Auslaufen der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Hochschulkooperationsprogramme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und Folgen für die deutsche Außenwissenschafts- und Entwicklungspolitik (Antwort zu Drs. 21/7584)
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Auslaufen der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Hochschulkooperationsprogramme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und Folgen für die deutsche Außenwissenschafts- und Entwicklungspolitik (Antwort zu Drs. 21/7584)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7897
21. Wahlperiode 07.09.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Roth,
Ayse Asar, Schahina Gambir, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/7584 –
Auslaufen der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung geförderten Hochschulkooperationsprogramme des
Deutschen Akademischen Austauschdienstes und Folgen für die deutsche
Außenwissenschafts- und Entwicklungspolitik
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Hochschulkooperationen mit Ländern des Globalen Südens sind ein zentrales
Instrument deutscher Außen-, Wissenschafts- und Entwicklungspolitik. Über
die Programme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)
sind über Jahrzehnte langfristige Partnerschaften mit Hochschulen in Afrika,
Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten entstanden, die nicht nur einzelne
Studierende fördern, sondern ganze Institutionen durch neue Studiengänge,
gemeinsame Forschung, stärkeres Hochschulmanagement und belastbare
Netzwerke stärken. Dieser Ansatz ist nachweislich wirksam: Mit
vergleichsweise geringen Mitteln bauen diese Programme langfristig wirkende
Strukturen auf, die aus dem regulären Hochschulhaushalt nicht gegenfinanziert
werden können (Evaluation der DAAD-Hochschulpartnerschaften 2009 bis 2019,
abrufbar unter: https://static.daad.de/media/daad_de/der-daad/kommunikation-
publikationen/daadevaluationpartnerschaftsprogrammesummaryde.pdf). Die
strategische Bedeutung dieser Programme zeigt sich auch darin, dass
insbesondere China, Russland und die Türkei den akademischen Austausch mit
Ländern des Globalen Südens gezielt intensivieren und als Instrument ihrer
Außenpolitik einsetzen, um geostrategisch ihren Einfluss auszubauen (vgl.
DAAD-Policy Brief „Akademischer Austausch als Instrument
geostrategischer Einflussnahme“, Juni 2026).
Nach aktuellen Plänen des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sollen bis 2031 alle DAAD-Programme
zur Hochschulkooperation mit Ausnahme eines Alumni-Programms
eingestellt werden. Gleichzeitig laufen Programme aus, die bislang aus
Sonderinitiativen des BMZ gefördert wurden. Im Jahr 2025 wurden die betroffenen
Programme noch mit rund 25 Mio. Euro jährlich gefördert. In den vergangenen
fünf Jahren erreichten sie rund 120 000 Menschen in über 70 Ländern, an
denen rund 450 Partnerhochschulen und Partnerinstitutionen beteiligt waren.
Thematisch arbeiteten die Programme an Zukunftsfragen wie Energieversor-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 7. September 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
gung, Wassermanagement, Gesundheit und Digitalisierung (vgl. DAAD-
Pressemitteilung vom 20. Mai 2026; Entschließung der DAAD-
Mitgliederversammlung vom 23. Juni 2026). Renommierte deutsche Hochschulen –
darunter die Technische Universität Berlin, die Universität Bielefeld, die Universität
Potsdam und viele weitere – haben in Stellungnahmen beschrieben, was die
Beendigung für sie konkret bedeutet: den Verlust jahrelang aufgebauter
Partnerschaften, die Unterbrechung laufender Projekte und den Wegfall
wissenschaftlicher Netzwerke, die nicht kurzfristig wiederhergestellt werden können.
Das BMZ hat erklärt, seine künftige DAAD-Förderung auf
Stipendienprogramme konzentrieren zu wollen (Antwort der Bundesregierung auf die
Schriftliche Frage 151 der Abgeordneten Claudia Roth auf
Bundestagsdrucksache 21/6244). Stipendien fördern jedoch individuelle Bildungswege,
während Hochschulkooperationsprogramme darüber hinaus institutionelle
Kapazitäten in den Partnerländern aufbauen – durch Curricula-Entwicklung,
Qualitätssicherung, Forschungsinfrastrukturen und dauerhafte Vernetzung. Dieser
strukturelle Wirkungskanal lässt sich durch Individualförderung nicht
ersetzen.
