Polizeiliche Kriminalstatistik sowie Berichtswesen zur Ausländerkriminalität mit maximaler Transparenz ausgestalten - Effektivität sicherheitspolitischer Maßnahmen steigern
Text
Polizeiliche Kriminalstatistik sowie Berichtswesen zur Ausländerkriminalität mit maximaler Transparenz ausgestalten - Effektivität sicherheitspolitischer Maßnahmen steigern
Antrag
der Abgeordneten Martin Hess, Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Christopher Drößler, Jochen Haug, Steffen Janich, Sascha Lensing, Markus
Matzerath, Arne Raue, Dr. Christian Wirth, Alexander Arpaschi, Carsten
Becker, Dr. Christoph Birghan, Joachim Bloch, Dr. Michael Blos, René
Bochmann, Erhard Brucker, Marcus Bühl, Thomas Dietz, Hauke Finger, Boris
Gamanov, Udo Theodor Hemmelgarn, Dr. Michael Kaufmann, Maximilian
Kneller, Sergej Minich, Edgar Naujok, Andreas Paul, Dr. Paul Schmidt, Bernd
Schuhmann, Beatrix von Storch, Martina Uhr, Sven Wendorf, Ulrich von Zons
und der Fraktion der AfD
Polizeiliche Kriminalstatistik sowie Berichtswesen zur Ausländerkriminalität
mit maximaler Transparenz ausgestalten – Effektivität sicherheitspolitischer
Maßnahmen steigern
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Angesichts der „Stadtbild-Debatte“ (www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-
stadtbild-migration-100.html), die durch Äußerungen des Bundeskanzlers Friedrich
Merz zu Veränderungen im städtischen Erscheinungsbild und damit verbundenen
Sicherheitsfragen entfacht wurde, gewinnt es nochmals an großer politischer und
gesellschaftlicher Bedeutung, sicherheitsrelevante Fehlentwicklungen in Teilen der
Bevölkerung offen und klar zu benennen. Diese Debatte unterstreicht, dass Polizei- und
Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern besser in der Lage sein müssen, eine
mangelnde Bereitschaft oder Fähigkeit zur Integration bestimmter Bevölkerungsgruppen –
einschließlich der Akzeptanz des staatlichen Gewaltmonopols – ohne Verharmlosung
zu thematisieren. Nur auf diesem Weg werden politische Entscheidungsträger
rechtzeitig und angemessen reagieren können. Eine bestmögliche und unverschleierte
Faktenlage ist für eine verantwortungsvolle Sicherheitspolitik unverzichtbar. Ein zentraler
Bestandteil ist dazu die transparente polizeiliche Berichterstattung mit detaillierter
Aufschlüsselung der Tatverdächtigen und von deren Herkunft. Politische
Entscheidungsträger müssen es diesbezüglich zu ihrer Kernaufgabe machen, hierfür
schnellstmöglich bessere Rahmenbedingungen zu schaffen – im Interesse einer
funktionierenden öffentlichen Sicherheit und Ordnung.
Transparente Informationen sind essenziell, um Probleme frühzeitig zu erkennen und
diesen durch gezielte sozial- und vor allem sicherheitspolitische Maßnahmen
begegnen zu können. Sie verhindern Eskalationen, die zu umfassenden Kontrollverlusten
und Massenunruhen in Städten oder Regionen führen können. Die systematische
Ausweitung und Vereinheitlichung von Waffenverbotszonen, insbesondere an Bahnhöfen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5748
21. Wahlperiode 05.05.2026
bundesweit, signalisiert derzeit einen evidenten Verlust an Kontrolle in der Inneren
Sicherheit und hebt die Ernsthaftigkeit der Situation hervor – ein klares Indiz für
anhaltende Defizite.
