Rede von Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Aktuelle Stunde: Zäsur in Sachsen-Anhalt – Nicht zur
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP ZP 12: Aktuelle Stunde: Zäsur in Sachsen-Anhalt – Nicht zur.
Text
Rede von Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Aktuelle Stunde: Zäsur in Sachsen-Anhalt – Nicht zur
Herr Müller, erstens vielen Dank, dass Sie sich an
meine Vergangenheit erinnern. Es wäre gut gewesen,
wenn Sie das auch getan hätten, als Ihr Ministerpräsident
aus Bayern, Herr Söder, mich mit Margot Honecker
verglich.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
und bei der Linken sowie bei Abgeordneten
der SPD – Martin Reichardt [AfD]: Ein
bisschen Ähnlichkeit ist da nicht von der Hand zu
weisen! – Heiterkeit bei Abgeordneten der
AfD)
Da wäre irgendein Wort von irgendeinem Mitglied der
CDU angebracht gewesen. Stattdessen Schweigen im
Walde. Das ist das eine.
Das Zweite ist, dass ich gesagt habe: Ich beteilige mich
nicht an den Spekulationen darüber, wer es gewesen ist.
Es ist eine geheime Wahl gewesen.
Aber wir kommen alle nicht umhin – leider –, jeden
einzelnen Tag in den Nachrichten verfolgen zu müssen,
wie die CDU in Sachsen-Anhalt darüber diskutiert, wer
aus ihren eigenen Reihen es gewesen ist. Da wird darüber
diskutiert, dass sich die Fraktion aufspaltet. Sie können
doch nicht ernsthaft erwarten, dass wir Ihnen einen
Vertrauensvorschuss geben, weil behauptet wird, Sie würden
einen AfD-Ministerpräsidenten nicht mitwählen,
während Ihre eigene Landtagsfraktion jeden Tag darüber
diskutiert, ob sie noch eine Existenz hat. Das können Sie
doch nicht ernsthaft erwarten.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
und bei der Linken sowie bei Abgeordneten
der SPD)
Das Dritte ist, dass ich Ihre Unterstellung, ich hätte
Medien irgendetwas vorschreiben wollen, entschieden
zurückweise. So sollten Sie hier im Parlament nicht
arbeiten, wenn Sie einen ernsthaften Diskurs mit mir führen
wollen. Ich habe daran appelliert, dass Ihre CDU und
auch Teile der Medien – und die „FAZ“ gehört dazu –
aufhören mit diesen permanenten und für mich
unsäglichen Gleichsetzungen: hier eine Partei, die Menschen in
Sachsen-Anhalt in ihren Grundrechten beschneiden
will –
(Martin Reichardt [AfD]: Niemand will das,
niemand! Hören Sie doch auf, Ihre Märchen
hier zu erzählen!)
und Menschen haben Angst, dass das sie ganz persönlich
in den nächsten Wochen und Monaten ereilen wird –, und
dort Die Linke.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
sowie bei Abgeordneten der SPD und der
Linken)
Ich halte es im Übrigen auch für absurd, die AfD mit
einer Partei gleichzusetzen, die in Thürigen über zehn
Jahre den Ministerpräsidenten gestellt hat und dort mit
allen Höhen und Tiefen, die eine Regierung durchleiden
muss, auch ordentlich regiert hat. Das ist politisch schon
einfach absurd.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
und bei der Linken sowie bei Abgeordneten
der SPD)
Relationen
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