Beitragsanstiege in der privaten Krankenversicherung
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Beitragsanstiege in der privaten Krankenversicherung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3260
21. Wahlperiode 15.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Claudia
Weiss, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger,
Nicole Hess, Dr. Christoph Birghan, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Alexis L.
Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann,
Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD
Beitragsanstiege in der privaten Krankenversicherung
Laut Presseberichten steigen seit einigen Jahren die Beiträge in der privaten
Krankenversicherung (PKV) deutlich stärker als in der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV), was die langfristige Bezahlbarkeit der PKV gefährde
(www.welt.de/wirtschaft/plus690e6d050166cd59ef998813/private-krankenvers
icherung-darum-muessen-privatversicherte-die-zukunft-fuerchten.html). Im
Jahr 2026 droht in der PKV eine weitere außergewöhnliche Beitragsexplosion
mit prognostizierten Erhöhungen von bis zu 13 Prozent für über 60 Prozent der
Versicherten (www.focus.de/finanzen/2026-wird-ein-rekordjahr-die-stille-koste
nexplosion-in-der-pkv_9546bf77-1521-454b-9869-0d72b8011cd8.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Warum wird die vollständige Mitnahme von Altersrückstellungen beim
Versicherungswechsel gesetzlich nicht vorgeschrieben, obwohl dies nach
Ansicht der Fragesteller den Lock-in-Effekt aufheben und Wettbewerb
fördern könnte?
2. Inwiefern profitieren „alte“ Versicherer von einem „windfall profit“ durch
nicht mitgenommene Altersrückstellungen, und warum wird dies nicht als
unfairer Wettbewerbsvorteil reguliert?
3. Warum ist die Mitnahme von Altersrückstellungen altersabhängig
begrenzt (Gesetz zur Reform des Versicherungsvertragsrechts,
Bundestagsdrucksache 16/3945), und teilt die Bundesregierung die Einschätzung der
Fragesteller, dass dies dazu beiträgt, dass ältere Versicherte besonders von
der Beitragsexplosion betroffen sind, ohne Ausweichmöglichkeiten, und
wenn nein, warum nicht?
4. Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, wie der mangelnde
Wettbewerb durch Wechselschwierigkeiten dazu beiträgt, dass PKV-Anbieter
keinen Anreiz haben, gegen die medizinische Inflation (z. B. teurere
Untersuchungen wie Magnetresonanztomografie [MRT] statt Röntgen)
aktiv vorzugehen?
5. Warum gibt es in der PKV im Gegensatz zur GKV (Fünftes Buch
Sozialgesetzbuch – SGB V) keine Budgetgrenzen für Ärzte, und teilt die
Bundesregierung die Einschätzung der Fragesteller, dass dies einen
„Mengenanreiz“ fördert, der die Beitragsexplosion antreibt, ohne dass Wettbewerb
durch Wechsel korrigierend wirkt, und wenn nein, warum nicht?
6. Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, inwieweit eine gesetzliche
Pflicht zur vollständigen Mitnahme von Altersrückstellungen die
Beitragsexplosion stoppen würde, und plant die Bundesregierung dies per Gesetz
zu ermöglichen, und wenn nein, warum nicht?
7. Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, wie sich der mangelnde
Wettbewerb auf vulnerable Gruppen wie ältere oder
einkommensschwache Privatversicherte auswirkt, und welche gesundheitspolitischen
Reformen plant die Bundesregierung zwecks Unterstützung dieser
Personengruppen?
8. Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der Fragesteller, dass es nach
wie vor an Transparenz bei der Berechnung und Mitnahme von
Altersrückstellungen fehlt, wenn ja, was sind die Gründe dafür, und wenn nein,
warum nicht?
9. Inwieweit tragen nach Ansicht der Bundesregierung die ständig neu
aufgesetzten Tarifwerke (neue junge Tarife, die dazu führen, dass alte Tarife
überaltern und sich verteuern) der privaten Krankenversicherungen zur
Beitragsexplosion gerade bei älteren Versicherten bei (www.focus.de/fina
nzen/2026-wird-ein-rekordjahr-die-stille-kostenexplosion-in-der-pkv_954
6bf77-1521-454b-9869-0d72b8011cd8.html)?
10. Welche Regulierungsmöglichkeiten sieht die Bundesregierung, um die
Tarifwerke der privaten Krankenversicherer im Sinne der älteren
Privatversicherten zu reformieren?
Berlin, den 3. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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