Bundesbericht Energieforschung 2025
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Bundesbericht Energieforschung 2025
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3750
21. Wahlperiode 12.12.2025
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Bundesbericht Energieforschung 2025
Zugeleitet mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 10. Dezember 2025.
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Wirtschaft und Energie (BMWE)
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10100 Berlin
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Stand
Dezember 2025
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Diese Publikation wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Die Publikation wird
kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darf nicht zur
Wahlwerbung politischer Parteien oder Gruppen eingesetzt werden.
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 2 –
Inhalt
1. Energieforschungspolitik der Bundesregierung .....................................................................................................................................................4
1.1 Forschung für den Wandel des Energiesystems ............................................................................................................................................................6
1.1.1 Mittelentwicklung .............................................................................................................................................................................................................................................................7
1.1.2 Governance ....................................................................................................................................................................................................................................................................................11
1.2 Das Förderprogramm Fusion 2040 .............................................................................................................................................................................................................17
2. Projektförderung des BMWE in der angewandten Energieforschung.........................................18
2.1 Forschungsmission Energiesystem .............................................................................................................................................................................................................21
2.2 Forschungsmission Wärme ............................................................................................................................................................................................................................................24
2.3 Forschungsmission Strom .................................................................................................................................................................................................................................................27
2.4 Forschungsmission Wasserstoff ........................................................................................................................................................................................................................30
2.5 Forschungsmission Transfer .........................................................................................................................................................................................................................................31
2.6 Gezielte Programmsteuerung durch Monitoring und Evaluation .................................................................................32
3. Projektförderung des BMFTR in der anwendungsorientierten
Grundlagenforschung ......................................................................................................................................................................................................................................................................34
3.1 Strategische Förderformate ..........................................................................................................................................................................................................................................35
3.2 Energiewende in den Verbrauchssektoren ..............................................................................................................................................................................39
3.3 Energieerzeugung ..................................................................................................................................................................................................................................................................................41
3.4 Systemintegration: Netze, Speicher, Sektorenkopplung ......................................................................................................................41
3.5 Systemübergreifende Forschungsthemen der Energiewende ...............................................................................................42
4. Projektförderung des BMFTR im Förder programm Fusion 2040 ...............................................................44
5. Institutionelle Energieforschung ...................................................................................................................................................................................................................47
6. Weitere Fördermaßnahmen mit Energiebezug ..................................................................................................................................................50
7. Europäische und internationale Zusammenarbeit ...................................................................................................................................53
8. Forschungsförderung der Länder .................................................................................................................................................................................................................57
9. Tabellen .......................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................61
9.1 Fördermittel in der Energieforschungsförderung des Bundes ..............................................................................................62
9.2 Fördermittel in der Energieforschungsförderung der Länder .................................................................................................70
3
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 3 –
1. Energieforschungspolitik
der Bundesregierung
Energieforschung und Energieinnovationen sind strategische Elemente
der Energiepolitik. Sie liefern Lösungen und neue Ansätze für ein
bezahlbares, resilientes, effizientes und klimaneutrales Energiesystem.
Forschung, Entwicklung und Demonstration moderner
Energietechnologien unterstützen die langfristige Gewährleistung der
Versorgungssicherheit sowie die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des
Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Die Energiepolitik steht vor einer doppelten
Herausforderung: den sicheren Umbau des
Energiesystems zur Klimaneutralität entschlossen
voranzubringen und gleichzeitig die Grundlagen für eine
resiliente, zukunftsfähige und prosperierende
Wirtschaft zu schaffen. Die Energieforschung flankiert
diese Prozesse – sie denkt die Umsetzung auf
Technologieebene vor und erweitert den Fokus – im
Sinne der Zukunftsvorsorge – auch darüber hinaus.
Damit schafft sie die Voraussetzungen, um
Klimaziele zu erreichen, den Wandel der Volkswirtschaft
zu unterstützen und den Wohlstand künftiger
Generationen zu sichern.
Im Fokus: Transfer von Innovationen
in den Markt
In der neuen Legislatur hat die Bundesregierung
hierfür wichtige Initiativen auf den Weg gebracht.
Mit der Hightech Agenda Deutschland und der
Ankündigung eines neuen
Energieforschungsprogramms will der Bund die Strukturen der
Forschungsförderung neu ordnen. Es soll ein
kohärenter, langfristig angelegter Rahmen für die
Energie forschung entstehen, der Kräfte bündelt
und Synergien in der Förderpolitik schafft, um den
Transfer innovativer Lösungen in die Praxis zu
beschleunigen. Zugleich setzt die Bundesregierung
auch ein starkes Signal für die langfristigen
Perspektiven der Energieversorgung. Deutschland
übernimmt bei der Erforschung und Entwicklung eines
Fusionsreaktors Verantwortung und stärkt seine
Rolle als international führender Standort für
Spitzenforschung.
