Rede von Janine Wissler (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 21/98
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Janine Wissler (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 21/98
Frau Ministerin, Sie geben ja viel Steuergeld für PR
aus. Wie Sie wissen, verfolgt Die Linke Ihre Aktivitäten
bei Social Media sehr aufmerksam. Deshalb sehen wir
uns ja auch vor dem Bundesverfassungsgericht.
Ich habe eine Frage zu einem Video, das Sie gemacht
haben, um Bürgern zu antworten, die mehr erneuerbare
Energien und weniger Gaslobby fordern. Sie
argumentieren, es gebe Tage, an denen die Sonne nicht scheint und
der Wind nicht weht. Das sind übrigens zwei bis acht
Tage pro Jahr.
Und deshalb bräuchten wir Gaskraftwerke, um nicht auf
Stromimporte angewiesen zu sein.
Sie wollen also, dass sich Deutschland ganzjährig von
teuren Gasimporten abhängig macht – denn Gas muss ja
auch importiert werden –, um zu vermeiden, dass an
wenigen Tagen im Jahr Strom aus Nachbarländern
importiert werden muss. Das erschließt sich mir nicht.
Warum ist dauerhafter Gasimport gut, aber kurzfristiger
Stromimport aus den Nachbarländern schlecht? Könnten
Sie mir das vielleicht erklären? Diese Logik hat sich mir
nicht erschlossen.
(Beifall bei der Linken – Dr. Andreas Lenz
[CDU/CSU]: Das hat aber andere Gründe!)
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft
und Energie:
Frau Abgeordnete Wissler, es ist bedauerlich, dass sich
Ihnen die Logik nicht erschließt; aber ich tue mein
Bestes.
Wir bauen die erneuerbaren Energien weiter aus. Ein
Anteil der Erneuerbaren von 80 Prozent am
Stromverbrauch 2030 ist das Ziel. Allein in den letzten beiden
Jahren sind signifikante Mengen im Bereich der
Photovoltaik und der Windenergie zugebaut worden, übrigens
auch bei der Biomasse.
Wir brauchen beides. Auch an den zwei bis acht
Tagen – es sind übrigens mehr – braucht es gesicherte
Leistung. Es reicht nicht, beim heutigen Stand stehen zu
bleiben. Wir wollen elektrifizieren im Bereich der Wärme, im
Bereich der Mobilität. Es kommen Rechenzentren dazu.
Da muss das Land jederzeit in der Lage sein, sich mit
Strom zu versorgen.
Wir setzen auf den europäischen Markt. Wir brauchen
eine Integration in den europäischen Markt. Deswegen
schlagen wir über das europäische Netzpaket mehr
Interkonnektoren vor. Aber, Frau Wissler, zu einer
verantwortungsvollen Politik gehört es, –
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