Kinderkrankenpflege in Deutschland - die Lage der Versorgung und der Ausbildung von Pflegekräften in der Pädiatrie
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Kinderkrankenpflege in Deutschland - die Lage der Versorgung und der Ausbildung von Pflegekräften in der Pädiatrie
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1687
21. Wahlperiode 17.09.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Claudia
Weiss, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger,
Nicole Hess, Dr. Christoph Birghan, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Alexis L.
Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann und
der Fraktion der AfD
Kinderkrankenpflege in Deutschland – Die Lage der Versorgung und der
Ausbildung von Pflegekräften in der Pädiatrie
Mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung nach dem
Pflegeberufegesetz (PflBG) wurde die bislang eigenständige Ausbildung zur
Gesundheits‑ und Kinderkrankenpflege in die generalistische Ausbildung
integriert. Seitdem ist eine Schwerpunktsetzung in der Pädiatrie über einen
sogenannten Vertiefungseinsatz und eine abweichende Abschlussbezeichnung (§ 62
PflBG) formal weiterhin möglich. Die praktische Umsetzung dieser
Spezialisierung erfolgt allerdings nur noch in Ausnahmefällen. So haben im Jahr 2023
rund 33 600 Personen die generalistische Ausbildung abgeschlossen. Nur ca.
300 davon haben aber einen Abschluss mit dem Schwerpunkt Gesundheits‑ und
Kinderkrankenpflege erlangt (www.presseportal.de/pm/32102/5829450).
Gleichzeitig wird festgestellt, dass aktuell zu wenige Ausbildungsplätze mit
Schwerpunkt Kinderkrankenpflege vorhanden sind (www.deutschlandfunkkult
ur.de/kinderklinik-krankenhaus-kinder-personalmangel-pflege-pflegenotstand-
100.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Inwieweit liegen der Bundesregierung aktuelle bundesweite Zahlen vor
zum Anteil der Auszubildenden und Absolventen mit dem Schwerpunkt
Kinderkrankenpflege (bitte nach Jahrgang von 2019 bis 2024
aufschlüsseln), und welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung daraus?
2. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit Einführung der
generalistischen Pflegeausbildung (PflBG) ggf. ergriffen, um bundesweit die
Kapazität für Ausbildungsplätze mit Schwerpunkt Kinderkrankenpflege
signifikant zu erhöhen?
3. Welche rechtlichen und praktischen Möglichkeiten sieht die
Bundesregierung ggf., um den Anteil verpflichtender pädiatrischer Ausbildungs- und
Praxiseinsätze innerhalb der generalistischen Pflegeausbildung zu erhöhen
(z. B. Anpassung der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung
[PflAPrV], Ermöglichung zusätzlicher Pflichtstunden, Förderung von
Vertiefungseinsätzen)?
4. Sieht die Bundesregierung eine Möglichkeit, für die Krankenhäuser und
Einrichtungen mit pädiatrischer Versorgung Anreizmodelle (finanzielle
Anreize, zusätzliche Ausbildungsbudgets, Kooperationsofferten) zu schaffen,
um mehr pädiatrische Praktikums‑ und Ausbildungsplätze bereitzustellen,
wenn ja, welche und in welchem zeitlichen Rahmen, und wenn nein,
warum nicht?
5. Plant die Bundesregierung eine gezielte finanzielle Förderung oder
Sonderregelung im Bundeshaushalt (z. B. Zuschläge, Förderprogramme oder
Sonderbudgets) zur Stärkung der Ausbildung in der Kinderkrankenpflege für
das Haushaltsjahr 2026 bzw. anschließend (wenn ja, bitte Höhe,
Zweckbindung und Begünstigte angeben)?
6. Hat sich die Bundesregierung zu der Argumentation, dass die
Generalisierung der Ausbildung wegen beschränkter praktischer Kapazitäten dazu
geführt habe, dass die pädiatrische Spezialisierung faktisch nur noch in
Ausnahmefällen umgesetzt wird, eine eigene Auffassung gebildet, und wenn ja,
wie lautet diese?
7. Welche Maßnahmen zur Verbesserung der Praxiskapazitäten hält die
Bundesregierung ggf. für geeignet?
8. Welche Rolle sieht die Bundesregierung ggf. für private Bildungsträger,
Krankenhäuser und ambulante Einrichtungen bei der Schaffung
zusätzlicher pädiatrischer Ausbildungsplätze, und welche konkreten
Unterstützungs- oder Steuerungsinstrumente sind hierzu ggf. vorgesehen?
9. Gibt es auf Bundesebene ein gesamtstaatliches Konzept oder eine
langfristige Strategie, die über punktuelle Maßnahmen hinausgehend den
dauerhaften Fachkräftebedarf in der Kinderkrankenpflege adressiert (wenn ja, bitte
Maßnahmen, Zeitplan und zu erwartende Wirkungen darlegen, und wenn
nein, aus welchen Gründen nicht)?
Berlin, den 15. September 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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