Die Energieforschungspolitik der Bundesregierung
treibt den Fortschritt voran, stärkt die Souveränität
und gestaltet die Energiezukunft – für eine sichere,
klimaneutrale und wirtschaftlich starke
Volkswirtschaft.
Die Energieforschung unterstützt den Umbau des Energiesystems durch zukunftsweisende Entwicklungen – beispielsweise für intelligente
Stromnetze oder energetisch vernetzte Wohnquartiere.
6 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
Know-how der Energieforschung stärkt
Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
Zugleich wirkt das entwickelte Knowhow nicht
nur als Motor für den Umbau des Energiesystems,
sondern generiert auch wichtige Innovationen für
die erforderliche Standortmodernisierung.
Außerdem stärkt es die Position deutscher Unternehmen
im internationalen Wettbewerb auf dem Gebiet
moderner Energietechnologien.
Die Bundesregierung setzt auf Innovationen im
Strom und Wärmesektor, der Digitalisierung des
Energiesystems, Sektorkopplung u.a. durch den
Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft sowie den
Ausbau geeigneter Energieinfrastruktur, wie Speicher
und Netze. Dafür unternimmt sie seit Dekaden
große Anstrengungen in der Forschungsförderung
im Rahmen von Energie forschungsprogrammen
(EFP). Unternehmen, Universitäten,
Forschungseinrichtungen und Gesellschaft arbeiten eng
zusammen, um neue Lösungen zu finden. Denn klar ist:
Ohne Forschung wird es nicht gelingen, den
Wandel des Energiesystems erfolgreich zu bewältigen,
die Klimaziele zu erreichen und die notwendige
bezahlbare Energie für den Wirtschaftsstandort
bereitzustellen.
Ohne Forschung wird es nicht
gelingen, den Umbau und die
Modernisierung des Energiesystems
erfolg reich zu bewältigen, die
Klimaziele zu erreichen und den
Wirtschafts standort Deutschland
zukunftsfähig aufzustellen.
1.1 Forschung für den Wandel
des Energiesystems
Das Energiesystem hat sich bereits stark verändert
und die Herausforderungen des Umbaus spiegeln
sich in den Schwerpunkten der Energieforschung
wider. Heute und in Zukunft gilt es, den
Energieverbrauch zu senken, neue Energieträger in das
Energiesystem einzubinden, Energie günstig und
sicher zur Verfügung zu stellen, das Klima zu
schützen und den Wirtschaftsstandort
Deutschland zu stärken.
Für das Energiesystem spielt die geopolitische Lage
eine wichtige Rolle. Weltweite Spannungen nehmen
Einfluss auf die Versorgungssicherheit. Besonders
der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie schnell der
Zugang zu Energie unsicher werden kann.
Gleichzeitig müssen Fragen des Klimaschutzes dringend
adressiert werden. Zudem muss Energie für den
Erhalt und das Stärken von Wirtschaftskraft
bezahlbar sein. Die Bundesregierung hat auf diese
Zukunftsfragen reagiert und
Energieforschungsmaßnahmen nochmals verstärkt.
Klimaneutrales Energiesystem und
sektorspezifische Herausforderungen
Die Ziele beim Umbau des Energiesystems sind
ehrgeizig. Deutsch land will noch vor der Mitte des
Jahrhunderts klimaneutral werden. Das bedeutet,
dass der Ausstoß von CO2 rasch und deutlich
sinken muss. Dafür reichen aktuelle Technologien
nicht aus. Nur durch Innovationen kann der Anteil
klimaneutraler Energieträger und erneuerbarer
Energien in allen Verbrauchssektoren weiter
steigen. Gleichzeitig muss für eine resiliente
Energieversorgung Energie insgesamt effizienter genutzt
beziehungsweise der Energiebedarf gesenkt
werden. Diese im doppelten Sinne nachhaltige
Energiesicherheit erfordert viel Forschung und Innovation.
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 6 –
Der Umbau des Energiesystems verändert die Lebens- und Arbeitswelt grundlegend. Expertinnen und Experten aus der Industrie und
Wissenschaft forschen mit Hochdruck an innovativen Lösungen, damit Deutschland klimaneutral wird.
1.1.1 Mittelentwicklung
Im Jahr 2024 hat die Bundesregierung 1,414
Milliarden Euro in die Energieforschung investiert.