Aus Sicht der Fragestellenden wirft die Entscheidung grundlegende
prozedurale Fragen auf. Es ist nach Kenntnis der Fragestellenden nicht erkennbar, dass
das BMZ vor seiner Entscheidung eine Folgenabschätzung oder
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unter Einbeziehung langfristiger Effekte vorgenommen
hat oder andere Bundesressorts einbezogen wurden. Darüber hinaus sehen die
Fragestellenden die Entscheidung im Widerspruch zur im Koalitionsvertrag
zwischen CDU, CSU und SPD festgeschriebenen ressortübergreifenden
Stärkung des DAAD und zur neuen BMZ-Strategie, die den DAAD als zentralen
Partner für Hochschulbildung und Forschung benennt. Paradox erscheint
zudem, dass die vom BMZ einberufene entwicklungspolitische Nord-Süd-
Kommission stabile Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens zum Ziel
erklärt, während ebendiese Partnerschaften gleichzeitig eingestellt werden.
Geopolitisch kommt aus Sicht der Fragestellenden erschwerend hinzu, dass
autoritäre Staaten wie Russland oder China Lücken füllen, die durch das
außenwissenschaftspolitische Vakuum entstehen, das die Bundesregierung
hinterlässt. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 bewarben sich über 40 000 Studierende
aus Afrika um die rund 5 000 staatlich finanzierten russischen
Stipendienplätze. China hat sich vorgenommen, allein zwischen 2025 und 2027 im Rahmen
seines Beijing Action Plan 60 000 afrikanische Studierende und 1 000
Forschende ins Land zu holen sowie 30 gemeinsame Forschungslabore zu
gründen. Beide Länder setzen akademische Kooperationen gezielt ein, um
Einfluss, Netzwerke und politische Loyalitäten in Regionen aufzubauen, in denen
Deutschland durch die Einstellung der DAAD-Programme an Präsenz verliert
(vgl. DAAD-Policy Brief „Akademischer Austausch als Instrument
geostrategischer Einflussnahme“, Juni 2026). Der Academic Freedom Index belegt
zudem, dass nur noch knapp 20 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit
geschützter Wissenschaftsfreiheit leben. Ausgerechnet in diesem schrumpfenden
globalen Freiraum werden mit den DAAD-Kürzungen Instrumente
geschwächt, die institutionelle Offenheit und demokratische
Wissenschaftsstrukturen im Globalen Süden stärken.
Parallel dazu liegt die institutionelle Förderung des DAAD im Haushalt des
Auswärtigen Amts im Regierungsentwurf für 2027 mit 204,95 Mio. Euro
deutlich unter dem Niveau von 2023 (222,0 Mio. Euro) (Regierungsentwurf
Bundeshaushalt 2027).
Vor diesem Hintergrund stellen sich für die Fragestellenden grundlegende
Fragen zur Entscheidungsgrundlage, zu den inhaltlichen Folgen und zur
strategischen Kohärenz der deutschen Außenwissenschafts- und
Entwicklungspolitik.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Im Zuge seines Reformprozesses wird das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seine Fördermittel an den
DAAD künftig auf Stipendienprogramme fokussieren. Sie sind Ausdruck
entwicklungspolitischer Stärke des DAAD. Stipendienprogramme dienen der Aus-
und Weiterbildung insbesondere junger Menschen im Globalen Süden sowie
der Qualifizierung von Fach- und Führungskräften in unseren Partnerländern.
Sie zeigen eine unmittelbare und zugleich nachhaltige Wirkung und leisten so
einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.
Auch die Förderung von Alumniprogrammen soll fortgesetzt werden. Sie
tragen zu Aufbau und Pflege langfristiger Netzwerke mit Partnerländern bei und
stärken damit Deutschlands internationale Soft Power. Sie sollen weiterhin aus
dem Haushaltstitel „Berufliche Aus- und Fortbildung“ gefördert werden.
Laufende, über das BMZ geförderte Hochschulkooperationsprogramme des
DAAD mit Ländern des Globalen Südens, sollen im Rahmen ihrer bewilligten
Laufzeit bis zum Jahr 2030 sukzessive auslaufen. Diese Entscheidung ist ein
Ergebnis des Reformprozesses, dem sich das BMZ unter Einbeziehung von
Erfahrungen und Erkenntnissen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft,
unterzogen hat. Dabei wurde auch die Mittelfristige Finanzplanung des Bundes
für den Einzelplan 23 berücksichtigt.
