Schriftliche Frage 70 von Boris Mijatović (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zum aktuellen Planungs-, Realisierungs- und Kostenstand des im Wasserstoff-Kernnetz geplanten Leit…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 1. Dezember 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
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Schriftliche Frage 70 von Boris Mijatović (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zum aktuellen Planungs-, Realisierungs- und Kostenstand des im Wasserstoff-Kernnetz geplanten Leit…
Frage 70 (Boris Mijatović, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zum aktuellen Planungs-, Realisierungs- und Kostenstand des im Wasserstoff-Kernnetz geplanten Leitungsneubaus zwischen Werne und Eisenach, welcher nach Angaben der Bundesnetzagentur bis 2032 in Betrieb gehen und auch die Region Kassel mit Wasserstoff versorgen soll (www.bundesn etzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGa s/Wasserstoff/Kernnetz/start.html), einschließlich der möglichen Verzahnung mit dem potenziellen regionalen H2-Backbone durch Nord- und Mittelhessen 2032 bis 2037 sowie den möglichen Neubau-Anschlüssen von Fulda und Bad Hersfeld an die 2028 umzustellende „Midal“-Leitung des Kernnetzes (https://wirtschaft.hessen.de/sites/wirt schaft.hessen.de/files/2025-01/2025-01-08-lea-h 2_netz_nord_mittelhessen_final_signed.pdf), und in welchem Umfang ist die Bundesregierung mit ansässigen Industrieunternehmen, Netzbetreibern und den betroffenen Kommunen in Gesprächen, um eine frühzeitige Planung und Umstellung relevanter industrieller Prozesse auf Wasserstoff zum Zeitpunkt des Versorgungsstarts zu ermöglichen?
Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 3. Dezember 2025:
Die Bundesregierung sieht im Aufbau einer leistungsfähigen Transportinfrastruktur eine wichtige Grundlage für den Hochlauf des Wasserstoffmarktes in Deutschland. Das im Oktober 2024 von der Bundesnetzagentur genehmigte Wasserstoff-Kernnetz dient dem überregionalen Transport und soll Erzeugungs- und Verbrauchszentren sowie Speicher und Importpunkte miteinander verbinden. Alle Bundesländer werden durch das Wasserstoff-Kernnetz angebunden. Erste Wasserstoff-Kernnetzleitungen mit einer Länge von 500 km gehen bereits in diesem Jahr in Betrieb. Der Aufbau des Kernnetzes erfolgt sukzessive sowie szenarienbasiert und bedarfsorientiert im Rahmen der turnusmäßigen integrierten Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff. Die Koordinierungsstelle KO-NEP der Netzbetreiber erstellt aktuell auf Basis des von der Bundesnetzagentur genehmigten Szenariorahmens einen ersten Entwurf für den Netzentwicklungsplan 2025 bis 2037/2045, der am Ende des Verfahrens von der Bundesnetzagentur bestätigt werden soll. Die von Ihnen genannte Neubau-Wasserstoffleitung von Werne nach Eisenach (KLN098-01) ist Teil des genehmigten Wasserstoff- Kernnetzes. Es handelt sich um eine Wasserstoff-Leitung, die ohne Vorhabenträger genehmigt wurde. Gemäß der Kernnetz-Genehmigung ist eine Inbetriebnahme für Dezember 2032 geplant. Die von Ihnen genannte umzustellende „Midal“-Leitung von Reckrod nach Lampertheim (KLU-021-01) ist ebenfalls Teil des genehmigten Wasserstoff- Kernnetzes. Die Umstellung der konkreten Leitung liegt in Verantwortung des Vorhabensträgers Gascade Gastransport GmbH. Gemäß der Kernnetz- Genehmigung ist eine Inbetriebnahme für Dezember 2029 geplant. Der Neubau von Wasserstoff-Leitungen und die Umstellung von Gasleitungen liegt in der Verantwortung des jeweiligen Netzbetreibers. Die Angaben aus der Kernnetz-Genehmigung entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Bundesregierung. Für den Aufbau der Wasserstoffverteilernetze sind die jeweiligen regionalen bzw. lokalen Akteure (insbesondere Verteilernetzbetreiber und Genehmigungsbehörden) zuständig. Wenngleich die Bundesregierung keinen spezifischen Kenntnistand hinsichtlich des Planungs-, Realisierungs- und Kostenstands einzelner Leitungsprojekte auf Ebene der Wasserstoff-Verteilernetze hat, steht sie in ständigen Gesprächen mit Unternehmen, Fernleitungsnetzbetreibern und Bundesländern zum Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes.
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