Von der Grundlagenforschung bis zur
angewandten Forschung hat der Bund damit die
Entwicklung und Optimierung neuer Technologien und
Anwendungen durch öffentliche Förderung
unterstützt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
(BMWE) und das Bundesministerium für Forschung,
Technologie und Raumfahrt (BMFTR) haben davon
975 Millionen Euro in die Projekt förderung
investiert und damit 6.763 laufende
Forschungsvorhaben gefördert. 1.256 Projekte hat der Bund 2024
neu bewilligt. Forschung, Entwicklung und
Demonstration von Energie und
Effizienztechnologien sind vornehmlich Aufgaben der Wirtschaft.
309,27 Millionen Euro haben Unternehmen daher
als Eigenanteil in innovative Projekte investiert.
378,32 Millionen Euro hat die Bundesregierung
zudem im Rahmen der institutionellen Förderung
im Forschungsbereich Energie der
HelmholtzGemeinschaft eingesetzt.
Die Bundesregierung hat 2024 im Rahmen der
Energieforschung 6.763 Projekte mit insgesamt
975 Mio. Euro gefördert.
Um durchschnittlich 2 bis 3 Stufen erhöht
sich das Technology Readiness Level
während der Laufzeit eines geförderten
Forschungsprojekts in der angewandten
Energieforschung.
2 bis 3
6.763 | 975
8 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
Abbildung 1: Mittelabfluss in 2024 im Energieforschungsprogramm des Bundes in Mio. Euro
BMWE Forschungsmission Energiesystem
BMWE Forschungsmission Wärme
BMWE Forschungsmission Strom
BMWE Forschungsmission Wasserstoff
BMWE Sonstige
BMFTR Grundlagenforschung (nicht-nuklear)
BMFTR Fusionsforschung
BMFTR Nukleare Sicherheitsforschung (Nachwuchsförderung)
BMFTR Institutionelle Förderung (HGF)
BMWE & BMFTR Begleitende Maßnahmen
50,58
218,73
229,94
101,75
8,20339,73
9,68
16,74
378,32
60,44
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 8 –
1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 9
2024 hat die Bundesregierung
im Energieforschungsprogramm
6.763 Projekte gefördert
(Vorjahr: 7.570)
975 Mio. Euro
Gesamtfördermittel
der Projektförderung 2024
Gesamtfördermittel
(inkl. institutioneller
Förderung)
309 Mio. Euro
Eigenanteil deutscher Unternehmen
zu Forschungs und
Entwicklungsprojekten
(Vorjahr: 368,58 Mio. Euro)
Zuwendungsempfänger neu bewilligter Projekte*
23 %
19 %
24 %
30 %
4 %
Forschungseinrichtung Großunternehmen
Hochschule
KMU
Sonstige
2024 hat der Bund
1.256 Projekte
neu bewilligt
(Vorjahr: 1.796)
1,4
Mrd. Euro
Gesamtfördermittel 2024
im Energieforschungsprogramm
(Vorjahr: 1,462 Mrd. Euro)
115 Mio. Euro
Fördermittel für KMU* für 2024
neu bewilligte Projekte
* nach deutscher KMUDenition
1.311
1.462 1.414
1.148
0
500
1000
1500
20242023202220212020
751
945
1.112 1.078 975
1.217
Projektförderung
Entwicklung Fördermittel in Mio. Euro
Abbildung 2: Die Förderung der Energieforschung auf einen Blick
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 9 –
10 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
Quelle: GeoBasis-DE/BKG 2021 (Daten verändert)/Geodaten des BKG für Adressen der ausführenden
Stellen aus der BMFTR profi-Datenbank/Projektträger Jülich
Abbildung 3: Übersicht über die laufenden (blau) und neu bewilligten (grün) Projekte
der nicht-nuklearen Energieforschung in Deutschland
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 10 –
1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 11
1.1.2 Governance
Das Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie koordiniert als federführendes Ressort die
Energieforschungspolitik des Bundes, an der auch
das Bundesministerium für Forschung,
Technologie und Raumfahrt maßgeblich beteiligt ist.
Durch eine gut aufeinander abgestimmte
Governance wird sichergestellt, dass Synergieeffekte
genutzt werden und Forschungsergebnisse
schneller in den Markt gelangen.
Warum Projektförderung?
Die Projektförderung ist ein flexibles Instrument
der Forschungsförderung. Sie unterstützt gezielt
innovative Ideen und Lösungen für ein
klimaschonendes, robustes und bezahlbares Energiesystem.
Forschungsteams bearbeiten hierbei klar definierte
Fragestellungen. Das schafft schnelle Fortschritte
in wichtigen Bereichen. Zudem ermöglicht die
Projektförderung die interdisziplinäre Zusammenarbeit
zwischen Unternehmen, Hochschulen und
Instituten. Die Forschung ist dynamisch an aktuelle
Herausforderungen anpassbar, da Projekte
üblicherweise auf drei oder weniger Jahre geplant sind.
