Finanzielle Ausstattung des Abraham Geiger Kollegs (Antwort zu Drs. 21/955)
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Finanzielle Ausstattung des Abraham Geiger Kollegs (Antwort zu Drs. 21/955)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1104
21. Wahlperiode 31.07.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bodo Ramelow, Clara Bünger, Anne-
Mieke Bremer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/955 –
Finanzielle Ausstattung des Abraham Geiger Kollegs
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
In Deutschland gilt die Trennung zwischen Staat und
Religionsgemeinschaften, somit darf sich der Staat niemals in die inneren Angelegenheiten einer
Kirche, Religionsgemeinschaft bzw. Konfession einmischen. Zudem gilt das
Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften. Wenn staatliches Geld
eingesetzt wird, muss dieser Grundsatz Beachtung finden. Wird Theologie an
staatlichen Hochschulen unterrichtet oder angeboten, handelt es sich um ein
Angebot, das jede und jeder unabhängig von der eigenen Anschauung nutzen
können muss. Dient das Studium außerdem zur Vorbereitung auf ein
geistliches Amt, gelten die Regeln der Religionsgemeinschaft als Teil der religiösen
Selbstbestimmung. In Deutschland ist das Theologiestudium konfessionell
unterschieden. Staatlich „geprüfte“ Pfarrer, Pastoren, Rabbiner oder Imame kann
bzw. darf es in Deutschland nicht geben. Das Ordinationsrecht ist und bleibt
strikt an die jeweilige Konfession gebunden. Die finanziellen Mittel für das
Abraham Geiger Kolleg wurden im Haushaltsentwurf 2025 jedoch gänzlich
gestrichen.
1. Wie viel Geld aus dem Bundeshaushalt bekommt der Zentralrat der Juden
in Deutschland für die laufende Förderung der Hochschule für Jüdische
Studien Heidelberg?
a) Wie waren die Entwicklungen der Finanzzuweisungen in den letzten
zehn Jahren (bitte nach Jahren aufgliedern)?
Die Fragen 1 und 1a werden gemeinsam beantwortet.
Zur Beantwortung wird auf die Anlage 1* verwiesen.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 21/1104 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 31. Juli 2025
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Wie viele Studierende sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit an
der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg eingeschrieben, und wie
war die Entwicklung in den letzten zehn Jahren, und gibt es Erkenntnisse,
wie viele jüdische Studierende es gibt (bitte nach Jahren aufgegliedert
angeben)?
Zur Beantwortung wird auf die Anlage 2* verwiesen. Nach Kenntnis der
Bundesregierung erfolgt keine Angabe zur Religionszugehörigkeit als
Voraussetzung für eine Einschreibung an der Hochschule für Jüdische Studien.
a) Wie viele Rabbiner werden derzeit an der Hochschule für Jüdische
Studien Heidelberg ausgebildet?
b) Mit welcher jüdischen Denomination ist nach Kenntnis der
Bundesregierung die Hochschule Heidelberg verbunden (bitte nach
Denominationen aufschlüsseln)?
Die Fragen 2a und 2b werden gemeinsam beantwortet.
Nach Kenntnis der Bundesregierung bildet die Hochschule für Jüdische Studien
keine Rabbiner aus, sie ist mit keiner bestimmten Richtung innerhalb des
Judentums verbunden.
c) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden von welcher jüdischen
Denomination in Heidelberg ordiniert, und wenn keine Rabbiner und
Kantoren ordiniert wurden, warum ist dies nicht geschehen, wie
begründet die Bundesregierung in diesem Fall die Mittelzuwendungen,
und sind zukünftig Ordinationen geplant?
Es wird auf die gemeinsame Antwort zu den Fragen 2a und 2b verwiesen. Die
Bundesregierung fördert die Hochschule für Jüdische Studien zur
wissenschaftlichen Vermittlung der Vielschichtigkeit des Judentums.
3. Wie wird aus Sicht der Bundesregierung die Mitwirkung der jüdischen
Religionsgemeinschaft am Institut für Jüdische Theologie an der
Universität Potsdam gewährleistet?
a) Wie viele Studierende hat das Institut für Jüdische Theologie an der
Universität Potsdam laut Kenntnis der Bundesregierung seit Gründung
ausgebildet?
b) Mit welcher jüdischen Denomination ist laut Kenntnis der
Bundesregierung das Institut für Jüdische Theologie an der Universität
Potsdam verbunden?
Die Fragen 3 bis 3b werden gemeinsam beantwortet.
Für das Institut für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam besteht
seitens des Bundes keine Zuständigkeit. Es hat weder in der Vergangenheit
Bundeszuwendungen erhalten noch ist dies aktuell der Fall. Die Bundesregierung
verfügt über keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung.
4. Wie hoch war die Förderung aus Bundeshaushalten für das Abraham
Geiger Kolleg in Potsdam, und wie waren die Finanzzuweisungen in der
Entwicklung der letzten zehn Jahre (bitte nach Jahren aufgliedern)?
