Rede von Ute Granold (CDU/CSU) – Drucksache 16/4205
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP ZP 4: Drucksache 16/4205 –.
Text
Rede von Ute Granold (CDU/CSU) – Drucksache 16/4205
Frau Kollegin, ich gehöre ja dem Rechtsausschuss an.
Die Diskussion im Familienausschuss kenne ich nur aus
den Protokollen. Aber ich kann Ihnen sagen: Was Sie
jetzt reklamieren, war unter Rot-Grün auf Jahre ebenso
im Stau, wie das jetzt vielleicht im Stau ist.
(Krista Sager [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Nein! Es ist zweimal beschlossen worden!)
Wenn Sie die Protokolle lesen, können Sie das
nachvollziehen.
(Ekin Deligöz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Das stimmt nicht!)
Aber lassen Sie mich jetzt einfach sagen, ohne dass
ich mich auf Formalien zurückziehen möchte: Es gibt
dieses Abkommen zwischen dem Bund und den Ländern.
Es gibt kein einheitliches Votum der Länder dahin gehend,
die Vorbehaltserklärung zurückzunehmen. Ich denke,
wir sollten diese Vereinbarung, die wir als Bund mit den
Ländern getroffen haben, einhalten bzw. klären, wie wir
weiter verfahren können. Bis zum heutigen Tage ist dieses
Einvernehmen mit den Ländern nicht da. Schon von daher
kommen wir nicht weiter. Aber da diese
Vorbehaltserklärung rein symbolischen Charakter hat, ist es kein
Problem, dass sie nach wie vor besteht.
Ute Granold(Ekin Deligöz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Wenn sie nur symbolisch ist, dann
können Sie sie doch zurücknehmen!)
Ich verweise nochmals auf den Antrag der FDP:
Wenn man der Auffassung ist, man solle sie zurücknehmen
– wie gesagt, sie hat Symbolcharakter –, dann sollte das
in den Ausschüssen diskutiert werden, und zwar mit denen,
die zuständig sind. Es wurden schon mehrere Gespräche
mit den Ländern geführt. Aber wir haben nun einmal einen
föderalen Staat, wir haben verschiedene Zuständigkeiten,
wir haben 16 Länder, die man unter einen Hut bringen
muss. Ich kann nur das sagen, was derzeit Fakt ist. So ist
die Situation, die sich aus formalen und aus inhaltlichen
Gründen ergibt. Was die Kollegin hier vorgetragen hat,
ist materiell und formell einfach nicht richtig.