polradar

Schriftliche Frage 138 von Andreas Bleck (AfD): Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Eintrag und die Bildung von Glyphosat ins bzw. im Wasser?

dip / schriftliche_frage 13.06.2025 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 10. Juni 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Im Graph öffnen

Text

Schriftliche Frage 138 von Andreas Bleck (AfD): Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Eintrag und die Bildung von Glyphosat ins bzw. im Wasser? Frage 138 (Andreas Bleck, AfD): Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Eintrag und die Bildung von Glyphosat ins bzw. im Wasser? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Carsten Träger vom 12. Juni 2025: Glyphosat aus dem landwirtschaftlichen Einsatz wird in Zeiten der Herbizidanwendung hauptsächlich durch Abschwemmung während Niederschlagsereignissen in Oberflächengewässer eingetragen. Die Höhe dieser Einträge beim konkreten Gewässer ist abhängig von diversen Faktoren. Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln werden im Rahmen der Risikobewertung die zu erwartenden Einträge ins Grund- und Oberflächenwasser durch das Umweltbundesamt anhand von Expositionsmodellen errechnet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt einen Rückstandshöchstwert von Glyphosat in Lebensmitteln von 0,1 bis 0,05 mg/kg an (EFSA, 2018). Von Menschen und Tieren über die Nahrung aufgenommenes Glyphosat wird ohne größere Akkumulation und Metabolisierung wieder über den Urin ausgeschieden (Bundesinstitut für Risikobewertung, 2015, https://doi.org/10.1007/s00003-014-0927-3). Diese Rückstände von Glyphosat könnten ebenfalls über die Kanalisation und Kläranlagen in Gewässer gelangen. Dazu stehen jedoch aktuell keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Verfügung. Anhand einer Untersuchung langfristiger Zeitreihen hat eine Forschungsgruppe der Universität Tübingen gezeigt, dass die Konzentrationsmuster von Glyphosat in Flüssen in Europa im Widerspruch zu einem dominanten Eintrag durch Herbizidanwendungen stehen. Eine Meta-Daten-Analyse der genannten Forschungsgruppe kommt zu dem Schluss, dass kommunale Abwässer eine weitere Quelle für Glyphosat in Oberflächengewässern darstellen. Es wird vermutet, dass Glyphosat als Transformationsprodukt von Aminopolyphosphonaten in Kläranlagen entsteht. Aminopolyphosphonate werden in Waschmitteln und auch in anderen Bereichen eingesetzt, unter anderem als industrielle Reiniger, in der Textilindustrie, in der Papierindustrie und in der Metallbearbeitung. Wie hoch der Anteil von Aminopolyphosphonaten in diesen Bereichen ist und in wie weit diese zur Bildung von Glyphosat im kommunalen Abwasser beitragen, ist derzeit noch unklar. In durch die Forschungsgruppe der Universität Tübingen durchgeführten Laboruntersuchungen konnte bisher nur weniger als 5 Prozent des Glyphosateintrags über kommunales Abwasser über die Bildung von Transformationsprodukten der Aminopolyphosphonate nachgewiesen werden.

Relationen