Schriftliche Frage 96 von Andreas Bleck (AfD): Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu den Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten auf die Entwicklun…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 7. April 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
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Schriftliche Frage 96 von Andreas Bleck (AfD): Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu den Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten auf die Entwicklun…
Frage 96 (Andreas Bleck, AfD):
Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu den Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten auf die Entwicklung der Energiepreise in Deutschland, insbesondere der Preise für Erdgas, Benzin und Diesel, vor, und welche Folgen könnten sich daraus nach Einschätzung der Bundesregierung für die Kostenbelastung der privaten Haushalte ergeben (www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/iran-k rieg-energie-ausblick-100.html)?
Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 7. April 2026:
Die aktuelle Lage im Nahen Osten führt zu volatiler Preisdynamik an den Öl- und Gasmärkten. Trotz einer sicheren Versorgungslage sind in Abhängigkeit von der Dauer der De-facto-Blockade der Straße von Hormus weiterhin Preiseffekte auf dem globalen Gas- und Ölmarkt zu erwarten. Die Weltmarktpreise für Rohöl sind deutlich gestiegen (Stand: 7. April 2026 10.00 Uhr Brent 111 US-Dollar/Barrel, Juni Future, West Texas Intermediate (WTI) 115 US-Dollar/Barrel, Mai Future). Zum Vergleich die Ölnotierung (Brent) schwankten am 27. Februar 2026 zwischen 70,69 US-Dollar/Barrel und 72,87 US-Dollar/Barrel. Der Gaspreis am Title Transfer Facility (TTF) ist von ca. 32 Euro Euro/ Megawattstunde am 27. Februar 2026 auf ca. 51 Euro/Megawattstunde am 7. April 2026 9:00 Uhr gestiegen (+61 Prozent). Zum Vergleich im Winter 2024/25 lag der Gaspreis bei bis zu 59 Euro/Megawattstunde, während der Gaskrise 2022 stieg der Gaspreis auf über 300 Euro/ Megawattstunde. Die aktuellen Marktpreise wirken sich aber nicht 1:1 auf die Endkunden aus, da diese in der Regel über länger laufende Verträge verfügen. Auch geben die Gasversorger die volle Preisdynamik nicht sofort bei Abschluss von neuen Verträgen weiter. Eine belastbare Einschätzung, wie sich die Endkundenpreise weiterentwickeln, ist aufgrund der Unsicherheit und der Dauer des Konflikts nicht möglich. Die Kraftstoffpreise in Deutschland setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen: Steuern und Abgaben (u. a. Energiesteuer, CO2- Abgabe, Mehrwertsteuer), Beschaffungs- und Herstellungskosten (u. a. Ölpreis, Logistikkosten) sowie dem Deckungsbeitrag. Nach Beginn der Militärschläge sind die Benzinpreise bis 6. April 2026 um rd. 40 Cent (E5) bzw. 35 Cent (E10) und die Dieselpreise um 65 Cent gestiegen. Am aktuellen Rand ist eine Seitwärtsbewegung der Preise zu beobachten. So waren Diesel und Benzin gleich hoch wie am Vortag. E5 kostet momentan im Schnitt rund 2,25 Euro, Diesel kostet rd. 2,44 Euro pro Liter, E10 liegt mit 2,19 Euro pro Liter etwas darunter. Im Vergleich zu Mitte Februar betragen die Steigerungen 43 Cent (E5) bzw. 38 Cent (E10) pro Liter Benzin und über 68 Cent pro Liter Diesel. Grundsätzlich haben sich diese Preissteigerungen an den Preisbewegungen der Rotterdamer Produktenbörse orientiert. Ähnlich geschah dies in anderen europäischen Staaten.
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