Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien (Antwort zu Drs. 21/4374)
Text
Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien (Antwort zu Drs. 21/4374)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4713
21. Wahlperiode 12.03.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Denis Pauli, Rocco Kever, Matthias
Rentzsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4374 –
Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung legt seit dem 23. Juni 2005 über das Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie in
Kooperation mit dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt (BMFTR) und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
GmbH verschiedene Programme zur Stärkung von Bildung, Wissenschaft und
Fachkräfteentwicklung in Zentralasien auf. Dazu gehört das Projekt „Studien-
und Fachkräftefonds Zentralasien“, der Studenten und Fachkräfte in den
Ländern Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan
unterstützt und bis zum 31. Dezember 2027 läuft (www.giz.de/de/projekte/studie
n-und-fachkraeftefonds-zentralasien).
Das aktuelle Auftragsvolumen dieses Projektes beträgt 22 690 000 Euro
(www.giz.de/de/projekte/studien-und-fachkraeftefonds-zentralasien).
In Zeiten hoher öffentlicher Ausgaben und des akuten Fachkräftemangels in
Deutschland muss nach Auffassung der Fragesteller geprüft werden, ob solche
internationalen Förderungen den Steuerzahlern einen klaren Nutzen bringen
oder ob sie unkontrolliert zur Abwanderung qualifizierter Kräfte beitragen,
ohne die Region nachhaltig zu stärken.
1. Welche genauen Ziele verfolgt der Studien- und Fachkräftefonds
Zentralasien (bitte die strategische Ausrichtung, einschließlich der Förderung von
Studienplätzen, beruflichen Ausbildungen, Forschungskooperationen und
der Entwicklung von Fachkräften in den Ländern Kasachstan, Kirgisistan,
Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan, detailliert beschreiben)?
Studien- und Fachkräftefonds dienen der Prüfung und Vorbereitung von
Maßnahmen der Technischen Zusammenarbeit (TZ) sowie der Finanzierung von
sonstigen Studien und Gutachten. Auch andere TZ-Maßnahmen geringen
Umfangs können weitgehend über Studien- und Fachkräftefonds durchgeführt
werden. Studien- und Fachkräftefonds werden zur Finanzierung von Studien,
Gutachten und Fachkräften einschließlich der dabei notwendigen Hilfsmittel ver-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 12. März 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
wendet, soweit diese Aufgaben nicht wegen Umfangs und Eigenständigkeit als
eigene Projekte durchgeführt werden.
Die Mittel des Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien werden
länderübergreifend entlang den thematischen Schwerpunkten der Zusammenarbeit mit der
Region Zentralasien der letzten 20 Jahre (nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
und berufliche Bildung, Klima und Umwelt, Gesundheit) eingesetzt.
Im Rahmen des Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien ist keine finanzielle
Förderung von Studienplätzen, beruflicher Aus- und Weiterbildung oder
Forschungskooperationen sowie -aufenthalten für Einzelpersonen im Sinne der
Fragestellung vorgesehen.
2. Wie hoch sind die bisherigen und geplanten Gesamtkosten sowie das
Auftragsvolumen des Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien von 2015 bis
2027 (bitte jährlich aufschlüsseln und nach Förderkategorien wie z. B.
Stipendien, Weiterbildungen, Fachkräfteentwicklung gliedern)?
Das Auftragsvolumen des Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien beträgt
22 690 000 Euro für den Zeitraum 2005 bis 2027. Das Projekt wurde noch
nicht schlussgerechnet, so dass noch keine abschließenden Angaben zu den
Kosten des Projektes vorliegen.
3. Wie viele Personen wurden durch den Studien- und Fachkräftefonds
Zentralasien seit 2015 gefördert (bitte die Verteilung nach den Ländern
Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan,
Fachrichtungen und Bereichen wie z. B. Studium, Ausbildung, Forschung
angeben)?
4. Wie viele der durch den Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien
gewonnenen Teilnehmer haben nach Abschluss ihrer Förderung eine
Ausbildung, ein Studium oder eine Forschungskooperation in Deutschland
absolviert?
5. Wie viele dieser in Frage 4 erfragten Teilnehmer sind anschließend nach
Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland geblieben oder haben hier
eine Arbeit aufgenommen?
6. Wie viele geförderte Personen aus Zentralasien haben in den Jahren 2015
bis 2025 eine Aufenthaltserlaubnis oder Arbeitserlaubnis in Deutschland
beantragt oder erhalten?
Die Fragen 3 bis 6 werden gemeinsam beantwortet.
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
7. Welche Rolle spielt die deutsche Minderheit aus Zentralasien im Rahmen
des Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien, z. B. in Bezug auf
Förderprioritäten, Netzwerke oder kulturelle Brückenfunktion?
8. Wie viele Personen, die zu den deutschen Minderheiten in Zentralasien
gehören, wurden durch den Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien
gefördert, in welchen Bereichen (z. B. Studium, Ausbildung, Forschung)
erfolgte diese Förderung, und wie ist die Verteilung nach Ländern?
Die Fragen 7 und 8 werden gemeinsam beantwortet.
Angehörige der deutschen Minderheit in Zentralasien werden im Sinne der
Fragestellung nicht explizit durch den Studien- und Fachkräftefonds Zentralasien
gefördert.
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ISSN 0722-8333
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