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Bornavirus - Gefährdungslage in Deutschland

dip / drucksache 09.07.2025 · WP 21 · 21/813 · Kleine Anfrage · Original ↗

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Bornavirus - Gefährdungslage in Deutschland [Deutscher Bundestag Drucksache 21/813 21. Wahlperiode 09.07.2025 Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Christoph Birghan, Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Claudia Weiss, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger, Nicole Hess, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Alexis L. Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann, Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD Bornavirus – Gefährdungslage in Deutschland In der vergangenen Woche berichteten Medien (www.moz.de/nachrichten/pano rama/bornavirus-ob-brandenburg-zum-verbreitungsgebiet-des-toedlichen-virus- gehoert-78112927.html, www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/borna-viru s-bornavirus-symptome-krankeit-infektion-maus-spitzmaus-gefahr-toedlich-bei m-menschen-sachsen-anhalt-thueringen-bayern-60141897.html), dass Brandenburg, insbesondere im Westteil des Bundeslandes, als „mutmaßliches Endemiegebiet“ für das Bornavirus (BoDV-1) gilt, weil das Reservoirtier Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) dort vorkommt. Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt Brandenburg neben Bayern, Sachsen- Anhalt, Thüringen, Sachsen und Baden‑Württemberg zu den Bundesländern, in denen das Virus endemisch ist. Zwar sei eine Infektion insgesamt sehr selten (nur fünf bis zehn humane Fälle jährlich in Deutschland), jedoch verliefen in der Vergangenheit nahezu alle Fälle tödlich oder mit schwerer Enzephalitis (www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/B/ Bornavirus/Bornavirus_Hinweise-zur-Diagnostik.html). Wir fragen die Bundesregierung:  1. Wie viele laborbestätigte Fälle von Infektionen mit dem Bornavirus wurden im gesamten Bundesgebiet gemeldet (bitte jährlich aufschlüsseln), und in welchen Bundesländern traten diese auf?  2. Wie viele Fälle dieser Infektionen verliefen tödlich bzw. mit bleibenden neurologischen Schäden?  3. Welche Surveillance-Maßnahmen existieren zur frühzeitigen Erkennung menschlicher BoDV-1-Infektionen (z. B. Verdachtsdiagnosen, Labormeldestellen, Genotypisierung)?  4. Liegen konkrete Untersuchungen vor, aus denen sich die Infektionsprävalenz von BoDV-1 in Feldspitzmäusen in den verschiedenen Regionen ableiten lässt?  5. Ist aus Sicht des RKI oder des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) mit einer Ausweitung der Endemiegebiete zu rechnen oder gibt es Hinweise auf Stabilität der bisherigen Areale?  6. Gibt es Erkenntnisse zu Risikogruppen (z. B. Landwirte, Tierhalter, Natur- und Gartenarbeitende), und wenn ja, welche (bitte ggf. ausführen)?  7. Welche diagnostischen Verfahren sind bundesweit etabliert, insbesondere hinsichtlich Polymerase-Kettenreaktion (PCR), Antikörpernachweis oder Genotypisierung (z. B. molekulare Typenbestimmung des Virus)?  8. Welche Kapazitäten bestehen (Labore, klinische Einrichtungen) für solche Diagnosen?  9. Wie bewertet die Bundesregierung die bundesweite Koordination der Meldung, Untersuchung und Prävention von BoDV-1-Infektionen? 10. Welche Rolle spielen die EU-Information und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit (z. B. mit Polen oder Tschechien im Fall Brandenburg)? 11. Wie schätzt die Bundesregierung das akute Gefährdungspotenzial in Brandenburg gegenüber dem bundesweiten Durchschnitt ein? 12. Sind zusätzliche Maßnahmen, z. B. Monitoringprogramme, Schutzempfehlungen, Forschungsallianzen, zur Verhinderung von BoDV-1- Infektionen geplant? 13. Wie gedenkt die Bundesregierung ggf., die Bevölkerung in Risikogebieten über das Thema Bornavirus aktiv und nachhaltig zu informieren? Berlin, den 7. Juli 2025 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

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