Rede von Steffen Bilger (Bundesminister für Verkehr) – Plenarprotokoll 21/98
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Steffen Bilger (Bundesminister für Verkehr) – Plenarprotokoll 21/98
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Verlässlichkeit und Planbarkeit – das wollen wir für die
Mobilität in unserem Land. Unser Ziel: Menschen sollen
zuverlässig und sicher von A nach B kommen. Dafür
brauchen wir eine Infrastruktur, die am besten sofort,
aber auch noch in 10, 20 oder 30 Jahren leistungsfähig
ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir Entscheidungen
treffen, die über einzelne Haushaltsjahre und
Legislaturperioden hinaus wirken. Notwendig sind dafür Instrumente
und Maßnahmen, die langfristig Investitionen in unsere
Infrastruktur sichern, Planungssicherheit geben und dafür
sorgen, dass Projekte konsequent umgesetzt werden.
Genau hier setzen wir an und stellen in dieser Woche
entscheidende Weichen.
Heute Morgen hat das Bundeskabinett dem
Gesetzentwurf meines Hauses zur Kreditfähigkeit der
Autobahngesellschaft des Bundes zugestimmt. Das ist ein
Paradigmenwechsel bei der Finanzierung von Verkehrsprojekten.
Ein Teil der Einnahmen aus der Lkw-Maut soll künftig
direkt an die Autobahn GmbH fließen. Mit diesen
eigenen Einnahmen hat die Autobahn GmbH dann die
Möglichkeit, Kredite aufzunehmen und damit privates Kapital
zu nutzen. Damit, meine Damen und Herren, können wir
die Finanzierung bereits geplanter Baumaßnahmen
langfristig absichern.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Wir können zugleich Investitionen in zusätzliche
Projekte, aber auch in Rastanlagen, in Lkw-Stellplätze
verstärken.
Wir alle wissen: Der Investitionsbedarf bei den
Autobahnen ist hoch. Mit der Kreditfähigkeit stellen wir
sicher, dass wir dem auch nach Auslaufen des
Sondervermögens gerecht werden. Ich freue mich auf die
Beratungen im parlamentarischen Verfahren und bitte
schon jetzt um Ihre Unterstützung für den Gesetzentwurf.
Auch bei der Schiene arbeiten wir daran, die
Finanzierung und Planung überjährig, flexibel und verlässlich zu
gestalten. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an einem
Eisenbahninfrastrukturfonds. Wir werden auch dazu
noch in dieser Legislaturperiode einen Vorschlag
machen.
Verlässlichkeit brauchen wir nicht nur bei der
Finanzierung der Schiene, sondern auch bei der
Verkehrsplanung. Ich will das Konzept der Korridorsanierungen
ansprechen, das wir anpassen müssen. Denn wir haben
gesehen: Aus einer guten Idee wurde in der Umsetzung
nicht das, was eigentlich damit verbunden wurde. Wir
sind dazu in den finalen Abstimmungen mit der
Deutschen Bahn und werden die Ergebnisse sehr zeitnah
vorstellen.
Ich freue mich aber sehr, dass wir gestern mit der
Vorstellung des neuen Infraplans einen großen Schritt für
eine bessere Verkehrsplanung machen konnten. Damit
haben wir nun ein verbindliches, transparentes
Steuerungsinstrument, das zeigt, welche Projekte beim
Schienennetz Priorität haben und wie wir das Netz Schritt für
Schritt leistungsfähiger machen. Dieser Infraplan wird
künftig jährlich erscheinen und stärkt die Steuerungsrolle
des Bundes als strategischer Eigentümer.
Infrastrukturmaßnahmen werden damit künftig als Teil eines
gemeinsamen Systems geplant, aufeinander abgestimmt und
regelmäßig überprüft. Das Ergebnis: Bahnfahren wird
spürbar verlässlicher.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Meine Damen und Herren, ich glaube, ich konnte in
der Kürze der Zeit deutlich machen: Wir haben schon viel
erreicht; aber es gibt auch noch vieles zu tun. Ich freue
mich auf die weiteren Beratungen, die wir zu den
genannten und weiteren Projekten hier im Deutschen Bundestag
haben werden.
Relationen
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