polradar

Mortalität von landwirtschaftlich gehaltenen Tieren und anderen Tierarten (Antwort zu Drs. 21/3797)

dip / drucksache 10.02.2026 · WP 21 · 21/4071 · Antwort · Original ↗

Im Graph öffnen

Text

Mortalität von landwirtschaftlich gehaltenen Tieren und anderen Tierarten (Antwort zu Drs. 21/3797) Deutscher Bundestag Drucksache 21/4071 21. Wahlperiode 10.02.2026 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ina Latendorf, Luigi Pantisano, Marcel Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke – Drucksache 21/3797 – Mortalität von landwirtschaftlich gehaltenen Tieren und anderen Tierarten V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Millionen der in Deutschland landwirtschaftlich gehaltenen Tiere sterben auf landwirtschaftlichen Betrieben frühzeitig, auch ohne in die Herstellung von Lebens- oder Futtermitteln einzugehen (DeStatis 2023, Online: DeStatis_202 3_Falltiere, letzter Zugriff: 28. November 2025). Zu den Todesursachen gehören Erkrankungen oder Verletzungen (u. a. durch ungeeignete Haltungsbedingung und bzw. oder leistungsbedingte Überlastung), Tierseuchen, Stallbrände und andere Havarien. Bis heute gibt es keine standardisierte bundesweite Erfassung und Dokumentation dieser sogenannten Falltiere und deren Todesursachen (außer bei Rindern). Der von der Bundesregierung der vergangenen Legislaturperiode erarbeitete Entwurf zur Reformierung des Tierschutzgesetzes sah die Kennzeichnung und Kontrolle der Falltiere auf tierschutzrelevante Befunde vor (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 2024, S. 18 bis 20, Online: RefENov TierSchG, letzter Zugriff: 28. November 2025) Auch wenn der Entwurf diese nur für Schweine und Rinder vorsah und weder Kontrollintensität, Kontrollinhalt oder Kontrollkonsequenz ausreichend definierte, ist dieser Schritt nach wie vor ein Minimum dessen, was notwendig ist, um Tierschutzprobleme zurückverfolgen und abstellen zu können. Im Rahmen unterschiedlicher Erfassungssysteme (z. B. HI-Tier [ Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere], QS-Datenbank [Prüfsystem für Lebensmittelsicherheit], Antibiotikadatenbank, KAT [Kontrollierte alternative Tierhaltung]) werden zumindest die Mortalitätsraten bzw. Zugangs- und Abgangsdaten in den Betrieben erhoben. Diese können von Veterinärbehörden eingesehen und ausgewertet werden. Für manche Tierarten sind darüber hinaus auch Einzeltierdaten verfügbar. Um diese Daten für die Öffentlichkeit transparent zu machen und Möglichkeiten zur Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere abzuleiten, wird um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat vom 9. Februar 2026 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.  1. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Rindern in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?  2. Wie hoch waren die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Rindern in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten, sofern verfügbar (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor.  3. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Rindern in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen? Der Gesamtbestand an Rindern betrug zum Stichmonat November 2025 10 420 269 Tiere (Viehbestandserhebung). Weitere Einzelheiten können dem Link entnommen werden: www-genes is .des ta t i s .de/da tenbank/onl ine/ url/0b37d779.  4. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Schweinen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?  5. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Schweinen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 4 und 5 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor.  6. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Schweinen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen? Der Gesamtbestand an Schweinen betrug zum Stichmonat November 2025 21 488 600 Tiere (Viehbestandserhebung). Weitere Einzelheiten können dem Link entnommen werden: www-genes is .des ta t i s .de/da tenbank/onl ine/ url/1a9c571f.  7. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Legehennen, Puten, Masthühnern, Mastenten und Gänsen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Zuchtform (z. B. Hybride) und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)?  8. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Legehennen, Puten, Masthühnern, Mastenten und Gänsen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Zuchtform (z. B. Hybride) und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 7 und 8 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor.  9. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Legehennen, Puten, Masthühnern Mastenten und Gänsen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern, Zuchtform (z. B. Hybride) und Tierart? Der Gesamtbestand an Geflügel betrug zum Stichtag 1. März 2023 166 893 000 Tiere (Landwirtschaftszählung). Weitere Einzelheiten können dem Link entnommen werden: www-genesis.destatis.de/datenbank/online/url/39d56623. 10. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Ziegen und Schafen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? 11. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Ziegen und Schafen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten, (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 10 und 11 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor. 12. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Ziegen und Schafen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen? Der Gesamtbestand an Ziegen und Schafen betrug zum Stichtag 1. März 2023 1 985 000 Tiere (Landwirtschaftszählung). Weitere Einzelheiten können dem Link entnommen werden: www-genes is .des ta t i s .de/da tenbank/onl ine/ url/7e3a9dc6. 13. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Fischen und anderen aquatischen Lebewesen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Betriebsart und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? 14. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Fischen und anderen aquatischen Lebewesen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Betriebsart und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 13 und 14 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor. 15. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Fischen und anderen aquatischen Lebewesen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern und Tierart? Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. 16. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Equiden in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Zweck der Tierhaltung (z. B. Sport) und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? 17. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Equiden in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 16 und 17 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor. 18. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Equiden in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern und Tierart? Der Gesamtbestand an Einhufern (Equiden) betrug zum Stichtag 1. März 2023 486 500 Tiere (Landwirtschaftszählung). Weitere Einzelheiten können dem Link entnommen werden: www-genes is .des ta t i s .de/da tenbank/onl ine/ url/12998b2b. 19. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Kaninchen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? 20. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendeten oder getöteten Kaninchen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen und mit Totgeburten, (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 19 und 20 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor. 21. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Kaninchen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern, Tierart, Alters- und Nutzungsgruppen sowie Betriebsgrößen? Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. 22. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Mortalitätsrate von Gehegewild sowie von zu Jagdzwecken gezüchteten und eingesetzten Enten und Fasanen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? 23. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Einzeltierzahlen von im Betrieb als Falltiere verendetem oder getötetem Gehegewild sowie von zu Jagdzwecken gezüchteten und eingesetzten Enten und Fasanen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Bundesländern und Tierart (bitte Schätzwerte angeben, wenn keine genaueren Daten möglich sind)? Die Fragen 22 und 23 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die erbetenen Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor. 24. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Gesamtbestand an Gehegewild sowie von zu Jagdzwecken gezüchteten und eingesetzten Enten und Fasanen in den letzten fünf Jahren, differenziert nach Jahr, Bundesländern und Tierart? Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. 25. Welche konkreten Maßnahmen gibt es vonseiten der Bundesregierung, um das im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD festgeschriebene Ziel zu erreichen, „eine praxistaugliche Rechtsgrundlage für Kontrolle und Kennzeichnung von toten Tieren in Verarbeitungsbetrieben tierischer Nebenprodukte zu schaffen“? a) Wie ist der Zeitplan für die Umsetzung dieses Versprechens? b) Werden in der geplanten Rechtsgrundlage alle Tierarten und auch Totgeburten erfasst sein, und wenn nein, welche sind die Gründe für die Ausnahmen von Tierarten oder Totgeburten? c) Sind konkrete Vorgaben zu Frequenz und Ablauf der Kontrollen vorgesehen, wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht? d) Ist auch eine einheitliche bundesweite Erfassung der sogenannten Falltiere inklusive ihrer Todesursache, z. B. im Rahmen einer Erweiterung der HIT-Datenbank (Herkunftssicherungs- und Informationssystem Tiere), geplant, und wenn nein, welche sind die Gründe? Die Fragen 25 bis 25d werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Im Koalitionsvertrag der laufenden Legislaturperiode haben die regierungstragenden Fraktionen vereinbart, den Tierschutz zu stärken. Eine Reihe diesbezüglicher Maßnahmen ist dort festgehalten. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird derzeit innerhalb der Bundesregierung vorbereitet bzw. geprüft. Zu den erfragten Details ist daher noch keine Festlegung erfolgt. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

Relationen