Entwicklung und aktuelle Situation zu Affenpocken und Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern in Deutschland
Text
Entwicklung und aktuelle Situation zu Affenpocken und Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern in Deutschland
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/182
21. Wahlperiode 19.05.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martin Sichert, Kay-Uwe Ziegler, Dr. Christina Baum, Carina
Schießl, Alexis Giersch, Nicole Hess, Tobias Ebenberger, Claudia Weiss, Thomas
Dietz, Dr. Christoph Birghan und der Fraktion der AfD
Entwicklung und aktuelle Situation zu Affenpocken und Hepatitis unbekannter
Ätiologie bei Kindern in Deutschland
Bezugnehmend auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
auf Bundestagsdrucksache 20/3125 aus dem Jahr 2022 streben die Fragesteller
eine Aktualisierung des Informationsstands und eine Einschätzung zur
aktuellen Situation und zu zukünftigen Maßnahmen an.
Laut dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat Deutschland gegen
Affenpocken den Pockenimpfstoff Imvanex bestellt (www.bundesgesundheits
ministerium.de/themen/affenpockenvirus.html; www.rki.de/DE/Content/Komm
issionen/STIKO/Empfehlungen/PM_2022-07-21.html). In Deutschland sind
seit über zehn Jahren ungefähr 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff einer
älteren Generation eingelagert, die wegen des ungünstigeren
Nebenwirkungsprofils nicht gegen die Affenpocken zum Einsatz kommen sollen (www.focus.de/g
esundheit/news/affenpocken-breiten-sich-aus-brauchen-wir-jetzt-wieder-eine-i
mpfung_id_105812594.html#:~:text=Deutschland%20h%C3%A4lt%20Pocken
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20laut%20einem,100%20Millionen%20Dosen%20Pockenimpfstoff%20eingela
gert).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich die Zahl der Affenpockenfälle und der Fälle von Hepatitis
unbekannter Ätiologie bei Kindern seit der Antwort der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/3125 entwickelt?
2. Gibt es seitdem (vgl. Frage 1) neue, nach Auffassung der
Bundesregierung besorgniserregende Ausbrüche oder Veränderungen in der
Verbreitung der Affenpocken oder Hepatitis unbekannter Ätiologie in
Deutschland (bitte ausführen)?
3. Wie haben sich die jeweiligen Fallzahlen (vgl. Fragen 1 und 2) seit 2021
entwickelt?
4. Welche regionalen Unterschiede in der Häufigkeit von Affenpocken und
Hepatitis bei Kindern sind seitdem ggf. festgestellt worden?
5. Wie viele Fälle von Hepatitis unbekannter Ätiologie führten in den
einzelnen Jahren zum Tod, zu bleibenden Schäden beziehungsweise sind
folgenlos ausgeheilt, in wie vielen Fällen war eine Lebertransplantation
erforderlich, in wie vielen Fällen scheiterte sie an einem fehlenden Spenderorgan?
6. Welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es ggf. hinsichtlich
der Ursachen der Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern?
7. Gibt es neue Erkenntnisse über mögliche Übertragungswege bei
Affenpocken und Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern?
8. Hat die Bundesregierung im Rahmen der Bekämpfung von Affenpocken
ausreichend Impfstoff beschafft, oder gab es eine Überbeschaffung?
9. Wenn es zu einer Überbeschaffung von Impfstoffen gekommen ist, welche
Menge an überschüssigen Dosen wurde eingekauft, und was ist mit diesen
überschüssigen Dosen passiert (vgl. Frage 8)?
10. Welche finanziellen Aufwendungen sind der Bundesregierung durch die
Beschaffung des Impfstoffs für Affenpocken entstanden, und welche
spezifischen Kosten entstanden ggf. durch die Überbeschaffung?
11. Welche zusätzlichen Kosten sind der Bundesregierung durch die
Vernichtung oder das Lagern überschüssiger Impfstoffe angefallen?
12. Welche Lehren wurden seitens der Bundesregierung ggf. aus der aktuellen
Situation zur Impfstoffbeschaffung gezogen, und gibt es ggf. Maßnahmen
zur Vermeidung von Überbestellungen oder einer ineffizienten Nutzung
von Impfstoffen in zukünftigen Pandemien oder Krankheitsausbrüchen,
und wenn ja, welche sind dies?
13. Wie plant die Bundesregierung ggf., zukünftige Impfstoffbedarfe besser
zu prognostizieren, um eine Überbeschaffung zu vermeiden?
14. Hat sich die Einschätzung der Bundesregierung zur Einlagerung von
Pockenimpfstoff bzw. zum Austausch eingelagerter Bestände durch den
Affenpockenausbruch zwischenzeitlich geändert, wurde oder wird jetzt zum
Beispiel erwogen, den eingelagerten Impfstoff ggf. auch schon vor Ablauf
seiner Haltbarkeitsdauer durch Imvanex zu ersetzen (vgl. Vorbemerkung
der Fragesteller)?
Berlin, den 12. Mai 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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