Anzahl staatlich subventioniert neu zu errichtender Gaskraftwerke durch den Wiedereinstieg in die Kernenergie verringern (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4460)
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Anzahl staatlich subventioniert neu zu errichtender Gaskraftwerke durch den Wiedereinstieg in die Kernenergie verringern (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4460)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5617
21. Wahlperiode 28.04.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Paul Schmidt, Stefan Henze, Dr. Malte
Kaufmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4460 –
Anzahl staatlich subventioniert neu zu errichtender Gaskraftwerke durch den
Wiedereinstieg in die Kernenergie verringern
A. Problem
Die den Antrag stellende Fraktion der AfD schickt ihrem Antrag voraus, dass der
subventionierte Neubau von Gaskraftwerken keine nachhaltige Lösung darstelle.
Gaskraftwerke seien abhängig von importierten Brennstoffen, unterlägen starken
Preisschwankungen und erforderten dauerhafte staatliche Eingriffe, um
wirtschaftlich betrieben werden zu können. Kernenergie stelle dagegen eine
international bewährte, anerkannte, technisch ausgereifte und grundlastfähige Form der
Stromerzeugung dar.
Die antragstellende Fraktion möchte die Bundesregierung daher auffordern, die
bestehende Kraftwerksstrategie zu überarbeiten und die reaktivierbaren
Kernkraftwerksstandorte einzubeziehen, die rechtlichen Grundlagen für einen
Wiedereinstieg in die Kernenergie zu schaffen, an den Standorten der stillgelegten
Kernkraftwerke die Wiederinbetriebnahme oder die Errichtung neuer Kernkraftwerke
zu ermöglichen sowie die Planungen für staatliche subventionierte Gaskraftwerke
zu überprüfen.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Wurden im Ausschuss nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/4460 abzulehnen.
Berlin, den 22. April 2026
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Elisabeth Winkelmeier-Becker
Geschäftsführende Vorsitzende
Lars Rohwer
Berichterstatter
Jörg Cezanne
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Lars Rohwer und Jörg Cezanne
I. Überweisung
Der Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/4460 wurde in der 62. Sitzung des Deutschen
Bundestages am 5. März 2026 beraten und an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie zur Federführung sowie
an den Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit zur Mitberatung überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die den Antrag stellende Fraktion der AfD schickt ihrem Antrag voraus, dass der subventionierte Neubau von
Gaskraftwerken keine nachhaltige Lösung darstelle, sondern bestehende Probleme in die Zukunft verschiebe.
Gaskraftwerke seien abhängig von importierten Brennstoffen, unterlägen starken Preisschwankungen und
erforderten dauerhafte staatliche Eingriffe, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. Mit dem Ausschluss der
Kernenergie werden dagegen eine bewährte Technologie disqualifiziert. Kernenergie stelle eine international
anerkannte, technisch ausgereifte und grundlastfähige Form der Stromerzeugung dar. Ein Wiedereinstieg in die
Kernenergie biete die Möglichkeit, mit der Nutzung bestehender Kraftwerksstandorte einen vergleichsweisen
schnellen und effizienten Wiederaufbau gesicherter Leistung zu erhalten, ohne neue Flächen erschließen oder
zusätzliche Netzinfrastruktur in großem Umfang errichten zu müssen.
Die antragstellende Fraktion möchte die Bundesregierung daher auffordern, die bestehende Kraftwerksstrategie
zu überarbeiten und die reaktivierbaren Kernkraftwerksstandorte einzubeziehen, die rechtlichen Grundlagen für
einen Wiedereinstieg in die Kernenergie zu schaffen, an den Standorten der stillgelegten Kernkraftwerke die
Wiederinbetriebnahme oder die Errichtung neuer Kernkraftwerke mit langer Laufzeit zu ermöglichen sowie die
Planungen für staatliche subventionierte Gaskraftwerke zu überprüfen.
III. Stellungnahme des mitberatenden Ausschusses
Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat den Antrag auf
Drucksache 21/4460 in seiner 33. Sitzung am 15. April 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der
Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD
dessen Ablehnung.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat den Antrag auf Drucksache 21/4460 in seiner 32. Sitzung am
22. April 2026 abschließend beraten.
Die Fraktion der AfD führte aus, der Ausstieg aus der Kernenergie sei ein schwerer strategischer Fehler gewesen.
Man brauche grundsätzlich steuerbare Kraftwerkskapazitäten. Die Regierung wolle diese durch neue
Gaskraftwerke bereitstellen. Die Fraktion der AfD habe aber einen anderen Vorschlag. Durch die Reaktivierung von fünf
der stillgelegten Kernkraftwerksblöcke, die etwa 7 Gigawatt an Kraftwerkskapazität bringen würde, wolle man
die Anzahl neuer Gaskraftwerke erheblich reduzieren. Dies sei kostengünstig und schnell zu machen.
Die Fraktion der CDU/CSU kritisierte den Antrag als unrealistisch. Der Rückbau der stillgelegten
Kernkraftwerke sei so weit fortgeschritten, dass eine Reaktivierung reine Fantasie sei. Es gebe keinen Betreiber, der das
machen würde. Man dürfe die Leute nicht mit unrealistischen Fantasien blenden. Die Versorgungssicherheit sei
jetzt gewährleistet. Für die Frage, wie die Versorgungssicherheit auch nach 2030 gewährleistet werden könne,
seien die Kernkraftwerke schon aufgrund des weiter fortschreitenden Rückbaus keine Option.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN merkte an, dass es keinen Atomaufschwung gebe. Von den 66 neu
gebauten Atomkraftwerken werde die Hälfte in China gebaut. Den überwiegenden Teil der anderen Hälfte baue
Russland im Ausland, um Abhängigkeiten zu schaffen. Atomstrom koste 100 bis 180 Dollar pro Megawattstunde,
Wind 30 bis 80 Dollar, Solar 25 bis 35 Dollar. Erneuerbare Energien würden immer günstiger, Atomkraftwerke
immer teurer. Eine Wiederinbetriebnahme der Atomkraftwerke wäre weder kostengünstig noch technisch
problemlos möglich. Zudem würde das Problem der Endlagerung des Atommülls verschärft.
Die Fraktion der SPD sagte, der Antrag zeige die Priorisierung der AfD in der Energie-Politik. Erneuerbare
Energien lehne sie grundsätzlich ab, fossile Energien wolle sie fördern, aber oberste Priorität gebe sie der
Kernenergie. Kernenergie sei aber abzulehnen, da sie nicht in das Stromsystem der Zukunft passe. Zudem entstünden
bei der Kernspaltung immer hochradioaktive, giftige und langlebige Abfallprodukte. Atomkraft sei maximal
gefährlich, maximal teuer und führe zu einer maximalen Abhängigkeit bei Uranimporten.
Die Fraktion Die Linke wies darauf hin, dass die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit für die
Wiederertüchtigung bestehender Kernkraftwerke von einem Zeitraum von 15 bis 20 Jahren ausgehe. Für die
Kernkraftwerksbetreiber sei dies schon lange kein Thema mehr. Niemand wolle Kernkraftwerke mehr betreiben und
keiner wolle sie versichern. Diese nur mit enormer staatlicher Subventionierung überhaupt machbare Technologie
sei verantwortungslos. Zudem sei die Endlagerung des Atommülls immer noch ungeklärt.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie beschloss mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD, die Ablehnung des
Antrags auf Drucksache 21/4460 zu empfehlen.
Berlin, den 22. April 2026
Lars Rohwer
Berichterstatter
Jörg Cezanne
Berichterstatter
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