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Rede von Dr. Ottilie Klein (CDU/CSU) – Vereinbarte Debatte

dip / rede 24.09.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 18: Vereinbarte Debatte:.

Das Protokoll 21/96 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 29.09.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.

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Text

Rede von Dr. Ottilie Klein (CDU/CSU) – Vereinbarte Debatte Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Günter Litfin, ermordet am 24. August 1961, Ingo Krüger, ermordet am 10. Dezember 1961, Hans Räwel, ermordet am 1. Januar 1963: drei Opfer der Berliner Mauer, drei weiße Kreuze nur wenige Meter vom Reichstagsgebäude entfernt, die an sie erinnern, drei Namen und Biografien, die stellvertretend für die 140 ermordeten Menschen stehen, die an der Berliner Mauer ihr Leben verloren. Ihrem Gedenken wird unser Land immer verpflichtet sein. Gerade in Zeiten, in denen die Erinnerung an die SED-Diktatur mancherorts verblasst, in denen Linke und andere DDR-Nostalgiker die Verbrechen der SED kleinreden und in denen sozialistische Fantastereien wieder Konjunktur bekommen, muss eines klar sein: Die Berliner Mauer ist das Beton gewordene Verbrechen eines sozialistischen Unrechtsregimes, das seine Bürger lieber einsperrte und ermordete, als sie in Freiheit leben zu lassen. Die Mauer durchschnitt unsere Hauptstadt. Sie teilte unser Land. Sie teilte unseren Kontinent. Sie teilte Familien. Sie trennte Freunde voneinander. Sie hinterließ trauernde Menschen auf beiden Seiten des Todesstreifens. Auch 65 Jahre nach dem Bau der Mauer ist es wichtig, dass dieser Teil unserer Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Und ich freue mich besonders, dass die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, heute dieser Debatte beiwohnt. Vielen, vielen Dank für Ihre wichtige Arbeit! Das Erinnern ist eine Frage der Anerkennung gegenüber den Menschen in der ehemaligen DDR, die nicht das Glück hatten, in einem freien Land zu leben, die von ihrem Staat überwacht wurden und denen man grundlegendste Rechte verwehrte. Es ist aber auch die Überzeugung, dass die Berliner Mauer nicht nur Teil der ostdeutschen Geschichte ist, sondern Teil unserer gesamtdeutschen Geschichte. An das Unrecht zu erinnern, ist unser aller Verantwortung. Deshalb ist es wichtig, dass wir in Schulen, an Universitäten, in der politischen Bildung, in der gesamten Bundesrepublik dafür sorgen, dass die Geschichte der SED-Diktatur die Bedeutung erfährt, die sie im Lebensweg vieler Menschen hatte und bis heute hat. Wir müssen sie als Aufgabe und als vollwertigen Bestandteil unseres nationalen Gedächtnisses verstehen. Denn diese Geschichte zeigt uns klar, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht selbstverständlich sind. Sie zeigt uns, dass auch heute gelten muss wie 1990: Nie wieder Sozialismus! Vielen Dank.

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