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Schriftliche Frage 26 von Christian Zaum (AfD): Welche Gründe sieht die Bundesregierung für den rasanten Anstieg der Gewalttaten gegen Lehrer an deutschen Schulen seit 2015, und erkennt si…

dip / schriftliche_frage 24.04.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 20. April 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern.

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Schriftliche Frage 26 von Christian Zaum (AfD): Welche Gründe sieht die Bundesregierung für den rasanten Anstieg der Gewalttaten gegen Lehrer an deutschen Schulen seit 2015, und erkennt si… Frage 26 (Christian Zaum, AfD): Welche Gründe sieht die Bundesregierung für den rasanten Anstieg der Gewalttaten gegen Lehrer an deutschen Schulen seit 2015, und erkennt sie einen kausalen Zusammenhang mit der seither verstärkten Zuwanderung (Quelle: www.welt.de/v ermischtes/article69d862d4246b3860d5021865/sc hulen-gewalt-gegen-lehrkraefte-erreicht-neuen-ho echststand-in-deutschland.html)? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Christoph de Vries vom 21. April 2026: In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ist die Entwicklung der Gewalttaten gegen Lehrkräfte im Zeitraum von 2015 bis 2025 heterogen. Abgesehen von den deutlichen Rückgängen während der coronabedingten Sondersituation an den Schulen in den Jahren 2020 und 2021 gibt es langfristig gesehen einen kontinuierlichen Anstieg, im Bereich der Gewaltkriminalität jedoch im Jahr 2025 gegenüber 2024 einen Rückgang von 1.152 auf 1.042 Fälle. Als Gewalttaten werden hier Fälle des PKS-Summenschlüssels 892000 „Gewaltkriminalität“ sowie des PKS-Schlüssels 224000 „Vorsätzliche einfache Körperverletzung § 223 StGB“ zugrunde gelegt, bei denen die Opferspezifik „Lehrkraft“ erfasst wurde. Hierbei ist zu beachten, dass Spezifika zum Opfer unter der Bedingung erfasst werden, dass die Tatmotivation in den Personen-, berufs- bzw. verhaltensbezogenen Merkmalen des Opfers begründet ist oder in Beziehung dazu steht (sachlicher Zusammenhang). Das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen muss erkennen lassen, dass die Tathandlung unter anderem oder allein durch das im Einzelfall vorliegende Merkmal veranlasst war. In Bezug auf die Opferspezifik „Lehrkräfte“ muss die Opferwerdung im Zusammenhang mit der pädagogischen Tätigkeit erfolgt sein. Zudem ist zu beachten, dass als tatverdächtige Personen nicht nur Schüler infrage kommen. Nachfolgende Tabelle informiert über die Anzahl der Fälle für die genannten PKS-Schlüssel, für die mindestens ein Opfer mit der Opferspezifik „Lehrkraft“ erfasst wurde. Fälle mit der Opferspezifik „Lehrkraft“ Berichtsjahr 892000 224000 2015   669 229 2016   686 241 2017   716 253 2018   836 268 2019   922 276 2020   660 224 2021   507 188 2022   835 312 2023   892 386 2024 1.152 424 2025 1.042 436 Grundsätzlich ist anzumerken, dass es sich bei der PKS um eine Hellfeldstatistik handelt. Erfasst werden also nur Fälle, die der Polizei bekannt geworden und durch sie abschließend bearbeitet worden sind (Abgabe der Akten an die Staatsanwaltschaft/Gerichte). Bei geringen absoluten Fallzahlen wie bei Gewalttaten gegen Lehrkräfte besteht daher die Möglichkeit, dass sich bereits geringe Veränderungen im Meldeverhalten, beispielsweise aufgrund von sich ändernden Vorgaben zur Anzeigeerstattung in Schulen, deutlich in den PKS-Zahlen widerspiegeln. Entsprechend sind die Entwicklungen in der PKS möglicherweise, aber nicht notwendigerweise, Ausdruck einer tatsächlichen Veränderung in der Zahl von Gewalthandlungen gegen Lehrkräfte. Die Erklärungsfaktoren, die den allgemeinen Anstieg der Gewaltkriminalität mit beeinflussen, dürften zumindest teilweise auch auf die Entwicklung der Gewalttaten gegen Lehrkräfte übertragbar sein. Vor allem die Entwicklungen der letzten Jahre fallen mit in Studien dokumentierten Anstiegen psychischer Belastungen unter Kindern und Jugendlichen zusammen. Psychische Belastungen sind nicht direkt ursächlich für Gewalttaten, können aber im Zusammenwirken mit anderen ungünstigen Faktoren das Risiko der Begehung von Gewalttaten erhöhen. Auch eine Zunahme von Impulsivität lässt sich in einzelnen Studien feststellen. Einen weiteren Erklärungsbeitrag liefert die sehr umfangreiche Nutzung des Internets bzw. von sozialen Medien, wobei der Forschungsstand hierzu uneinheitlich ist. Ein Zusammenhang mit der Zuwanderung kann dahin gehend bestehen, dass alleine aufgrund der zahlenmäßigen Veränderung bestimmter Bevölkerungsgruppen (beispielsweise männlicher Jugendlicher) ein Teil des Straftatenanstiegs rechnerisch erklärbar ist. Darüber hinaus deutet die kriminologische Forschung darauf hin, dass einzelne Gruppen von Zuwanderern – insbesondere im Kontext von Fluchtmigration – mit einem erhöhten Risiko für Gewaltvergehen in Zusammenhang gebracht werden. So weisen auch Dunkelfeldstudien darauf hin, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger kriminalitäts- bzw. gewaltlegitimierende Einstellungen teilen – also die Haltung, eine Gewalt- oder Straftat zu begehen, sei unter bestimmten Bedingungen legitim, nützlich oder sogar Ausdruck von Männlichkeit.

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