Rede von Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) – Plenarprotokoll 15/96
Teil von Protokoll der 96. Sitzung des 15. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Dr. Hans-Peter Uhl (CDU/CSU) – Plenarprotokoll 15/96
Frau Staatsministerin, vor dem Kölner Landgericht
haben, wie Sie sagen, sechs Kollegen aus dem
Auswärtigen Amt Aussagen gemacht, also ein überschaubarer
Kreis. Wir hören, gegen drei oder vielleicht vier von
diesen sechs wird ermittelt. Der Richter in Köln hat gesagt,
dass der eine oder andere glatt gelogen habe. Auf die
Frage, ob Sie wie auch Ihr Amtsvorgänger diesen
Richter für mehr oder weniger befangen halten, haben Sie
gesagt, das habe nichts mit dem Thema zu tun. Auf die
Frage des Kollegen Volmer, ob Sie Ihre
Fürsorgepflichten als Dienstvorgesetzte wahrnehmen wollen, sagen Sie
Ja.
(Josef Philip Winkler [BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN]: Das Protokoll wird vorne
geführt!)
Dr. Hans-Peter UhlAuf unsere Fragen, ob Sie wenigstens einmal mit den
sechs Beamten reden wollen, um den Sachverhalt
aufzuklären – denn nur in einem solchen Gespräch kann
man logischerweise die Fürsorgepflicht überhaupt
ernsthaft wahrnehmen –, sagen Sie, das hätten Sie nicht
getan. Wie – so lautet meine Frage – wollen Sie Ihre
Fürsorgepflichten wahrnehmen, wenn Sie über die Sache
mit den Angehörigen des Auswärtigen Amtes nicht
einmal reden wollen?
Kerstin Müller, Staatsministerin im Auswärtigen
Amt:
In Ihrer Frage waren viele Behauptungen, die ich
zurückweisen muss. Im Übrigen kann ich Ihnen versichern,
dass wir alles tun, um unserer Fürsorgepflicht gegenüber
den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gerecht zu
werden. Insbesondere weise ich Vorwürfe gegen unsere
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und entsprechende
Vorverurteilungen, die in verschiedenen Fragen durchscheinen,
zurück, solange nicht bekannt ist, gegen wen und im
Hinblick auf welche Straftatbestände die
Ermittlungsverfahren eröffnet worden sind. So zu diskutieren ist
nicht unser Stil.