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Haltung von Mast- und Zuchtkaninchen in Deutschland

dip / drucksache 17.02.2026 · WP 21 · 21/4154 · Kleine Anfrage · Original ↗

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Haltung von Mast- und Zuchtkaninchen in Deutschland Deutscher Bundestag Drucksache 21/4154 21. Wahlperiode 17.02.2026 Kleine Anfrage der Abgeordneten Ina Latendorf, Luigi Pantisano, Marcel Bauer, Lorenz Gösta Beutin, Violetta Bock, Jorrit Bosch, Dr. Fabian Fahl, Katalin Gennburg, Mareike Hermeier, Caren Lay, Sahra Mirow, David Schliesing, Sascha Wagner und der Fraktion Die Linke Haltung von Mast- und Zuchtkaninchen in Deutschland Das Kaninchen ist ein Lauf- und Fluchttier. Es lebt in der freien Wildbahn in großen Gemeinschaftsverbänden und Familiengruppen zusammen und reagiert sehr empfindlich auf unsachgemäße und dem natürlichen Verhaltens- und Bewegungsspektrum nicht angepasste Haltungsformen. Sowohl in der intensiven landwirtschaftlichen Kaninchenmast und Kaninchenzucht als auch in den meisten Heimtierhaltungen wird weder dem Bewegungsdrang und dem ausgeprägten Sozialverhalten noch dem Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten und aktiver Futtersuche nachgekommen. Schwere Verhaltensstörungen und Verletzungen bis hin zu komplexen Krankheitsbildern können die Folge sein. Strukturierte und ausgestaltete Käfige, Boden- oder Freilandhaltung bieten den Tieren die Möglichkeit, sich von den Artgenossen zurückzuziehen sowie ungestört Futter und Wasser aufzunehmen. Der Platzbedarf eines Kaninchens muss sich sowohl an seiner Körpergröße als auch an seinem Bewegungsbedarf ausrichten. Die Freilandhaltung von Kaninchen kommt den natürlichen Ansprüchen am nächsten. Im Gegensatz dazu werden nur im geringeren Maße artspezifische Bedürfnisse bei der Haltung in ausgestalteten strukturierten Käfigen abgedeckt. Statistiken zur Haltung von Kaninchen, Verbrauch von Kaninchenfleisch sowie Import und Export sind rar und werden nicht zentral erfasst (vgl. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 18/8029). Die Haltung von Mast- und Zucht-Kaninchen wird seit 2014 in der Tierschutz- Nutztierhaltungsverordnung geregelt. Wir fragen die Bundesregierung: 1. Welche Informationen liegen der Bundesregierung über den Bestand an Mast- und Zucht-Kaninchen in Deutschland vor? a) Wie hat sich der Bestand in den vergangenen zehn Jahren entwickelt (bitte einzeln nach Jahren aufschlüsseln)? b) Wie verteilt sich dieser Bestand auf gewerbliche und auf private Haltungen? 2. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die gewerbliche Kaninchenmast in Deutschland (bitte nach Betriebsgrößen, Haltungsverfahren, Bundesländern und Standorten aufteilen)? 3. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die gewerbliche Kaninchenzucht in Deutschland (bitte nach Betriebsgrößen, Haltungsverfahren, Bundesländern und Standorten aufteilen)? 4. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die gewerbliche Kaninchenhaltung zur Gewinnung von Wolle oder Blut in Deutschland (bitte nach Betriebsgrößen, Haltungsverfahren, Bundesländern und Standorten aufteilen)? 5. Welche Informationen liegen der Bundesregierung über den Import und Export von Kaninchenfleisch vor (Menge und Länder), und wie haben sich Import und Export in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? 6. Welche Informationen liegen der Bundesregierung über den Pro-Kopf- Verbrauch von Kaninchenfleisch in Deutschland vor, wie hat sich dieser in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? 7. Wie bewertet die Bundesregierung die Regelungen zur Haltung von Mast- und Zuchtkaninchen in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, und plant sie eine Weiterentwicklung derselben (z. B. Bodenbeschaffenheit, Einstreu, Beschäftigungsmaterial, Besatzdichte, etc.)? 8. Wird sich die Bundesregierung für EU-weite Haltungsvorschriften zur gewerblichen Kaninchenhaltung einsetzen (bitte begründen), die die Kritik der EFSA (European Food Safety Authority) berücksichtigen (vgl. EFSA (2020): Health and welfare of rabbits farmed in different production systems, https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2020.5944)? 9. Wird die Bundesregierung bei der geplanten Ausweitung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes auf andere Nutztiere die Kennzeichnungspflicht mittelfristig auch auf Kaninchenfleisch ausweiten (bitte begründen)? Berlin, den 16. Februar 2026 Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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