Die DAAD-Förderungen des Auswärtigen Amts (AA) und des
Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), die auch
Programme mit Ländern des Globalen Südens enthalten, sind davon nicht
betroffen.
1. Welche konkreten DAAD-Programme im Zuständigkeitsbereich des
BMZ sind von den Kürzungen betroffen (bitte einzeln nach
Programmname, gefördertem Finanzvolumen und geplanter Auslaufzeit
aufschlüsseln), und wie viele Kooperationen mit Hochschulen in Ländern mit
niedrigem und mittlerem Einkommen werden dadurch vorzeitig beendet
oder nicht verlängert?
Die im Zuständigkeitsbereich des BMZ geförderten DAAD-Programme
werden im Rahmen ihrer bewilligten Laufzeit umgesetzt. Es finden keine
Kürzungen statt.
2. Hat die Bundesregierung vor der Entscheidung, die DAAD-
Hochschulkooperationsprogramme auslaufen zu lassen, eine Folgenabschätzung
vorgenommen, in der kurzfristige Einspareffekte den langfristigen
Folgen für Deutschlands außenwissenschaftliche und entwicklungspolitische
Beziehungen gegenübergestellt wurden, wenn ja, mit welchem Ergebnis,
und wenn nein, warum nicht?
3. Hat die Bundesregierung eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
durchgeführt, die über kurzfristige Einsparungen hinaus auch langfristige Effekte
für Wissensaufbau, Fachkräfteentwicklung und internationale
Partnerschaften einbezieht, und wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Die Fragen 2 und 3 werden gemeinsam beantwortet.
Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen.
4. Wurden der DAAD, die Hochschulrektorenkonferenz sowie betroffene
Hochschulen vor der Entscheidung über das Auslaufen der Programme
konsultiert oder informiert, und wenn ja, in welcher Form, und mit
welchem zeitlichen Vorlauf, und welche anderen Bundesressorts –
insbesondere das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Forschung,
Technologie und Raumfahrt sowie das Bundeskanzleramt – wurden in den
Entscheidungsprozess einbezogen?
Die Entscheidung erfolgte im Rahmen des Reformprozesses in der
Ressortzuständigkeit des BMZ. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung verwiesen.
5. In welchen konkreten thematischen Bereichen und Zielregionen werden
durch das Auslaufen der BMZ-Programme Hochschulkooperationen
beendet (bitte nach Programm und Region, insbesondere für die Bereiche
Energieversorgung, Wassermanagement, Gesundheit und Digitalisierung,
aufschlüsseln)?
Im Rahmen des DIES-Programms (Dialogue on Innovative Higher Education
Strategies) werden bis 31. Dezember 2030 Projekte in Subsahara-Afrika,
Asien, Lateinamerika und im pazifischen Raum durchgeführt. Sie zielen auf eine
Verbesserung des Managements an Hochschulen im Globalen Süden ab, indem
Trainingskurse zu Bereichen wie Leitungs- und Führungsaufgaben,
Qualitätssicherung und Internationalisierung angeboten werden.
Im Rahmen des Exceed-Programms (Hochschulexzellenz in der
Entwicklungszusammenarbeit) werden bis 31. Dezember 2029 Projekte in Subsahara-Afrika,
Asien, Lateinamerika, Nahost, Nordafrika und im pazifischen Raum
durchgeführt. Diese sollen zur Vernetzung von deutschen Hochschulen mit denen des
Globalen Südens beitragen, um der Erfüllung der 17 SDGs zu dienen, darunter
insbesondere auch zu den Bereichen nachhaltige Energien (SDG 7) und
Gesundheit (SDG 3).
Im Rahmen des Programms SDG-Partnerschaften werden bis 31. Dezember
2029 Projekte in Subsahara-Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost, Nordafrika,
im pazifischen Raum und Südosteuropa durchgeführt. Es werden Studiengänge
mit SDG-Bezug gefördert, darunter insbesondere auch zu den Bereichen
Gesundheit, Wassermanagement und nachhaltige Energien.
6. Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse bisheriger
Evaluierungen der DAAD-Hochschulkooperationsprogramme, insbesondere der
Portfolioanalyse und Evaluation der DAAD-Hochschulpartnerschaften
2009 bis 2019 (abrufbar unter: https://static.daad.de/media/daad_de/der-d
aad/kommunikation-publikationen/daadevaluationpartnerschaftsprogram
mesummaryde.pdf), im Hinblick auf die Entscheidung, diese Programme
auslaufen zu lassen?
Evaluierungen tragen zur faktenbasierten Erfolgskontrolle in der Umsetzung
von politischen Konzepten bei und sind daher grundsätzlich fester Bestandteil
von Entscheidungsprozessen im BMZ. Die Fokussierung der BMZ-
Fördermittel für den DAAD auf Stipendien- und Alumniprogramme erfolgte auf
Grundlage einer umfassenden konzeptionellen und strukturellen Neuaufstellung des
BMZ im Zuge seines Reformprozesses.
7. Wie verträgt sich die Entscheidung zum Auslaufen der DAAD-
Hochschulkooperationsprogramme mit der im Koalitionsvertrag zwischen
CDU, CSU und SPD festgeschriebenen ressortübergreifenden Stärkung
des DAAD sowie mit der neuen BMZ-Strategie, die den DAAD als
zentralen Partner für Hochschulbildung und Forschung benennt?
Der DAAD ist und bleibt wichtiger und geschätzter Partner der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit. Mit der BMZ-Reform soll diese partnerschaftlicher,
strategischer und fokussierter aufgestellt werden. Dazu dient auch die
Fortsetzung von Stipendien- und Alumniprogrammen.
8. Sieht die Bundesregierung einen Widerspruch zwischen der Einstellung
der DAAD-Hochschulkooperationsprogramme und dem Auftrag der
vom BMZ einberufenen entwicklungspolitischen Nord-Süd-
Kommission, stabile Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens
aufzubauen und zu erhalten, und wie erklärt sie diesen Widerspruch
gegebenenfalls?
Nein. Die Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission (ENSK) ist eine
Initiative der deutschen Bundesregierung, sie wird aber als international besetztes
Gremium arbeiten. Das im BMZ angesiedelte Sekretariat unterstützt die Arbeit
der Kommission. Die ENSK befindet sich derzeit in ihrer konstituierenden
Phase. Sie soll entwicklungspolitische Empfehlungen für die Bundesregierung
erarbeiten, um die Zusammenarbeit mit dem sogenannten Globalen Süden zu
entwicklungspolitischen Fragen neu auszurichten.
9. Wie bewertet die Bundesregierung die Auswirkungen der Kürzungen bei
den DAAD-Hochschulkooperationsprogrammen auf den Forschungs-
und Innovationsstandort Deutschland, insbesondere mit Blick auf den
Zugang deutscher Hochschulen zu internationalen
Forschungsnetzwerken, zu wissenschaftlichen Talenten sowie zu Forschungsdaten und
Forschungsexpertise aus dem Globalen Süden?
Eine strukturierte Förderung der internationalen Hochschulkooperation, wie
zum Beispiel in Form von Hochschulkooperationsprogrammen, ist
grundsätzlich ein nachhaltiger Weg für langfristig gefestigte bilaterale
Wissenschaftskooperationen mit großer Hebelkraft für den Aufbau internationaler
Forschungsnetzwerke, die Gewinnung wissenschaftlicher Talente sowie dem Zugang zu
Forschungsdaten und –expertise aus dem Globalen Süden. Insofern können
Abstriche bei Kooperationsprogrammen diese Hebelkraft grundsätzlich
einschränken. Gerade in Zeiten geopolitischer Umbrüche ist es von Vorteil, die
internationale Zusammenarbeit regional zu diversifizieren, so wie bereits in der
Strategie der Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsminister von Bund und
Ländern zur Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland (2024 bis
2034) festgehalten.
10. Welche Staaten – insbesondere China, Russland, die Türkei und die
Golfstaaten – bauen nach Kenntnis der Bundesregierung ihr
wissenschaftliches und akademisches Engagement in denselben Regionen und
Themenfeldern aus, aus denen sich Deutschland durch die Einstellung
der DAAD-Programme zurückzieht, und wie bewertet die
Bundesregierung das Risiko, dass Deutschland dadurch dauerhaft an
wissenschaftlichem und außenpolitischem Einfluss in diesen Regionen verliert?
