Aktuelle Preisentwicklung beim Zuckermarkt in Deutschland
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Aktuelle Preisentwicklung beim Zuckermarkt in Deutschland
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5122
21. Wahlperiode 31.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Julian Schmidt, Stephan Protschka, Peter Felser, Danny
Meiners, Christian Reck, Bernd Schattner, Bernd Schuhmann, Dr. Michael Blos,
Steffen Janich, Enrico Komning, Dario Seifert, Lars Schieske, Stefan Schröder
und der Fraktion der AfD
Aktuelle Preisentwicklung beim Zuckermarkt in Deutschland
Der europäische Zuckermarkt mit aktuell sehr niedrigen Rübenzuckerpreisen
ist nach Auffassung von Beobachtern auch durch innereuropäische
Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten der deutschen Rübenanbauer gekennzeichnet
(www.topagrar.com/themen/zuckerruebe-12362780.html).
Durch die Öffnung des europäischen Zuckermarktes für Rohrzucker,
insbesondere aus Südamerika, welcher teilweise nicht nach den europäischen Umwelt-
und Sozialstandards produziert wird, soll es einen zusätzlichen erheblichen
Preisdruck für den europäischen Rübenzucker gegeben haben. Durch
zusätzliche Importquoten von bis zu ca. 180 000 Tonnen pro Jahr aus den
MERCOSUR-Staaten droht ein weiterer Preisverfall im heimischen Markt
(www.topagrar.com/markt/news/zuckermarkt-weiter-unter-druck-was-kommt-
mit-mercosur-20022306.html).
Die Zuckerpreise sind seit 2023 um 38 Prozent gesunken und die
Zuckerfabriken kürzen die Lieferrechte bei Zuckerrüben für 2026. 2025 mussten bereits
fünf Zuckerfabriken in Europa schließen (www.topagrar.com/markt/news/preis
verfall-auf-zuckermarkt-setzt-eu-erzeuger-unter-druck-20021737.html).
Die Zuckerrübenanbauverbände befürchten eine weitere Zuspitzung der Lage,
empfehlen den Landwirte ihren Zuckerrübenanbau einzuschränken und
befürchten weitere Zuckerrübenfabrikschließungen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Sind der Bundesregierung Bedingungen, die von Beobachten als
innereuropäische Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten der deutschen
Zuckerrübenanbauer bezeichnet werden, bekannt, und wenn ja, welche (www.dn
z.de/aktuelles/presse/wettbewerbsfaehigkeit-im-ruebenanbau-nicht-gefaeh
rden)?
2. Sind Maßnahmen der Bundesregierung gegen die von Beobachtern als
solche bezeichnete Wettbewerbsverzerrung geplant, und wenn ja, um welche
Maßnahmen handelt es sich konkret?
3. Wie beurteilt die Bundesregierung die zukünftige Preisentwicklung beim
Zucker in Europa durch den zusätzlichen Import von bis zu ca.
190 000 Tonnen pro Jahr Zucker aus den MERCOSUR-Staaten in Europa
(www.zuckerverbaende.de/wp-content/uploads/2024/12/WVZ_PM_EU-Me
rcosur-Abkommen-1.pdf), und wie hoch sind die Importmengen von
Zucker in Tonnen?
4. Hat sich die Bundesregierung zu dem Wunsch des EU-Agrarkommissars,
die Billigimporte von Zucker aus den MERCOSUR-Staaten zu stoppen
(www.topagrar.com/markt/news/eu-agrarkommissar-hansen-will-billigzuck
er-importe-stoppen-20022699.html), eine eigene Auffassung gebildet, und
wie lautet diese ggf.?
5. Wenn preisstabilisierende Maßnahmen geplant sind (Verweis auf Frage 2),
welche Mechanismen werden in diesem Zusammenhang angewendet, um
die Situation für die deutschen Rübenbauer zu verbessern (z. B.
Subventionen, Handelszölle, Interventionskäufe u. A.)?
6. Inwieweit beeinflussen nach Wissen der Bundesregierung die steigenden
Kosten bei Energie, Arbeit, Düngemitteln sowie CO2-Bepreisung die
Wettbewerbsfähigkeit des Zuckerrübenanbaus und der Zuckerproduktion in
Europa und speziell in Deutschland?
7. Wie kann nach Wissen der Bundesregierung die sinkende Produktion von
Zucker und der Rückgang der Anbauflächen in Deutschland gestoppt
werden (https://lebensmittelpraxis.de/industrie-aktuell/45802-ernteprognose-20
25-deutsche-zuckerproduktion-sinkt-um-5-prozent.html)?
8. Welche Maßnahmen zur Senkung der Produktionskosten im
Zuckerrübenanbau in Deutschland sind nach Einschätzung der Bundesregierung
möglich?
9. Welche Maßnahmen bzw. Sonderregelungen möchte die Bundesregierung
ggf. ergreifen, um die weitere Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade als
gefährlichen Schädling für den Zuckerrübenanbau in Deutschland zu
reduzieren (www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/die-schilf-gla
sfluegelzikade-breitet-sich-rasant-aus)?
Berlin, den 4. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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