GAS hat das Robert Koch- Institut (RKI) Daten aus der Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) ausgewertet. ARS enthält Daten aus mikrobiologischen Laboren, jedoch keine klinischen Angaben und Diagnosen. Nachweise von GAS in Blutkulturen (iGAS) wurden als Proxy für schwere invasive GAS- Infektionen genutzt und zudem GAS-Nachweise in Wunden betrachtet, da nekrotisierende Fasziitiden häufig ihren Ursprung in infizierten Wunden nehmen. Die ARS-Daten zeigen einen Rückgang sowohl an GAS in Wunden wie auch an iGAS in den Jahren 2020 und 2021. In den Jahren 2022 und 2023 stiegen die Nachweise an, um seitdem kontinuierlich ab zufallen. Vorläufige Auswertungen für das Jahr 2026 zeigen, dass sich der fallende Trend für iGAS weiter fortsetzt. Über das RKI, das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BiÖG) sowie Fachgesellschaften werden Informationen zu invasiven bakteriellen Infektionen, Risikofaktoren und Symptomen bereitgestellt und laufend aktualisiert. Fachärztliche Fortbildungsangebote und die Entwicklung von Leitlinien, insbesondere der infektiologischen, chirurgischen und intensivmedizinischen Fachdisziplinen werden unterstützt und dabei die nekrotisierende Fasziitis als zeitkritische Notfalldiagnose ausdrücklich adressiert.

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