Die Bundesregierung verfolgt die Entwicklungen in den betreffenden Regionen
und Themenfeldern aufmerksam. Es ist festzustellen, dass Russland und China
ihren Einfluss in Afrika im Bereich des wissenschaftlichen und akademischen
Engagements ausbauen. Durch die Fokussierung der DAAD-Förderungen des
BMZ auf Stipendien- und Alumniprogramme sollen internationale Netzwerke,
darunter in Afrika, weiter auf- und ausgebaut werden, und so auch zur
Sicherung deutscher Interessen beitragen.
11. Wie bewertet die Bundesregierung die strategische Bedeutung der
Deutsch-Mongolischen Hochschule für Rohstoffe und Technologie
(DMHT) vor dem Hintergrund der deutschen Rohstoffstrategie und des
Ziels, Abhängigkeiten von China bei kritischen Rohstoffen zu
verringern, und welche Auswirkungen hätte eine Beendigung der Förderung
auf Deutschlands Zugang zu mongolischen Rohstoffvorkommen sowie
auf die Ausbildung dortiger Fachkräfte?
Die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT)
mit ihrer praxisorientierten Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren
leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräfteentwicklung im rohstoff- und
techniknahen Bereich. Als Teil der deutsch-mongolischen
Rohstoffpartnerschaft zielt die Zusammenarbeit mit der Hochschule auf nachhaltigen
Kapazitätsaufbau und eigenständige mongolische Wertschöpfung im wichtigen
Rohstoffsektor und damit einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der
Mongolei als Ziel der Partnerschaft. Zur Bedeutung kritischer Rohstoffe und
seltener Erden aus der Mongolei für die deutsche Versorgungssicherheit vgl. die
Antwort 6 auf die Kleine Anfrage 21/5969; Bundestagsdrucksache 21/5993.
Hinsichtlich möglicher Auswirkungen einer Beendigung der Förderung wird
auf die Antwort zur Frage 12 verwiesen.
12. Sieht die Bundesregierung die Gefahr, dass bei einem deutschen
Förderrückzug aus der akademischen Ausbildung mongolischer Fach- und
Führungskräfte im Rohstoffsektor andere Akteure – insbesondere China oder
Russland – die entstehende Lücke füllen, und welche Konsequenzen
hätte dies für Deutschlands Position im Wettbewerb um
Rohstoffpartnerschaften in der Mongolei?
Die Förderung der Hochschule durch die Bundesregierung erfolgt in Form von
DAAD-Stipendien, der Finanzierung einer DAAD-Dozentur, durch ein
Vorhaben der bilateralen Technischen Zusammenarbeit zur Hochschulentwicklung
sowie durch den Bau eines Multifunktionsgebäudes zu Lehr- und
Forschungszwecken (bilaterale Finanzielle Zusammenarbeit). Die Hochschule ist jedoch
nicht Teil eines DAAD-Hochschulkooperationsprogramms im Sinne dieser
Kleinen Anfrage und damit auch nicht von einem Auslaufen bestehender
Programme betroffen.
13. Wie bewertet die Bundesregierung die Bedeutung von Projekten wie SO-
LID (Strengthening Social Work for Addiction & Health in Central Asia
and China), koordiniert durch die Technische Hochschule Nürnberg mit
Partnerhochschulen in Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und China,
für die Umsetzung der Zentralasienstrategie der Bundesregierung im
Rahmen des C5+1‑Formats, und sieht sie die Gefahr, dass durch die
BMZ-Kürzungen die Nachhaltigkeit solcher Projekte und der von ihnen
aufgebauten akademischen Strukturen in den Partnerländern gefährdet
wird?
Die Umsetzung des genannten Projektes erfolgt im Rahmen des Exceed-
Programms und wird in diesem Rahmen planmäßig noch bis zum Ende des Jahres
2029 umgesetzt. Die beteiligten Hochschulen erhalten so genügend Zeit, um
ihre Partnerschaften nachhaltig zu sichern, flankiert von der zukünftig
geplanten Fortsetzung der Stipendien- und Alumniprogramme aus Fördermitteln des
BMZ.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
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