Zustand der Bundesbrücken in Niedersachsen, Hamburg und Bremen - Maßnahmen und Finanzierung zur Vermeidung weiterer Sperrungen und Einstürze
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Zustand der Bundesbrücken in Niedersachsen, Hamburg und Bremen - Maßnahmen und Finanzierung zur Vermeidung weiterer Sperrungen und Einstürze
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5740
21. Wahlperiode 05.05.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stefan Henze, Rocco Kever, Wolfgang Wiehle, René
Bochmann, Alexis L. Giersch, Lars Haise, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons,
Carsten Becker, Hans-Jürgen Goßner, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Andreas
Mayer, Volker Scheurell, Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Zustand der Bundesbrücken in Niedersachsen, Hamburg und Bremen –
Maßnahmen und Finanzierung zur Vermeidung weiterer Sperrungen und
Einstürze
Die Infrastruktur Deutschlands steht vor einer der größten Herausforderungen
ihrer Geschichte, insbesondere wenn es um den Zustand der Bundesbrücken
geht. Zahlreiche Berichte und Studien, darunter Analysen von Transport &
Environment (T&E; www.transportenvironment.org/te-deutschland/articles/t-e-wa
rnt-vor-triage-bei-der-brueckensanierung) und dem Bundesrechnungshof
(www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2025/bruecken
m o d e r n i s i e r u n g / k u r z m e l d u n g .html), weisen auf einen alarmierenden
Sanierungs- und Abrissbedarf hin, der die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des
Verkehrsnetzes bedroht. Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden im
September 2024 sowie die anhaltenden Sperrungen wie die der Ringbahnbrücke in
Berlin verdeutlichen die Dringlichkeit dieses Problems.
Gleichzeitig wird die Bundesregierung von Experten kritisiert, den Umfang der
Schäden zu unterschätzen und die Finanzierung sowie Priorisierung
unzureichend zu gestalten (www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/sanierung-bruecke
n-verkehr-100.html). Es fehle an Klarheit über den aktuellen Zustand, die
geplanten Maßnahmen, die Finanzierungsstrategien und die langfristige Strategie,
um die Bürger vor den Gefahren maroder Brücken zu schützen und eine
nachhaltige Lösung zu gewährleisten. So führt T&E Deutschland in der oben
genannten Studie aus, dass nach den vom Bundesministerium für Verkehr (BMV)
selbst gesetzten Kriterien bei 5 905 Brückenbauwerken unter
Bundesverwaltung ein Ersatzneubau notwendig sei und weitere 10 240 Brückenbauwerke
unter Bundesverwaltung so stark belastet sind, dass entweder ein Ersatzneubau
oder eine Verstärkung notwendig sei (www.transportenvironment.org/uploads/f
iles/20250415_TE_Bruckensanierung.pdf).
Beim Brückengipfel 2022 wurde die Priorisierungsreihenfolge der
Modernisierung der Autobahnbrücken geändert und dargelegt, dass man sich nun auf ein
Kernnetz von besonders wichtigen Autobahnabschnitten fokussiere (https://bm
dv.bund.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/presse/zukunftspaket-leistun gsfaehige-a
utobahnbruecken.pdf?__blob=publicationFile).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Haben sich die Kriterien, wie die Bundesregierung den
Modernisierungsbedarf von Brückenbauwerken einordnet, seit dem Brückengipfel im Jahr
2022 (www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/presse/bruecken-an-bunde
sfernstrassen-bilanz-und-ausblick.pdf?__blob=publicationFile) geändert?
a) Wie lauten die aktuellen Kriterien, wann für ein Brückenbauwerk ein
Ersatzneubau nötig ist?
b) Wie lauten die aktuellen Kriterien, wann für ein Brückenbauwerk eine
Modernisierung notwendig ist?
2. Teilt die Bundesregierung die in der T&E-Studie (siehe Vorbemerkung der
Fragesteller) errechneten Zahlen, dass bei knapp 6 000
Brückenbauwerken unter Bundesverwaltung ein Ersatzneubau notwendig sei und dass bei
weiteren 10 000 Brückenbauwerken unter Bundesverwaltung entweder
ein Ersatzneubau oder eine Verstärkung notwendig sei (wenn nein, wie
lauten die korrekten Zahlen, und wie viele davon befinden sich in
Niedersachsen, Hamburg und Bremen)?
