Rede von Manfred Kolbe (CDU/CSU) – Dr. Barbara Höll, Wolfgang Nešković, Ulla
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 7 a bis 7 c: Dr. Barbara Höll, Wolfgang Nešković, Ulla.
Text
Rede von Manfred Kolbe (CDU/CSU) – Dr. Barbara Höll, Wolfgang Nešković, Ulla
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Um es vorab klarzustellen, sage ich: Auch die
Unionsfraktion bekämpft Steuerhinterziehung energisch. Auch
die Bundesregierung bekämpft die Steuerhinterziehung
energisch. Wir bekämpfen sie aber auf vernünftige Art
und Weise. Frau Höll, bloße Forderungen nach
Steuererhöhungen, Meldepflichten und Abgabepflichten sind
keine Lösung.
(Dr. Barbara Höll [DIE LINKE]: Habe ich
Steuererhöhungen erwähnt?)
Deshalb darf ich kurz sachlich darstellen, was wir auf
diesem Gebiet bereits geleistet haben. Dies tue ich, weil
Sie das unterschlagen haben.
Wir haben in den letzten Jahren viel gegen die
Steuerhinterziehung getan. Seit 2005 gilt die EU-
Zinssteuerrichtlinie. Diese gab es vorher nicht. Sie ist maßgeblich
auf deutsches Drängen hin eingeführt worden. 22
Staaten wenden diese Zinssteuerrichtlinie an. Es ist aller-dings bedauerlich, dass bei einigen dieser Staaten die
überseeischen Gebiete nicht dabei sind, die gerade
interessant wären. Bei Großbritannien fehlen Anguilla,
Bermuda und die Virgin-Islands. Aber immerhin: 22 Staaten
wenden diese Richtlinie an. Wir drängen auf eine
weitere Ausdehnung. Belgien, Luxemburg, Österreich, die
Schweiz und Liechtenstein verweigern bisher die
Teilnahme und führen lediglich eine Quellensteuer ab. Das
heißen wir nicht gut.
Wir treten für eine Ausdehnung der Zinssteuerrichtlinie
ein. Sie darf nicht nur für Privatpersonen gelten, sie
muss auch für Körperschaften gelten. Sie darf nicht nur
für Zinserträge gelten, sie muss auch für andere Erträge
gelten. Noch ist das ein Käse mit vielen Löchern.
(Christine Scheel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN): So ist es! – Dr. Barbara Höll (DIE
LINKE): In dem Punkt können Sie uns dann