Rede von Thomas Rachel (CDU/CSU) – Emmerich, Lukas Benner, Dr. Irene Mihalic,
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 4: Emmerich, Lukas Benner, Dr. Irene Mihalic,.
Text
Rede von Thomas Rachel (CDU/CSU) – Emmerich, Lukas Benner, Dr. Irene Mihalic,
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Auf das Partnerschaftsabkommen zwischen
der Europäischen Union und den Mercosurstaaten in
Südamerika haben wir 25 Jahre lang gewartet. Dieses
Abkommen ist richtig und verdient unsere volle
Unterstützung.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Ich möchte dem Bundesaußenminister sehr dafür danken,
dass er tatkräftig erfolgreich verhandelt hat.
Ich möchte Herrn Kollegen Hofreiter bitten, sich dafür
einzusetzen, dass endlich auch die Grünen im
Europaparlament diese Unterstützung erteilen.
Schauen wir auf die Fakten. Die EU war im Jahr 2024
mit einem Handelsvolumen von über 110 Milliarden
Euro bereits der zweitgrößte Handelspartner der
Mercosurregion. Davon entfielen 28 Milliarden Euro auf
deutsche Importe und Exporte. Gerade für uns in der
Bundesrepublik als Exportnation ist dieses Mercosurabkommen
von zentraler Bedeutung.
Bereits 12 500 Unternehmen exportieren in diese Region.
Das sind zu 70 Prozent kleine und mittlere Unternehmen,
also unsere Betriebe und unsere Arbeitsplätze profitieren
davon.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Schrittweise werden durch das Abkommen mehr als
90 Prozent der Zölle abgeschafft und unsere
Unternehmen jährlich um rund 4 Milliarden Euro entlastet – Geld,
das nicht mehr an der Grenze verloren geht, sondern das
wir investieren können: in Innovation, in
Wettbewerbsfähigkeit, in Beschäftigung in unserem Lande.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Insofern schafft Mercosur neue Impulse für Handel, für
Wachstum, für Widerstandsfähigkeit, und zwar bei uns
hier in Europa genauso wie in den Partnerländern. Es
trägt dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern, unsere
Lieferketten vielfältiger zu gestalten und den Zugang zu
seltenen Rohstoffen zu verbessern. Ist es nicht genau das, was
wir in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen?
Meine Damen und Herren, während wir hier in Europa
lange diskutiert haben, haben andere gehandelt. Die EU
hatte 2017 ihre Position als wichtigster Handelspartner
des Mercosur an China verloren. Die Chinesen liefern
Technologien, investieren strategisch und bauen in
Wirklichkeit Abhängigkeiten auf. Wir Europäer wollen
dagegen eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit
mit Südamerika. Der Handelsteil des
Mercosurabkommens ist zum 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft getreten,
und zwar aus guten Gründen: Denn es entsteht hier eine
der weltweit größten Freihandelszonen mit über 700
Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern. Und das ist
im beiderseitigen Interesse: von Mercosur und auch der
EU-Staaten.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Welche Botschaft geht davon aus? Wir stehen hier als
Demokratien und Rechtsstaaten mit denselben Werten in
einer Zeit zusammen, in der autoritäre Staaten die
regelbasierte Ordnung zerstören wollen. Für uns ist deshalb
klar: Das Mercosurabkommen stärkt unseren Mittelstand,
es macht uns in Europa unabhängiger von weltpolitischen
Umbrüchen und sichert unsere heimischen Arbeitsplätze.
Während manche Länder mit Protektionismus und
willkürlichen Zöllen anderen ihren Willen aufdrängen
wollen, treten wir für offene Märkte und eine regelbasierte
Ordnung ein; denn wir sehen im fairen Miteinander einen
Vorteil für alle Beteiligten.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Relationen
- part_of → Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Organisierte Kriminalität systematisch zerschlagen
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