Vergabeverfahren und Ersatzneubau der Huntebrücke bei Elsfleth
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Vergabeverfahren und Ersatzneubau der Huntebrücke bei Elsfleth
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5157
21. Wahlperiode 01.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stefan Henze, Wolfgang Wiele, René Bochmann, Lars Heise,
Ulrich von Zons, Maximilian Kneller, Alexis L. Giersch, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer
Kraft, Volker Scheurell, Andreas Mayer, Carsten Becker, Hans-Jürgen Goßner,
Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Vergabeverfahren und Ersatzneubau der Huntebrücke bei Elsfleth
Die Huntebrücke bei Elsfleth ist ein zentraler Bestandteil der
Verkehrsinfrastruktur in der Wesermarsch in Niedersachsen. Über die Brücke werden
bedeutende Güterverkehre abgewickelt, die insbesondere für die Anbindung der
Häfen in Nordenham und Brake sowie für die Stadt Oldenburg von erheblicher
wirtschaftlicher Bedeutung sind. Die Funktionsfähigkeit der Brücke ist damit
wesentlich für industrielle Wertschöpfung, Lieferketten und Arbeitsplätze in
der Region.
Nach mehreren Schiffsunfällen wurde die Huntebrücke erheblich beschädigt
(www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/
huntebrueckebei-elsfleth-verfahren-zu-zweitem-unfall-eingestellt,huntebruecke-102.html).
Presseberichten zufolge wurden dabei wiederholt die für eine sichere
Durchfahrt erforderlichen Pegelstände nicht ausreichend berücksichtigt (www.nordse
e-zeitung.de/region/verfahren-zu-zweitem-unfall-an-huntebruecke-eingestellt-3
11189.html). Infolge der Schäden errichtete die Deutsche Bahn eine
provisorische Brücke und leitete ein Vergabeverfahren für einen Ersatzneubau ein
(www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Provisorische-
Bruecke-ueber-die-Hunte-fuer-Zuege-freigegeben,huntebruecke194.html).
Medienberichten zufolge kam es im Rahmen dieses Vergabeverfahrens zu einer
Klage vor dem Bundeskartellamt. Der unterlegene Bieter erhielt demnach
Recht, sodass das Verfahren überarbeitet werden muss (www.ndr.de/nachrichte
n/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/verzoegert-sich-der-brueckenbau-in-els
fleth-probleme-bei-der-vergabe,huntebruecke-140.html). Vor dem Hintergrund
der erheblichen regionalwirtschaftlichen Bedeutung der Huntebrücke ergeben
sich bei den Fragestellern Fragen hinsichtlich der Verzögerungen, der
rechtlichen Bewertung sowie der weiteren Zeitplanung.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung die wirtschaftliche Bedeutung der
Huntebrücke für die Region Wesermarsch sowie für die überregionale
Güterverkehrsanbindung?
2. Welche konkreten Schäden sind infolge der zurückliegenden
Schiffsunfälle an der Huntebrücke entstanden?
3. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu den Ursachen der
Unfälle vor, insbesondere hinsichtlich der Einhaltung vorgeschriebener
Pegelstände?
4. Welche Maßnahmen wurden seitens der zuständigen Behörden ergriffen,
um vergleichbare Vorfälle künftig zu verhindern?
5. Wann wurde das Vergabeverfahren für den Ersatzneubau der Huntebrücke
eingeleitet, und nach welchen Kriterien erfolgte die
Zuschlagsentscheidung?
6. Aus welchen Gründen hat nach Kenntnis der Bundesregierung das
Bundeskartellamt der Klage des unterlegenen Bieters stattgegeben?
7. Welche vergaberechtlichen Mängel wurden im Verfahren konkret
festgestellt?
8. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das weitere Vorgehen der
Deutschen Bahn (vgl. Vorfragen)?
9. Wie wirkt sich die Überarbeitung des Vergabeverfahrens auf den Zeitplan
für den Ersatzneubau aus (vgl. Vorfragen)?
10. Mit welchen Mehrkosten rechnet die Bundesregierung infolge der
Verzögerungen und der vergaberechtlichen Auseinandersetzung?
11. Bis wann ist nach aktuellem Stand mit der Fertigstellung des
Ersatzneubaus zu rechnen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
12. Welche Auswirkungen haben die Verzögerungen auf den Güterverkehr
und die betroffenen Unternehmen in der Region (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
13. Welche Maßnahmen werden ggf. ergriffen, um die wirtschaftlichen
Auswirkungen für die betroffenen Regionen möglichst gering zu halten?
Berlin, den 17. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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