Die negativen Effekte einer unkontrollierten Massenmigration auf die Innere
Sicherheit erfordern jetzt umso mehr eine präzise und kontinuierliche Faktendarstellung, um
dem legitimen öffentlichen Interesse zu entsprechen und fundierte gesellschaftliche
wie politische Debatten zu ermöglichen. Als Souverän und Hauptbetroffene der damit
einhergehenden Belastungen hat die wahlberechtigte Bevölkerung das fundamentale
Recht, den migrationspolitischen Kurs mitzubestimmen und ihn zu befürworten oder
abzulehnen. Folglich ist der Bedarf an transparenter, datenbasierter Aufbereitung in
diesem Bereich unvermeidlich hoch.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
zeitnah in Zusammenarbeit mit den Ländern verbesserte bundeseinheitliche
Berichtsstandards in Bezug auf die Erfassung und bestmöglich transparente Darstellung von
Ausländerkriminalität festzulegen und dazu insbesondere
a) die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ), also die Zahl der ermittelten,
ansässigen Tatverdächtigen, berechnet auf 100.000 Einwohner des entsprechenden
Bevölkerungsanteils (jeweils ohne Kinder unter 8 Jahren), nicht nur in Bezug auf
Deutsche und Nichtdeutsche, sondern auch im Hinblick auf in Deutschland
lebende nichtdeutsche Bevölkerungsgruppen einzeln zu berechnen und in den
jeweiligen PKS-Berichten von Bund und Ländern nach relevanten PKS-Schlüsseln,
insbesondere Gewaltkriminalität, auszuweisen sowie diese Aufschlüsselung
ergänzend nach Geschlechtern weiter auszudifferenzieren, um nicht zuletzt auch
linker Desinformation im Sinne von verursachten Gewaltanstiegen durch toxische
Männlichkeit vorzubeugen;
b) einen eigenen PKS-Schlüssel für Gruppenvergewaltigungen im Sinne der von der
Bundesregierung zur Beantwortung von Kleinen Anfragen der AfD-
Bundestagsfraktion angewendeten Vorgehensweise einzuführen und die dazu erfassten Daten
in den PKS-Berichten und BKA-Lagebildern regelmäßig zu veröffentlichen;
c) in Bezug auf die PKS-Tatörtlichkeiten den „öffentlichen Raum“ (Straßen,
Grünanlagen, Bahnhöfe, öffentliche Gebäude) als eigene Begrifflichkeit
beziehungsweise filterbaren „Oberbegriff“ aufzunehmen, um so für mehr für Transparenz zu
sorgen, wenn es um Debatten bezüglich der Sicherheitsgefühle der Bevölkerung
im öffentlichen Raum geht;
d) die Opfererfassung in der PKS im Hinblick auf Berufsgruppen, beispielsweise in
Bezug auf Ärzte und medizinisches Personal, zu verbessern, um die Täter-Opfer-
Beziehung statistisch besser auswerten zu können;
e) deutsche Tatverdächtige mit einer weiteren Staatsangehörigkeit unter der
Berücksichtigung der Tatsache, dass in Deutschland inzwischen mehrere Millionen
Menschen leben, die neben der deutschen eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen,
zukünftig in der PKS als Untergruppe auszuweisen. Die
Erfassungsparameterfelder in den polizeilichen Meldesystemen sind dafür entsprechend anzupassen;
f) Vereinbarungen dahingehend zu treffen, dass bei polizeilichen Erfassungen und
zur weiteren wissenschaftlichen Analyse von negativen
Integrationsentwicklungen ein etwaiger Migrationshintergrund von deutschen Tatverdächtigen in die
PKS aufgenommen wird, der sich an der Migrationshintergrund-Definition des
Statistischen Bundeamtes orientiert: Danach hat eine Person einen
Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher
Staatsangehörigkeit geboren wurde;
g) zu vereinbaren, dass Pressemeldungen der Polizeibehörden zu deutschen
Tatverdächten bundesweit regelmäßig die unter den Buchstaben e und f erfassten
Feststellungen beinhalten oder gegebenenfalls nachträglich dem Ermittlungsstand
entsprechend aktualisiert werden und darüber hinaus auch die Staatsangehörigkeit
nichtdeutscher Tatverdächtiger sowie etwaige Angaben zu ihrem
Aufenthaltsstatus bundeseinheitlich im Rahmen der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit
regelmäßig mitgeteilt werden, soweit dadurch laufende Fahndungen nicht gefährdet
werden.
Berlin, den 5. Mai 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger an allen polizeilich erfassten Straftaten in Deutschland lag im Jahr 2025
laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) bei 40,1 Prozent und verharrt damit auf hohem Niveau. Die
Gewaltkriminalität reduzierte sich im Berichtsjahr 2025 zwar leicht um 2,3 Prozent auf 212.335 Fälle (2024: 217 277). Sie
ist jedoch nur minimal vom Höchststand der letzten 15 Jahre entfernt, der 2024 erreicht wurde. Die
Tatverdächtigenbelastungszahl im Hinblick auf Nichtdeutsche und Gewaltkriminalität ist im Jahr 2025 etwa viermal höher
als die bei Deutschen. Die Delikte Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen stiegen insgesamt um 6,5 Prozent
auf 2.453 Fälle (2024: 2.303). Auch Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Übergriffe im besonders
schweren Fall, einschließlich solcher mit Todesfolge, stiegen um 8,5 Prozent auf 14.454 Fälle (2024: 13.320).
