Rede von Carl-Ludwig Thiele (FDP) – Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 4 a bis 4 c: Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer.
Text
Rede von Carl-Ludwig Thiele (FDP) – Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer
Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Künast, Sie haben
die Frage in den Raum gestellt, was denn seinerzeit von
der FDP gekommen sei. Ich weise darauf hin, dass auf
Initiative der FDP im Jahr 1996 Kindergeld als negative
Einkommensteuer eingeführt wurde.
Wir hatten bis dahin für das erste Kind ein Kindergeld
von 70 DM, danach ein Kindergeld von 200 DM. So
stellen wir uns das Bürgergeld auch vor. Das Kindergeld
ist keine Gnadenleistung des Staates an die Bürger,
sondern die Bürger haben das Recht darauf, den
Lebensunterhalt ihrer Kinder aus unversteuertem Einkommen
bestreiten zu können.
(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten
der CDU/CSU)
Dieser Systemwechsel war nicht einfach zu erreichen.
Ich bin der SPD, die damals in der Opposition war, nach
wie vor dankbar, dass sie diesem Systemwechsel im
Deutschen Bundestag zustimmte; denn dieser
Systemwechsel war die Voraussetzung dafür, dass das Kinder-
Carl-Ludwig Thielegeld auf 220, 250 und 300 DM weiterentwickelt und
dann auch in dieser Höhe in Euro umgerechnet werden
konnte. Die zentrale Frage ist hier: Gibt der Staat eine
Gnadenleistung an die Familien, oder haben die
Familien nicht ein Recht darauf, den Unterhalt ihrer eigenen
Kinder aus unversteuertem Einkommen zu bestreiten?
Sofern das Kindergeld darüber hinausgeht – so haben
wir es gesetzlich festgelegt; so ist es im
Einkommensteuergesetz geregelt –, dient es der zusätzlichen Förderung
der Familie. Wir stehen zu diesem Weg und wollen ihn
weiter ausbauen. Ich glaube, dies war die Schnittstelle
dafür, dass für die Familien in unserem Lande viel mehr
geschehen ist, als es vorher der Fall war.
Relationen
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