3. Welche Autobahnabschnitte in Niedersachsen, Hamburg und Bremen sind
Teil des zusammenhängenden Kernnetzes von besonders wichtigen
Autobahnabschnitten, die durchgängig mit leistungsfähigen Brücken
hergerichtet werden sollen (bitte Abschnitte grafisch in einer Karte für
Niedersachsen, Hamburg und Bremen darstellen)?
4. Wie viele der vom Bundesverkehrsministerium als besonders
sanierungsbedürftig eingestuften Brückenbauwerke des Kernnetzes liegen in
Niedersachsen, Hamburg und Bremen (bitte betroffene Brücken und
Teilbauwerke mit konkreter Ortsangabe einzeln auflisten)?
5. Wie viele der vom Bundesverkehrsministerium als besonders
sanierungsbedürftig eingestuften Brückenbauwerke außerhalb des Kernnetzes liegen
in Niedersachsen, Hamburg und Bremen (bitte betroffene Brücken und
Teilbauwerke mit konkreter Ortsangabe einzeln auflisten)?
6. Sind aktuell Brückenbauwerke unter Bundesverwaltung in Niedersachsen,
Hamburg und Bremen für einen Abriss vorgesehen (wenn ja, bitte
betroffene Brücken und Teilbauwerke mit konkreter Ortsangabe einzeln
auflisten)?
7. Wie viele Autobahnbrücken wurden in Niedersachsen, Hamburg und
Bremen in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt pro Jahr saniert, und wo
liegen diese (bitte Brückenbauwerke mit konkreter Ortsangabe einzeln
auflisten)?
8. Durch welche Brückenbauwerke unter Bundesverwaltung in
Niedersachsen, Hamburg und Bremen bestehen aktuell Verkehrseinschränkungen
bzw. werden Einschränkungen erforderlich werden (bitte
Brückenbauwerke einzeln mit dem jeweiligen Einschränkungsstatus angeben)?
9. Inwieweit haben ggf. Sparmaßnahmen bei Brückenbauwerken unter
Bundesverwaltung in Niedersachsen, Hamburg und Bremen in der
Vergangenheit zu den aktuellen Problemen beigetragen (bitte konkrete Beispiele und
Zeiträume nennen)?
10. In welchen Jahren wurden ggf. nach Ansicht der Bundesregierung zu
wenig Mittel im Bundeshaushalt eingestellt, um den Zustand der
Brückenbauwerke in Niedersachsen, Hamburg und Bremen unter
Bundesverwaltung zu erhalten?
11. Welcher finanzielle Mittelbedarf ergibt sich aus den notwendigen
Sanierungs- und Abrissmaßnahmen sowie dem Neubau von
Brückenbauwerken in Niedersachsen, Hamburg und Bremen unter Bundesverwaltung
für die nächsten fünf, zehn und 15 Jahre?
12. Wie plant die Bundesregierung, diese Maßnahmen in Niedersachsen,
Hamburg und Bremen zu finanzieren (vgl. Frage 11), sind zusätzliche
Haushaltsmittel, Kredite oder öffentlich-private Partnerschaften
vorgesehen (bei öffentlich-privaten Partnerschaften bitte betroffene Brücken
und Teilbauwerke mit konkreter Ortsangabe einzeln auflisten), und in
welchem Umfang sind hierbei Mittel aus der „Bundessäule“ von 300 Mrd.
Euro im Rahmen des Sondervermögens für Infrastruktur und
Klimaneutralität eingeplant (www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standar
dartikel/Themen/Oeffentliche_Finanzen/SVIK/Bund/investitionen-der-bu
ndessaeule.html)?
13. In welchem Umfang sind EU-Mittel oder andere Förderprogramme in
Niedersachsen, Hamburg und Bremen für die Finanzierung eingeplant
(vgl. Frage 11)?
14. Wie sehen die konkreten Zeitpläne für die Umsetzung der Maßnahmen in
Niedersachsen, Hamburg und Bremen aus (vgl. Frage 11; bitte eine
Übersicht der geplanten Projekte für die nächsten fünf Jahre vorlegen)?
15. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um
Verkehrsbehinderungen in Niedersachsen, Hamburg und Bremen während der Bauarbeiten
zu minimieren (vgl. Frage 11)?
Berlin, den 4. Mai 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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