Schriftliche Frage 33 von Sebastian Münzenmaier (AfD): Wie viele Personen werden derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung mit Haftbefehl (bis zum 25. September 2026 oder aktuellst vorhandener St…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 28. September 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern.
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Schriftliche Frage 33 von Sebastian Münzenmaier (AfD): Wie viele Personen werden derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung mit Haftbefehl (bis zum 25. September 2026 oder aktuellst vorhandener St…
Frage 33 (Sebastian Münzenmaier, AfD):
Wie viele Personen werden derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung mit Haftbefehl (bis zum 25. September 2026 oder aktuellst vorhandener Stichtag) gesucht oder sind anderweitig zur polizeilichen Beobachtung ausgeschrieben, und wie viele davon haben eine ausländische, eine deutsche oder eine deutsche und eine andere Staatsbürgerschaft (bitte unter zusätzlicher Angabe der zehn häufigsten ausländischen Nationalitäten)?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Daniela Ludwig vom 2. Oktober 2026:
Zum Stichtag 1. Juli 2026 waren in Deutschland 721.750 Personen im gemeinsamen Informations- und Fahndungssystem der Polizeien des Bundes und der Länder (INPOL-Z) ausgeschrieben. Eine Ausschreibung in INPOL-Z kann dabei zu unterschiedlichen Zwecken erfolgen, beispielsweise zur Festnahme zwecks Vollstreckens eines Haftbefehls, zur Ingewahrsamnahme oder Aufenthaltsermittlung vermisster Personen oder zur polizeilichen Beobachtung. Die zum 1. Juli 2026 in INPOL-Z ausgeschriebenen 721.750 Personen verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Nationalitäten (auf eine Nachkommastelle gerundet): – 14,5 Prozent deutsche Staatsangehörige ohne zweite Staatsbürgerschaft, – 84,0 Prozent ausländische Staatsangehörige (eine oder zwei ausländische Staatsbürgerschaften) oder Staatsangehörigkeit „unbekannt“, – 1,6 Prozent deutsche Staatsangehörige mit zweiter Staatsbürgerschaft. Die Reihenfolge der zehn häufigsten Nationalitäten stellt sich wie folgt dar: Deutschland 104.535 Rumänien 52.498 Unbekannt 40.974 Polen 35.893 Türkei 32.321 Georgien 24.381 Ukraine 22.786 Irak 19.995 Syrien 19.872 Bulgarien 18.815 Zum Stichtag 1. Juli 2026 bestehen zu 148.311 Personen in INPOL-Z Ausschreibungen zu nicht vollstreckten Haftbefehlen. Diese verteilen sich wie folgt auf Nationalitäten: – 11,2 Prozent deutsche Staatsangehörige ohne zweite Staatsbürgerschaft, – 87,3 Prozent ausländische Staatsangehörige (eine oder zwei ausländische Staatsbürgerschaften) oder Staatsangehörigkeit „unbekannt“, – 1,5 Prozent deutsche Staatsangehörige mit zweiter Staatsbürgerschaft. Die Reihenfolge der zehn häufigsten Nationalitäten stellt sich wie folgt dar: Deutschland 16.671 Rumänien 16.123 Polen 12.721 Georgien 6.869 Türkei 6.696 Bulgarien 5.445 Algerien 4.512 Albanien 3.893 Ukraine 3.877 Marokko 3.467 Die Anzahl gesuchter Personen entspricht nicht der Anzahl an Ausschreibungen in INPOL-Z. Zu einer Person können mehrere Fahndungen bestehen. Betrachtungen zu einem bestimmten Stichtag geben zudem keinen hinreichenden Aufschluss darüber, wie sich die Anzahl gesuchter Personen und dazugehörigen Fahndungen über einen bestimmten Zeitraum entwickelt. So werden beispielsweise offene Haftbefehle täglich vollstreckt, die Fahndungsnotierung nach der Person wird dann umgehend gelöscht. Gleichzeitig werden auch neue Haftbefehle erlassen und Personen zur Fahndung ausgeschrieben. Bei Stichtagserhebungen handelt es sich demzufolge immer nur um eine Momentaufnahme. Für eine umfassende Betrachtung der Entwicklung ist es folglich notwendig, sowohl die neu erfassten als auch die erledigten Fahndungen zu zählen. So wurden 128.650 Fahndungen zu offenen Haftbefehlen im Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025 neu in INPOL-Z erfasst (dies entspricht einem Rückgang von 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), gleichzeitig wurden in diesem Zeitraum 129.897 der in INPOL-Z ausgeschriebenen offenen Haftbefehle erledigt. Es wurden 2025 demzufolge mehr Ausschreibungen zu offenen Haftbefehlen erledigt als neu ausgeschrieben. Der prozentuale Anteil deutscher Staatsangehöriger liegt bei den Neuerfassungen zu offenen Haftbefehlen 2025 bei 38,7 Prozent. Grundsätzlich ist der prozentuale Anteil von deutschen Staatsangehörigen innerhalb der Stichtagsbetrachtung wesentlich geringer als bei den Neuerfassungen, da sich Ausschreibungen zu offenen Haftbefehlen bei deutschen Staatsangehörigen im Jahresverlauf aufgrund einer höheren Trefferwahrscheinlichkeit schneller erledigen und diese somit nicht mehr Teil der Stichtagsbetrachtung sind.
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