Schriftliche Frage 72 von Lisa Badum (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie hoch sind die aktuellen Füllstände der fünf größten bayerischen Gasspeicher im Vergleich mit den Füllständen zur selben Jahreszeit in de…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 2. Februar 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
Text
Schriftliche Frage 72 von Lisa Badum (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie hoch sind die aktuellen Füllstände der fünf größten bayerischen Gasspeicher im Vergleich mit den Füllständen zur selben Jahreszeit in de…
Frage 72 (Lisa Badum, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Wie hoch sind die aktuellen Füllstände der fünf größten bayerischen Gasspeicher im Vergleich mit den Füllständen zur selben Jahreszeit in den vergangen fünf Jahren, und plant die Bundesregierung Maßnahmen, um in dieser Situation den fossilen Gasverbrauch im Sinne der Energieeffizienz wirksam zu senken und somit einer Gasmangellage vorzubeugen, und wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht?
Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 6. Februar 2026:
Die Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas in diesem Winter ist nicht gefährdet und eine Mangellage nicht erkennbar. Diese Einschätzung teilen neben dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auch die Bundesnetzagentur und die Europäische Kommission sowie die deutschen und europäischen Fernleitungsnetzbetreiber. Entsprechend hat die Bundesregierung im bisherigen Winter keine gesonderten Maßnahmen zur Speicherbefüllung oder Verbrauchssenkung ergriffen und plant auch für den weiteren Verlauf des Winters sowie die Heizperiode 2026/2027 keine Maßnahmen, insbesondere da die Bundesregierung bereits ein breites Maßnahmenpaket zur generellen Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland und damit auch zur Reduzierung des Gasverbrauchs ergriffen hat, das aus Ordnungsrecht, Förderung und Informationsangeboten besteht (u. a. Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft). Die Füllstände der fünf größten bayerischen Erdgasspeicher betrugen am 31. Januar 2026 sowie in den fünf letzten Jahren: Gesamtkapazität Füllstand am 31.01.2026 Füllstand am 31.01.2025 Füllstand am 31.01.2024 Füllstand am 31.01.2023 Füllstand am 31.01.2022 Füllstand am 31.01.2021 Breitbrunn 11,5 TWh* 2,0 TWh (17 %) 4,8 TWh (42 %) 10,5 TWh (91 %) 9,3 TWh (79 %) 0,8 TWh (7 %) 3,4 TWh (30 %) Bierwang 9,5 TWh 4,0 TWh (42 %) 5,7 TWh (58 %) 9,4 TWh (99 %) 8,0 TWh (85 %) 4,7 TWh (50 %) 4,0 TWh (43 %) Inzenham- West 4,8 TWh 0,8 TWh (17 %) 1,9 TWh (39 %) 2,6 TWh (54 %) 3,9 TWh (59 %) 2,1 TWh (43 %) 2,5 TWh (52 %) Wolfersberg 4,1 TWh 0,2 TWh (5 %) 1,2 TWh (30 %) 2,2 TWh (54 %) 4,0 TWh (98 %) 1,2 TWh (30 %) 1,3 TWh (31 %) Schmidhausen 1,8 TWh 0,2 TWh (13 %) 0,7 TWh (39 %) 1,2 TWh (68 %) 0,9 TWh (49 %) 0,5 TWh (32 %) 1,0 TWh (57 %) * Angabe des Energiegehaltes jeweils in Terawattstunden (TWh). Dass dieses Jahr trotz vergleichsweise niedriger Füllstände kein Versorgungsengpass droht, liegt u. a. daran, dass der Speicherbedarf allgemein gesunken ist. Grund dafür ist, dass neben den Gasspeichern auch auf die erheblichen und in den letzten Jahren erweiterten deutschen und europäischen Kapazitäten an Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas – LNG) zurückgegriffen werden kann. Zudem stehen ausreichend Pipeline-Importe zur Verfügung und seit 2022 wurde auch die Leistungsfähigkeit des europäischen Gasleitungsnetzes immer weiter erhöht. Darüber hinaus ist der Gasverbrauch insgesamt gesunken. Aufgrund des allgemeinen Rückgangs der Gasnachfrage seit der Gaskrise 2022 um ca. 15 Prozent (983 aus 839 Terawattstunden – TWh) ist auch die saisonale Nachfrage in den Ausspeichermonaten (November bis März) um ca. 13 Prozent zurückgegangen (von 575 auf 502 TWh). Die vor der Gaskrise zu Beginn der Ausspeicherperiode üblicherweise zu 90 bis 95 Prozent gefüllten Gasspeicher deckten ca. 39 bis 41 Prozent der damals üblichen saisonalen Nachfrage ab (226 bis 235 von 575 TWh). Dieses Verhältnis ist durch die gesunkene Nachfrage auch mit niedrigeren Füllständen nahezu erhalten geblieben. Der im Jahr 2025 erreichte höchste Füllstand von ca. 77 Prozent deckte ca. 38 Prozent der durchschnittlichen saisonalen Nachfrage von 2023 bis 2025 ab (193 von 502 TWh). Grundsätzlich gilt für die bayerischen Speicher, wie für alle Speicher, dass bei der Beurteilung der Füllstände und ihrer Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit nicht nur der individuelle Speicherstand zu betrachten ist. Die gute Anbindung von Bayern an Nachbarstaaten ist vorteilhaft. Im Hinblick auf die Versorgungssicherheit im süddeutschen Raum muss insbesondere die Speichersituation in den österreichischen Speichern Haidach (betrieben von SEFE Storage und RAG Austria) und 7Fields (betrieben von Uniper Energy Storage und RAG Austria) mit einem Gesamtvolumen von 57,7 TWh herangezogen werden, da sie unmittelbar an das bayerische Fernleitungsnetz angeschlossen sind. Diese Speicher sind derzeit noch zu ca. 44 Prozent gefüllt. Damit ist die Versorgungssicherheit Bayerns gewährleistet. Gesamtkapazität Füllstand am 31.01.2026 Füllstand am 31.01.2025 Füllstand am 31.01.2024 Füllstand am 31.01.2023 Füllstand am 31.01.2022 Füllstand am 31.01.2021 Haidach 35,5 TWh* 15,6 TWh (43,8 %) 21,0 TWh (59,3 %) 28,4 TWh (79,9 %) 25,7 TWh (72,3 %) 6,7 TWh (18,9 %) 15,8 TWh (44,5 %) 7Fields 24,2 TWh 10,9 Twh (45,2 %) 14,3 TWh (59,9 %) 19,5 TWh (80,4 %) 18,0 TWh (74,6 %) 6,1 TWh (25,3 %) 11,1 TWh (45,8 %) * Angabe des Energiegehaltes jeweils in Terawattstunden (TWh).
Relationen
- asked ← Lisa Badum (Schriftliche Frage)
- part_of → Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 2. Februar 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung