Sicherheitsbedenken und Studienabbrüche bei mRNA-basierten RSV-Impfstoffen für Kinder
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Sicherheitsbedenken und Studienabbrüche bei mRNA-basierten RSV-Impfstoffen für Kinder
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/649
21. Wahlperiode 26.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Christoph Birghan, Martin Sichert, Dr. Christina Baum,
Carina Schießl, Claudia Weiss, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch,
Tobias Ebenberger, Nicole Hess, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Alexis L.
Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann,
Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD
Sicherheitsbedenken und Studienabbrüche bei mRNA-basierten RSV-Impfstoffen
für Kinder
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat mehrere klinische
Studien zu mRNA-basierten RSV-Impfstoffen (RSV = Respiratory Syncytial
Virus) für Säuglinge und Kleinkinder gestoppt. Grund waren unerwartete
Sicherheitssignale, etwa eine Zunahme schwerer unterer Atemwegserkrankungen in
der Impfstoffgruppe (www.pharmazeutische-zeitung.de/fda-stoppt-rsv-impfstof
fstudien-bei-saeuglingen-und-kleinkindern-152125/; www.contemporarypediat
rics.com/view/pediatric-rsv-vaccine-trial-enrollment-on-hold-in-us-
vrbpacsays). Vor diesem Hintergrund stellt sich den Fragestellern die Frage, ob
ähnliche Studien in Deutschland stattfinden, welche Fördermittel ggf. bisher für
entsprechende Entwicklungen bereitgestellt wurden und welche Maßnahmen zur
Risikominimierung möglicherweise getroffen werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Liegen der Bundesregierung Informationen über die Studienabbrüche bei
mRNA-basierten RSV-Impfstoffen für Kinder durch die FDA (USA) vor,
und wenn ja, welche?
2. Wurden das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das Paul-Ehrlich-
Institut (PEI) oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) über die Sicherheitsbedenken informiert, wenn ja, wann,
und in welchem Umfang?
3. Welche Maßnahmen haben das, PEI oder das Robert Koch-Institut (RKI)
in Reaktion auf die US-Entwicklungen in Deutschland ggf. eingeleitet?
4. Welche klinischen Studien zu RSV-Impfstoffen für Kinder (insbesondere
mRNA-basierte) sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit in
Deutschland registriert oder geplant?
5. Welche Maßnahmen werden vonseiten der Bundesregierung ggf. derzeit
getroffen, um ähnliche Sicherheitsrisiken (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller) bei laufenden oder geplanten klinischen Studien in Deutschland zu
verhindern?
6. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland bereits
mRNA-basierte RSV-Impfstoffe an Kindern getestet, wenn ja, wann,
durch wen, und mit welchen Ergebnissen?
7. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung bekannte schwerwiegende
unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit RSV-Impfstoffstudien in
Deutschland?
8. Welche Fördermittel wurden seit 2020 aus Bundesmitteln zur
Entwicklung oder klinischen Erprobung von RSV-Impfstoffen – insbesondere mit
mRNA-Technologie – ggf. zur Verfügung gestellt?
9. Welche Institutionen, Unternehmen oder Universitäten in Deutschland
haben bundesseitig Fördermittel für RSV-Impfstoffprojekte erhalten (bitte
tabellarisch nach Empfänger, Förderzeitraum und Fördersumme
auflisten)?
10. Welche Auflagen oder Bedingungen zur Sicherheitsprüfung sind ggf. mit
der Vergabe dieser Fördermittel (vgl. Frage 9) verbunden?
11. Welche Rolle spielt das Paul-Ehrlich-Institut aktuell bei der Bewertung
der Sicherheit von RSV-Impfstoffen für Kinder in Deutschland?
12. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung ggf., um Transparenz
bei der Verwendung öffentlicher Mittel im Bereich Impfstoffforschung zu
erhöhen?
13. Haben nach Kenntnis der Bundesregierung die Studienabbrüche in den
USA Auswirkungen auf künftige Zulassungsverfahren für RSV-Impfstoffe
in der EU und in Deutschland, und wenn ja, welche?
14. Welche nicht-mRNA-basierten Alternativen zur RSV-Immunisierung im
Kindesalter befinden sich nach Kenntnis der Bundesregierung in
Deutschland derzeit in der Forschung, Entwicklung oder Zulassung?
15. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung ggf. aus den in den
USA aufgetretenen Sicherheitsbedenken und Studienabbrüchen für die
zukünftige Förderung von mRNA-basierten Impfstoffprojekten?
16. Gibt es seitens der Bundesregierung Pläne, bereits bewilligte oder noch
ausstehende Fördergelder für laufende oder geplante mRNA-
Impfstoffstudien umzuwidmen oder auszusetzen, wenn neue Sicherheitsrisiken
bekannt werden?
17. Welche Erkenntnisse über das Nutzen-Risiko-Verhältnis von mRNA-
Impfstoffen im Kindesalter hat die Bundesregierung unter
Berücksichtigung der aktuellen Zwischenfälle, und wie spiegeln sich diese
Erkenntnisse ggf. in künftigen politischen Entscheidungsprozessen wider?
Berlin, den 26. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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