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Rede von Katharina Landgraf (CDU/CSU) – Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer

dip / rede 05.06.2008 · WP 16 · Original ↗

Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 4 a bis 4 c: Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer.

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Rede von Katharina Landgraf (CDU/CSU) – Gruß, Sibylle Laurischk, Ina Lenke, weiterer Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Anträge bzw. der Gesetzentwurf der drei Parteien sehen, zumindest wenn man die Überschriften betrachtet, eigentlich gut aus. Man muss dafür sein. Denn die Existenz von Kindern zu sichern und Familien zu stärken, ist auf jeden Fall gut. Ich habe mir jetzt vor allen Dingen die Anträge der Grünen und der FDP angeschaut. Ich stelle zum Beispiel fest, dass im Grünen- Antrag ein Mischmasch von Zuständigkeiten vorherrscht. Die Verantwortung der Eltern fehlt. Darüber steht dort überhaupt nichts. Am meisten ärgere ich mich darüber, dass unter Punkt 2 im Antrag der Grünen steht, die Regierung schaue untätig zu. Ich muss fragen: Haben Sie nichts erkannt? Haben Sie nichts gemerkt? Waren Sie nie anwesend, oder wollen Sie das aus strategischen Gründen verschweigen? Die Behauptung ist falsch, und wir können nachweisen – meine Vorredner haben das schon gesagt –, was alles getan wird und was wir weiterhin vorhaben. (Johannes Singhammer [CDU/CSU]: Genau!)Es wird zum Beispiel von zentralen Barrieren gesprochen, ohne das Wort zu erklären. Ich frage mich, was Sie damit meinen. Meinen Sie eine bundespolitische Barriere? Mir ist so etwas nicht bekannt. Beim Antrag der FDP sieht es schon besser aus. Sie haben einen besseren Bezug zu den Kompetenzebenen der Länder und der Kommunen gefunden. Ebenso wie bei den Grünen fehlt aber auch bei Ihnen die direkte Ansprache der Eltern. Haben diese eine Verantwortung? (Sibylle Laurischk [FDP]: Dazu habe ich eine ganze Rede gehalten!) – Das steht aber nicht definitiv im Antrag. (Sibylle Laurischk [FDP]: Das habe ich doch in meiner Rede ausgeführt!) Auf Seite 2 steht ein interessanter Satz: Die soziale Lage der Eltern darf nicht über den Bildungsweg der Kinder und Jugendlichen entscheiden. Das stimmt. Wir kommen jedoch nicht darum herum, zuzugeben, dass die soziale Lage der Eltern letztlich doch entscheidet. Unsere Aufgabe ist es, die Eltern zu stärken und ihnen Kompetenzen an die Hand zu geben, damit die Kinder einen besseren Zugang zur Bildung erhalten. (Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der CDU/CSU: So ist es!) Nun komme ich zu Aspekten, von denen ich hoffe, dass andere sie noch nicht in dem Sinne angesprochen haben. Ich denke aber ähnlich wie Sie, Frau Lopez. Wir müssen mehr für die Eltern tun. Wir müssen die Kompetenz der Eltern erhöhen, denn wir dürfen nicht nur an den Symptomen der viel beklagten Kinderarmut herumdoktern. Eltern brauchen Deutschland als ein familienfreundliches und kindergerechtes Land. Sie brauchen ebenfalls familienfreundliche Gemeinden, Landkreise und Bundesländer. Wir müssen hier klar äußern: Betreuungsangebote sind Ländersache. Die Kommunen haben ebenso viele Kompetenzen. Durch unseren Gesetzentwurf zur Förderung von Kindern unter drei Jahren eröffnen wir die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kommunen und den Ländern etwas für die Eltern zu tun. Auf diesem Wege haben wir die Möglichkeit, den Kindern die frühkindliche Bildung zuteil werden zu lassen, die uns vorschwebt. Eltern brauchen das Angebot einer hochkarätigen frühkindlichen Bildung. In meinem Heimatland Sachsen wurden in diesem Bereich schon erste Schritte getan. Wie ich gehört habe, gilt das auch für andere Bundesländer, die auch die Mittel für die Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern, die schon in Arbeit sind, erhöht haben. Es wurde ebenfalls ein neues Programm für die Ausbildung von Erzieherinnen aufgelegt. Ich finde es toll, dass im FDP-Antrag auch von Erziehern die Rede ist. Ich finde es super, dass man auch die Männer in diesem anspruchsvollen Beruf anspricht. Es tut unseren(C) Katharina LandgrafKindern gut, wenn sich auch Männer an ihrer Ausbildung und Betreuung beteiligen. Das soll auch ein Signal unserer heutigen Debatte sein. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP) In Sachsen wird übrigens auch das Ganztagesschulprogramm weiter gefördert. Dort steht nicht nur das Bundesprogramm im Blickfeld. Wir haben ein Landesprogramm, und Schulen werden mit Mitteln für Honorare ausgestattet und können entscheiden, welche ehrenamtlich Tätigen und welche Experten weitere Nachmittagsangebote an Ganztagsschulen anbieten. Ich finde das gut. – Lehrer auch, aber auch andere von außen, zum Beispiel aus den Vereinen. Eltern brauchen eine familienfreundliche Arbeitswelt. Sie brauchen familienfreundliche Arbeitsplätze und familienfreundliche Arbeitszeiten. Es gilt kein Anwesenheitsmythos. Vielmehr muss die Arbeitszeit vereinbart werden. Dann ist die Motivation junger Eltern am größten. Auch die Unternehmer haben Vorteile, das müssten diese erkannt haben. Wir brauchen auch eine Arbeitsagentur, die auch Mütter mit mehreren Kindern vermitteln kann und will. Wir brauchen Netze, die zum Beispiel durch Mehrgenerationenhäuser, Nachbarn, Freunde, Paten, Großeltern und ehrenamtlich Tätige gebildet werden. (Elke Reinke [DIE LINKE]: Verantwortung wegschieben!) – Nein, das ist nicht ein Wegschieben von Verantwortung. Liebe Frau Reinke, alle müssen sich dazu bekennen. Vielleicht haben Sie es selbst nicht erlebt, aber wir praktizieren es und tragen dazu bei, dass Umfeld und Netz funktionieren. Die Grünen haben in ihrem Antrag von Eltern-Kind-Zentren gesprochen. Unser Mehrgenerationengedanke geht noch einen Schritt weiter, denn er umfasst eine Generation mehr. Das müssen wir in unserer modernen Zeit mit ihrer mobilen Arbeitswelt fördern. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird es den Eltern ermöglichen, ihren Kindern eine verantwortliche Erziehung angedeihen zu lassen und ihnen aus der Familie heraus Selbstbewusstsein zu vermitteln. Die Familie pflanzt das ein, was ein Kind braucht, nämlich die Neugier auf die Welt und einen Wissensdurst, der zuerst in der Familie akzeptiert werden muss, um dann später von uns, von der Öffentlichkeit, weiter gefördert zu werden. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Helga Lopez [SPD])

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