Schriftliche Frage 232 von Dr. Ophelia Nick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie haben sich die Preise für Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Energie seit Januar dieses Jahres in Deutschland entwickelt (bitte die P…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 7. April 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
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Schriftliche Frage 232 von Dr. Ophelia Nick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie haben sich die Preise für Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Energie seit Januar dieses Jahres in Deutschland entwickelt (bitte die P…
Frage 232 (Dr. Ophelia Nick, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Wie haben sich die Preise für Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Energie seit Januar dieses Jahres in Deutschland entwickelt (bitte die Preisveränderungen in Prozent und absoluten Zahlen darstellen), und wie will die Bundesregierung die Landwirtschaft bei Preissteigerungen unterstützen?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Silvia Breher vom 7. April 2026:
Die durch den Konflikt am Persischen Golf verursachten Marktverwerfungen auf den Energie- und Düngemittelmärkten haben zu einem starken Anstieg der Tagespreise für Stickstoffdünger geführt. Besonders betroffen ist Harnstoff, der in granulierter Form laut Agrarmarkt- Informations-Gesellschaft (AMI) im März durchschnittlich knapp 690 Euro je Tonne kostete. Das entspricht einem Anstieg um 167 Euro je Tonne beziehungsweise 32 Prozent im Vergleich zu Januar 2026. Die Preise für andere Düngemittel (Phosphat, Kalium, Kalk) verteuerten sich im Vergleich dazu weniger stark. Die Lager für Stickstoffdüngemittel waren Anfang des Jahres 2026 gut gefüllt, da die Händler Ende des Jahres 2025 vergleichsweise große Düngemittelmengen eingekauft hatten. Der Handel schätzt, dass die landwirtschaftlichen Betriebe bereits etwa 60 bis 80 Prozent ihres saisonalen Bedarfs an Stickstoffdünger eingekauft beziehungsweise bevorratet haben. Der Stickstoffbedarf für die Frühjahrsaussaat gilt daher als gesichert. Die weiteren Entwicklungen auf dem Düngemittelmarkt, wie auch die möglichen Auswirkungen auf die kommende Anbausaison, hängen von der Dauer des Konfliktes ab. Zur Entwicklung der Pflanzenschutzmittelpreise liegen der Bundesregierung keine Zahlen vor. Die aktuellen Gashandelspreise am Trading Hub Europe (THE) stiegen binnen weniger Wochen von etwa 32 Euro je Megawattstunde (MWh) (Stand: 27. Februar 2026) auf über 50 Euro je MWh (Stand: 31. März 2026). Dies entspricht einem Anstieg von über 50 Prozent. Der Ölpreis (Nordseesorte Brent) stieg um ca. 50 Prozent von etwa 70 Dollar pro Fass (159 Liter) Ende Februar 2026 auf über 105 Dollar (Stand: 31. März 2026). Dies hatte besonders deutliche Auswirkungen auf den Dieselpreis, der im gleichen Zeitraum um ca. 30 Prozent auf 2,30 Euro/l (Stand 31. März 2026) anstieg. Mit dem am 26. März 2026 vom Deutschen Bundestag und am 27. März 2026 vom Bundesrat beschlossenen Kraftstoffmaßnahmenpaket sollen die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht gestärkt und das Verfahren beim Bundeskartellamt im Nachgang zu Sektoruntersuchungen vereinfacht werden. Damit wird insbesondere der Wettbewerb im Kraftstoffbereich gestärkt. Diese Maßnahme kann mittelfristig auch einen Beitrag zur Kostensenkung in den Lebensmittelwertschöpfungsketten leisten. Die Bundesregierung beobachtet die aktuellen Entwicklungen auf den unterschiedlichen Märkten, auch für landwirtschaftliche Betriebsmittel, weiterhin sehr aufmerksam.
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