Finanzielle Ausstattung des Abraham Geiger Kollegs
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Finanzielle Ausstattung des Abraham Geiger Kollegs
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/955
21. Wahlperiode 22.07.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Bodo Ramelow, Clara Bünger, Anne-Mieke Bremer, Agnes
Conrad, Mandy Eißing, Katrin Fey, Dr. Gregor Gysi, Mareike Hermeier, Luke Hoß,
Ferat Koçak, Jan Köstering, Ina Latendorf, Sonja Lemke, Heidi Reichinnek, David
Schliesing, Julia-Christina Stange, Aaron Valent, Donata Vogtschmidt, Christin
Willnat und der Fraktion Die Linke
Finanzielle Ausstattung des Abraham Geiger Kollegs
In Deutschland gilt die Trennung zwischen Staat und Religionsgemeinschaften,
somit darf sich der Staat niemals in die inneren Angelegenheiten einer Kirche,
Religionsgemeinschaft bzw. Konfession einmischen. Zudem gilt das
Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften. Wenn staatliches Geld eingesetzt
wird, muss dieser Grundsatz Beachtung finden. Wird Theologie an staatlichen
Hochschulen unterrichtet oder angeboten, handelt es sich um ein Angebot, das
jede und jeder unabhängig von der eigenen Anschauung nutzen können muss.
Dient das Studium außerdem zur Vorbereitung auf ein geistliches Amt, gelten
die Regeln der Religionsgemeinschaft als Teil der religiösen
Selbstbestimmung. In Deutschland ist das Theologiestudium konfessionell unterschieden.
Staatlich „geprüfte“ Pfarrer, Pastoren, Rabbiner oder Imame kann bzw. darf es
in Deutschland nicht geben. Das Ordinationsrecht ist und bleibt strikt an die
jeweilige Konfession gebunden. Die finanziellen Mittel für das Abraham
Geiger Kolleg wurden im Haushaltsentwurf 2025 jedoch gänzlich gestrichen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viel Geld aus dem Bundeshaushalt bekommt der Zentralrat der Juden
in Deutschland für die laufende Förderung der Hochschule für Jüdische
Studien Heidelberg?
a) Wie waren die Entwicklungen der Finanzzuweisungen in den letzten
zehn Jahren (bitte nach Jahren aufgliedern)?
2. Wie viele Studierende sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit an
der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg eingeschrieben, und wie
war die Entwicklung in den letzten zehn Jahren, und gibt es Erkenntnisse,
wie viele jüdische Studierende es gibt (bitte nach Jahren aufgegliedert
angeben)?
a) Wie viele Rabbiner werden derzeit an der Hochschule für Jüdische
Studien Heidelberg ausgebildet?
b) Mit welcher jüdischen Denomination ist nach Kenntnis der
Bundesregierung die Hochschule Heidelberg verbunden (bitte nach
Denominationen aufschlüsseln)?
c) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden von welcher jüdischen
Denomination in Heidelberg ordiniert, und wenn keine Rabbiner und
Kantoren ordiniert wurden, warum ist dies nicht geschehen, wie begründet die
Bundesregierung in diesem Fall die Mittelzuwendungen, und sind
zukünftig Ordinationen geplant?
3. Wie wird aus Sicht der Bundesregierung die Mitwirkung der jüdischen
Religionsgemeinschaft am Institut für Jüdische Theologie an der Universität
Potsdam gewährleistet?
a) Wie viele Studierende hat das Institut für Jüdische Theologie an der
Universität Potsdam laut Kenntnis der Bundesregierung seit Gründung
ausgebildet?
b) Mit welcher jüdischen Denomination ist laut Kenntnis der
Bundesregierung das Institut für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam
verbunden?
4. Wie hoch war die Förderung aus Bundeshaushalten für das Abraham
Geiger Kolleg in Potsdam, und wie waren die Finanzzuweisungen in der
Entwicklung der letzten zehn Jahre (bitte nach Jahren aufgliedern)?
a) Wie viele Studierende sind derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung
am Abraham Geiger Kolleg eingeschrieben, und wie war die
Entwicklung in den letzten zehn Jahren (bitte nach Jahren gegliedert angeben)?
b) Werden am Abraham Geiger Kolleg auch nichtjüdische Studierende
aufgenommen?
c) Mit welcher jüdischen Denomination ist laut Kenntnis der
Bundesregierung das Abraham Geiger Kolleg verbunden?
d) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden am Abraham Geiger Kolleg
seit Bestehen ordiniert?
5. Wie hoch sind die aktuellen finanziellen Zuwendungen aus
Bundeshaushalten an die Nathan Peter Levinson Stiftung in Potsdam?
a) Wie hoch waren die Finanzzuweisungen der letzten zehn Jahre (bitte
nach Jahren aufgliedern)?
b) Wie viele Studierende sind derzeit bei der Nathan Peter Levinson
Stiftung eingeschrieben, und wie war die Entwicklung in den letzten zehn
Jahren, werden nichtjüdische Studierende aufgenommen, und zu
welcher jüdischen Denomination gehören die Studierenden (bitte nach
Jahren und Konfessionen gegliedert angeben)?
c) Welche jüdischen Denominationen verantworten die Rabbiner- und
Kantorenausbildungen an der Nathan Peter Levinson Stiftung?
d) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden an der Nathan Peter Levinson
Stiftung ordiniert, und falls bisher keine Ordinationen stattgefunden
haben, was sind die Gründe dafür, und sind zukünftig Ordinationen
geplant?
Berlin, den 11. Juli 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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