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Schriftliche Frage 118 von Dr. Paul Schmidt (AfD): Welche Rolle misst die Bundesregierung zukünftigen Kernfusionskraftwerken im deutschen Stromsystem zu und ab wann soll ihnen diese Rolle zuk…

dip / schriftliche_frage 09.10.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 5. Oktober 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

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Schriftliche Frage 118 von Dr. Paul Schmidt (AfD): Welche Rolle misst die Bundesregierung zukünftigen Kernfusionskraftwerken im deutschen Stromsystem zu und ab wann soll ihnen diese Rolle zuk… Frage 118 (Dr. Paul Schmidt, AfD): Welche Rolle misst die Bundesregierung zukünftigen Kernfusionskraftwerken im deutschen Stromsystem zu und ab wann soll ihnen diese Rolle zukommen – gerade vor dem Hintergrund, dass Forschung und Entwicklung hinsichtlich der dann erforderlichen Abschirmung hoher Neutronenflüsse noch kaum stattgefunden haben? Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Silke Launert vom 8. Oktober 2026: Die Bundesregierung geht davon aus, dass der Strombedarf in Deutschland, aber auch in den meisten anderen Ländern in den nächsten Jahrzehnten stetig steigen wird. Gründe dafür sind vor allem die zunehmende Elektrifizierung der Sektoren, z. B. durch Wärmepumpenheizungen, Elektrofahrzeuge und neue Industrieprozesse. Zudem ist anzunehmen, dass die Strombedarfe durch Anwendungen in der digitalen Welt wie KI und Cloud-Rechenzentren weiter steigen. Die Fusion bietet, sofern ein entsprechendes Kostenniveau erreicht wird, die Chance einer zusätzlichen und autarken Energieversorgung für Deutschland, weitgehender Unabhängigkeit von Importen von Rohstoffen oder Energieträgern sowie die Möglichkeit einer CO2-armen, regelbaren Grundlastversorgung, auch für eine direkte Versorgung von energieintensiven Industrien. Die Zeitskala zur Inbetriebnahme solcher Kraftwerke ist naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet. Auf Grund der noch bestehenden Forschungsbedarfe in verschiedenen Teilfeldern, geht die Bundesregierung im Erfolgsfall momentan von einer möglichen Stromeinspeisung ab etwa Mitte der 2040er Jahre aus. Neutronen stellen als Energieträger des Prozesses eine der wesentlichen Herausforderungen für die Nutzung der Fusionsenergie dar, an deren Lösung intensiv geforscht wird. Die Abschirmung des Neutronenflusses gegenüber den weiteren Funktionskomponenten und der Außenwelt stellt allerdings nicht die wesentliche Schwierigkeit dar. Durch die Wechselwirkung der Neutronen in der ersten Wand wird ein Großteil der hochenergetischen Neutronen in niederenergetische Neutronen umgewandelt. Die Abschirmung und weitere Moderation der restlichen Neutronen findet dann über das Vakuumgefäß und eine Zusatzabschirmung statt. Wesentliche Erkenntnisse zu diesen Prozessen soll beispielsweise der im Juli 2026 gestartete Fusions-Hub „MATerials and TRItium Hub – Enabling Fusion Technologies (MAT-TRIx)“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt liefern. Zudem beteiligt sich Deutschland an der für die Fusionsforschung geplanten Neutronenquelle „International Fusion Materials Irradiation Facility DEMO Oriented Neutron Source“ (IFMIF-DONES), die Anfang der 2030er Jahre zur Verfügung stehen soll.

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