Zur Beantwortung wird auf die Anlage 3* verwiesen.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 21/1104 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
a) Wie viele Studierende sind derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung
am Abraham Geiger Kolleg eingeschrieben, und wie war die
Entwicklung in den letzten zehn Jahren (bitte nach Jahren gegliedert angeben)?
d) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden am Abraham Geiger Kolleg
seit Bestehen ordiniert?
Die Fragen 4a und 4d werden gemeinsam beantwortet.
Die genaue Anzahl der Studierenden am Abraham Geiger Kolleg sowie die
genaue Anzahl der am Abraham Geiger Kolleg erworbenen Abschlüsse und durch
das Abraham Geiger Kolleg erteilten Ordinationen sowie deren Entwicklung
war für die institutionelle Förderung des Abraham Geiger Kollegs aus
Bundesmitteln kein Entscheidungskriterium und wurde entsprechend nicht
systematisch erfasst. Laut Jahresbericht des Abraham Geiger Kollegs für 2023
studierten am Abraham Geiger Kolleg 18 Studierende im Jahr 2023, und es
verzeichnete laut Jahresbericht 2023 seit Bestehen (1999) 54 Absolventinnen und
Absolventen.
b) Werden am Abraham Geiger Kolleg auch nichtjüdische Studierende
aufgenommen?
Laut dem o. g. Jahresbericht können am Abraham Geiger Kolleg nur
Studierende aufgenommen werden, die jüdisch sind.
c) Mit welcher jüdischen Denomination ist laut Kenntnis der
Bundesregierung das Abraham Geiger Kolleg verbunden?
Nach Kenntnis der Bundesregierung versteht sich das Abraham Geiger Kolleg
als Teil der weltweiten liberalen progressiven jüdischen Bewegung und fühlt
sich der Weltunion für progressives Judentum und deren europäischer und
nationaler Vertretung zugehörig.
5. Wie hoch sind die aktuellen finanziellen Zuwendungen aus
Bundeshaushalten an die Nathan Peter Levinson Stiftung in Potsdam?
a) Wie hoch waren die Finanzzuweisungen der letzten zehn Jahre (bitte
nach Jahren aufgliedern)?
b) Wie viele Studierende sind derzeit bei der Nathan Peter Levinson
Stiftung eingeschrieben, und wie war die Entwicklung in den letzten zehn
Jahren, werden nichtjüdische Studierende aufgenommen, und zu
welcher jüdischen Denomination gehören die Studierenden (bitte nach
Jahren und Konfessionen gegliedert angeben)?
c) Welche jüdischen Denominationen verantworten die Rabbiner- und
Kantorenausbildungen an der Nathan Peter Levinson Stiftung?
d) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden an der Nathan Peter
Levinson Stiftung ordiniert, und falls bisher keine Ordinationen
stattgefunden haben, was sind die Gründe dafür, und sind zukünftig
Ordinationen geplant?
Die Fragen 5 bis 5d werden gemeinsam beantwortet.
Die Nathan Peter Levinson Stiftung wird aktuell nicht aus dem Bundeshaushalt
gefördert. Eine Förderung im Jahr 2025 steht unter dem Vorbehalt einer
entsprechenden Verabschiedung des Bundeshaushaltes 2025 per Haushaltsgesetz
sowie der erforderlichen zuwendungsrechtlichen Prüfungen und Beteiligungen.
Anlage 1 zur Antwort auf Frage 1, 1 a) zur KA 21/955 der Fraktion Die Linke
Übersicht der Bundeszuwendungen an die Hochschule für Jüdische Studien
Heidelberg von 2015 bis 2025
Kalenderjahr Höhe der
Bundeszuwendung
für die Hochschule für
Jüdische Studien
2015 481.600 Euro
2016 498.743 Euro
2017 515.886 Euro
2018 515.886 Euro
2019 515.886 Euro
2020 582.003 Euro
2021 600.988 Euro
2022 643.045 Euro
2023 648.729 Euro
2024 723.000 Euro
2025 743.000 Euro
Anlage 2 zur Antwort auf Frage 2 zur KA 21/955 der Fraktion Die Linke
Übersicht der eingeschriebenen Studierenden seit 2015 an der Hochschule für
Jüdische Studien Heidelberg
Kalenderjahr Anzahl der
eingeschriebenen
Studierenden der
Hochschule für Jüdische
Studien
WS 2015/16 105
WS 2016/17 114
WS 2017/18 106
WS 2018/19 93
WS 2019/20 103
WS 2020/21 104
WS 2021/22 111
WS 2022/23 105
WS 2023/24 106
WS 2024/25 114
SS 2025 144
Anlage 3 zur Antwort auf Frage 4 zur KA 21/955 der Fraktion Die Linke
Übersicht der Bundeszuwendungen an das Abraham Geiger Kolleg von 2015 bis
2025
Kalenderjahr Höhe der
Bundeszuwendung
für das Abraham Geiger
Kolleg in Potsdam
2015 310.000 Euro
2016 350.000 Euro
2017 350.000 Euro
2018 350.000 Euro
2019 380.000 Euro
2020 388.000 Euro
2021 388.000 Euro
2022 388.000 Euro
2023 388.000 Euro
2024 0,00, Euro
2025 0,00 Euro
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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