Auffällig ist hierbei: Während die Anzahl deutscher Tatverdächtiger bei Mord und Totschlag um 3,8 Prozent
abnahm, stieg die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger im gleichen Zeitraum um 5,7 Prozent. Der Anteil
nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt bei 47 Prozent. Auch im Bereich der Sexualdelikte stieg die Anzahl
nichtdeutscher Tatverdächtiger um 6,7 Prozent. Hier liegt der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 38,5 Prozent
(BMI, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 – Ausgewählte Zahlen im Überblick, Seite 17 ff., www.bka.de/Shared-
Docs/Downloads/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2025/FachlicheBroschueren/IMK-Be-
richt.pdf?__blob=publicationFile&v=6).
Aktuell vorliegende Daten zu Gruppenvergewaltigungen unterstützen ebenfalls das Erfordernis der dringlichen
Anpassung der PKS. Die Anzahl der Tatverdächtigen stieg erneut von 1.011 auf 1.087. Auffallend hoch ist dabei
der Anteil ausländischer Tatverdächtiger: 53,2 Prozent aller mutmaßlichen Täter hatten keinen deutschen Pass
bei allen „gemeinschaftlich begangenen sexuellen Übergriffen“. Die Täter mit Migrationshintergrund wurden
dabei noch nicht berücksichtigt (www.bild.de/news/inland/schock-zahlen-aus-2025-weniger-gruppen-
vergewaltigungen-mehr-taeter-69d78ed794756c37af5a4f56). Die Gesamtanzahl an tatverdächtigen
Gruppenvergewaltigern bildet nochmal einen neuen Höchststand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2010. Im Jahr 2024 waren 51
Prozent der ermittelten Gruppenvergewaltiger Ausländer. Auch hier liegt der Wert nicht nur über dem des
Vorjahres, sondern er bestätigt einen seit Jahren hohen Anteil: 2010 lag der Ausländeranteil noch bei 34 Prozent
(Drucksache 21/1054, Seite 4). Solche Entwicklungen verdeutlichen das dringende Erfordernis für einen eigenen
PKS-Schlüssel in Bezug auf diese Form der Kriminalität (auf die von der Bundesregierung angewendete
Verfahrensweise zur Ermittlung wird auf Drucksache 21/1054 verwiesen).
Bei einer umfassenden Betrachtung machen diese Entwicklungen deutlich, dass soziale Spannungen sowie eine
unzureichende Integrationsfähigkeit und -bereitschaft in bestimmten Bevölkerungsgruppen künftig offener und
insbesondere gründlicher hinsichtlich potenzieller Risikofaktoren benannt und anschließend untersucht werden
müssen. Hierzu ist es zunächst erforderlich, ausreichend einheitliche, verbesserte Standards für die
Datenerfassung und die öffentliche Darstellung von Lagebildern zu etablieren. Auch die Migrationshintergrund-Definition
des Statistischen Bundeamtes kann in diesem Kontext unterstützen (www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-
Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/-Glossar/migrationshintergrund.html).
Zur speziellen Frage, ob unter den deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund ein höherer Anteil von
Straftätern zu verzeichnen sei als bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund erklärte der Präsident des
Bundeskriminalamtes im Übrigen: „Wir können es nicht aus der PKS ablesen, wir wissen es aber aus
Forschungsergebnissen.“ Diese zeigten höhere „kriminogene Faktoren, wie Bildung, Schulabschlüsse, Zugang zur
Leistungsgesellschaft, Gewalterfahrung auch bei vielen Migrationsgruppen“. Das heiße, „auf mehrere Generationen haben
sie dann auch ein höheres Straftatenaufkommen, wenn sich das nicht auswächst“ (www.welt.de/politik/
deutschland/plus250999842/Kriminalitaet-Diese-Nationalitaeten-sind-unter-auslaendischen-Tatverdaechtigen-am-
haeufigsten.html).
Die ausreichende Gewährleistung der inneren Sicherheit gehört zu den grundlegenden Aufgaben eines Staates.
Dies wird von der Bevölkerung auch zu Recht so eingefordert. Jeweils 18 Prozent der von Infratest Dimap
Befragten gaben an, dass diese Themen bei ihrer Wahlentscheidung die größte Rolle gespielt haben. Den zweiten
Platz teilen sich Zuwanderung und Wirtschaftswachstum mit je 15 Prozent (https://de.statista.com/infogra-
fik/33993/wichtige-themen-fuer-wahlentscheidung-bei-der-bundestagswahl-2025/). Daraus lässt sich ein klarer
politischer Handlungsauftrag ableiten, der nur glaubwürdig und effektiv erfüllt werden kann, wenn die
Faktenlage nüchtern und präzise, ohne politische Vorfilter, präsentiert wird.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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