polradar

Möglicher Preisanstieg des Stickstoffdüngers durch CO2-Steuer und Grenzausgleichsmechanismen

dip / drucksache 12.12.2025 · WP 21 · 21/3254 · Kleine Anfrage · Original ↗

Im Graph öffnen

Text

Möglicher Preisanstieg des Stickstoffdüngers durch CO2-Steuer und Grenzausgleichsmechanismen [Deutscher Bundestag Drucksache 21/3254 21. Wahlperiode 12.12.2025 Kleine Anfrage der Abgeordneten Julian Schmidt, Stephan Protschka, Peter Felser, Danny Meiners, Christian Reck, Bernd Schattner, Bernd Schuhmann, Dr. Michael Blos, Steffen Janich, Enrico Komning, Dario Seifert, Lars Schieske, Stefan Schröder und der Fraktion der AfD Möglicher Preisanstieg des Stickstoffdüngers durch CO2-Steuer und Grenzausgleichsmechanismen Durch steigende CO2-Abgaben der EU auf Düngerimporte könnten sich für das Jahr 2026 in Deutschland deutlich steigende Stickstoffdüngemittelpreise ergeben (www.topagrar.com/markt/news/wird-dunger-durch-co2-abgabe-im- neuenj ah r - t eu re r -20019112 .html). Der EU-CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) wird die Preise für importierte Düngemittel ab 2026 voraussichtlich erhöhen, da er eine CO2-Abgabe auf diese Importe vorsieht, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Dies könnte die Kosten für Landwirte deutlich steigern, insbesondere bei Stickstoffdüngern, deren Preise laut Rabobank bis 2030 um bis zu 50 Prozent ansteigen könnten (www.bauernzeitung.de/landwirt schaft/pflanze/eu-verschaerft-klimaschutz-duengerpreise-duerften-2026-deutlic h-steigen-286#:~:text=Klimaschutz-,EU%20versch%C3 ProzentA4rft%20Klim aschutz:%20D%C3 ProzentBCngerpreise%20d%C3 ProzentBCrften%202026 Prozent20deutlich%20steigen,Der%20Grund%20ist%20politisch.&text=Der% 20CO2 Prozent2DGrenzausgleich%20der%20EU,Importe%20wie%20D%C3 P rozentBCnger%20einen%20Preis.&text=Dieser%20Inhalt%20wird%20von%2 0bereit,Daten%20verarbeitet%20und%20Cookies%20gesetzt). Mit diesen CO2-Zertifikaten erhofft sich die EU auch den Schutz der heimischen Industrie und weniger CO2-Emissionen. Die heimischen Stickstoffdüngemittelproduktionswerke sollen jeweils eine eigene Bewertung bekommen. Die niedrigen Getreidepreise reduzieren aber aktuell den Stickstoffdüngerkauf durch die deutsche Landwirtschaft (www.topagrar.com/markt/news/niedrige-ge treidepreise-drucken-auf-dungernachfrage-20017921.html). Insbesondere für die heimische Stickstoffproduktion werden umfangreiche Gasmengen benötigt, die zurzeit kostenintensiv importiert werden müssen und damit die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Importware deutlich schwächen. Industrielle Produzenten haben bereits große Anlagen zur Ammoniaksynthese, welches die Ausgangsbasis zur Stickstoffdüngerproduktion ist, in Deutschland stillgelegt (www.agrarheute.com/management/agribusiness/basf-legt-ammonia k-produktion-still-baut-2600-stellen-ab-603952). Wir fragen die Bundesregierung:  1. Welche Mengen an Stickstoffdüngemitteln von welcher Art wurden in Deutschland nach Wissen der Bunderegierung im Jahr 2024 produziert?  2. Wie viel Tonnen von welcher Art von Stickstoffdüngemitteln wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2024 nach Deutschland importiert?  3. Um wie viel Tonnen Stickstoffdüngemittel ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Stickstoffdüngerproduktion in Form von Nitratdünger, Ammoniumdünger und Harnstoff in Deutschland in den letzten fünf Jahren gesunken?  4. Um wie viel Prozent sind die Produktionskosten für Stickstoffdüngemittel in den letzten fünf Jahren in Deutschland durch höherer Energiekosten wegen der CO2-Bepreisung des Produktionsmittels Erdgas nach Wissen der Bundesregierung gestiegen (www.agrarheute.com/management/betrie bsfuehrung/co2-preis-kommt-fall-553593)?  5. An welchen Standorten wurden nach Kenntnissen der Bundesregierung die Stickstoffdüngerproduktion in Deutschland reduziert oder eingestellt, und was waren die Gründe dafür?  6. In welcher Höhe wird die EU nach Kenntnis der Bundesregierung für 2026 Zölle auf Importstickstoffdünger erheben, um den EU-CO2- Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) zu erfüllen (www.carbont rus t.com/de/news-und-insights/insights/cbam-und-duengemittel-was-importe ure-und-exporteure-in-der-eu-beachten-muessen)?  7. In welchem Umfang müssen Düngemittelimporteure nach Wissen der Bundesregierung CBAM-Zertifikate im Jahr 2026 erwerben?  8. Welche Emissionen, in welcher Höhe wird die EU durch die hohen Zolleinnahmen nach Kenntnis der Bundesregierung dadurch voraussichtlich reduzieren?  9. Um wie viel Prozent wird der Stickstoffdüngerpreis in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung für die jeweiligen Stickstoffdüngemittel durch die CBAM-Zertifikate steigen? 10. Für welche Maßnahmen innerhalb der Landwirtschaft möchte die Bundesregierung die zusätzlichen CBAM-Zolleinnahmen in Zukunft verwenden? 11. Liegen der Bundesregierung eigene oder fremde Einschätzungen dazu vor, um wie viel Prozent die Produktionskosten bei Getreide steigen würden, wenn die Stickstoffdüngerkosten um 50 Prozent steigen werden (www.wo chenblatt-dlv.de/politik/50-teurer-eu-klimaregeln-verteuern-stickstoffduen ger-massiv-582430)? 12. Wird die Bundesregierung die heimische Landwirtschaft zur Sicherstellung der Getreideproduktion mit Düngemittelzuschüssen unterstützen? 13. Welche Mengen an stickstoffhaltigen organischen Düngern werden nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland benötigt, um die reduzierte Eigenproduktion von Mineraldüngern zu ersetzen, und in welchen Bereichen werden diese in Zukunft produziert? 14. Welche Folgen haben gesteigerte Produktionskosten z. B. bei Getreide nach Erfahrungen der Bundesregierung bei steigenden Stickstoffdüngerkosten auf die Lebensmittelpreise in Deutschland? 15. Möchte die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen, um den Selbstversorgungsgrad des wichtigsten Pflanzennährstoffes Stickstoff in Deutschland durch Produktionsanreize zu erhöhen, und wenn ja, welche? Berlin, den 21. November 2025 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

Relationen