Die Ergebnisse sind direkt anwendbar: entweder
als Vorbereitung für die spätere Markteinführung
oder als Grundlage für weitere
Entwicklungsarbeiten. So wird der Transfer in die Praxis beschleunigt.
Das macht die Umsetzung der
Modernisierungsaufgabe effizienter.
I N F O
Die Förderung der Energieforschung erfolgt durch
die Instrumente der Projektförderung und der
institutionellen Förderung (siehe Kapitel 5, Seite 47).
Durch diesen Mix stellt die Bundesregierung
einerseits die notwendige Agilität und Dynamik sicher,
damit aus der Forschung praxisrelevante
Ergebnisse entstehen und schnell den Weg in den Markt
finden. Andererseits gewährleistet die
kontinuierliche Unterstützung im Rahmen der institutionellen
Förderung die erforderliche finanzielle Sicherheit
für Forschungseinreichungen für langfristige
Entwicklungen.
Abbildung 4: Die neun Stufen des Reifegrads von Technologien
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 11 –
Programmatik: Fördermaßnahmen der
angewandten Energieforschung und der
anwendungsorientierten Grundlagenforschung
sind komplementär
Die Bundesregierung fördert seit den 1970er Jahren
die Energieforschung als strategisches Element der
Energiepolitik. Die Förderung erfolgt durch die für
Energieforschung zuständigen Ressorts und
umfasst die gesamte Bandbreite: von der
Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis
zum Erproben von Innovationen kurz vor der
Marktreife. Grundlage hierfür sind aufeinander
aufbauende Energieforschungsprogramme (EFP),
die an den Bedürfnissen von Wirtschaft,
Energieversorgung, Gesellschaft und Klimaschutz
orientiert sind und durch Fortschreibung entsprechend
angepasst werden.
Die Forschungsförderung der Ressorts ist
arbeitsteilig organisiert und erfolgt entlang der jeweiligen
Ressortzuständigkeiten: Das BMFTR ist im Rahmen
der Energieforschung für Förderungen der
anwendungsorientierten Grundlagenforschung zuständig.
Das BMWE übernimmt mit seiner
Projektförderung die Förderung der angewandten Forschung.
Dies entspricht den Zuständigkeitsfestlegungen des
Organisationserlasses des Bundeskanzlers aus dem
Jahr 1998. Die Zuständigkeitsabgrenzung wurde im
7. Energieforschungsprogramm mithilfe des
sogenannten Technologiereifegrades (TRL)
operationalisiert. Das BMFTR ist danach für Förderungen
eines TRL von 1 bis 3 zuständig. Das BMWE
ermöglicht Förderungen, die einem TRL 3 bis 9
entsprechen und damit anwendungsnäher sind.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
(BMWE) fördert die angewandte Energieforschung
und Energieinnovation durch die Projektförderung
und im Rahmen der Initiative „Reallabore der
Energiewende“. Zudem setzt das BMWE auf
praxisnahe, dynamische Formate wie Mikroprojekte und
sieht mehr Unterstützung für kleine und mittlere
Unternehmen (KMU) vor. Vor dem Hintergrund
hochdynamischer Entwicklungen im
Energiebereich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine
und den veränderten Bedarfen für Innovationen in
der Energiewirtschaft und der Industrie hat das
BMWE einen dringenden Anpassungs und
Modernisierungsbedarf der Programmatik für
angewandte Energieforschung festgestellt und im
Oktober 2023 das 8. Energieforschungsprogramm zur
angewandten Energieforschung des BMWE
vorgelegt (siehe Kapitel 2, Seite 18). Das neue Programm
zielt mit seiner missions und zielorientierten
Struktur sowie einer modernen Governance darauf
ab, die Fördereffizienz zu erhöhen und
Innovationen für ein resilientes und klimaneutrales
Energiesystem schnell in die Praxis zu bringen. Durch
diesen Ansatz trägt die angewandte Energieforschung
über die bisherige Programmstruktur hinaus
verstärkt dazu bei, den sektorenübergreifenden
Die Energieforschung unterstützt den Umbau des Energiesystems durch zukunftsweisende Entwicklungen. Das Ziel ist ein resilientes und kosteneffizientes
Energiesystem, das Deutschland sicher mit Energie versorgt.
1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 13
Umbauprozess im Energiebereich zu forcieren. Am
31. Mai 2024 wurde die Förderbekanntmachung
veröffentlicht, welche die Förderschwerpunkte des
Programms benennt. Im Oktober 2024 wurde der
ständige Programmbeirat mit Mitgliedern aus
Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft ernannt.
Das Bundesministerium für Forschung,
Technologie und Raumfahrt (BMFTR) verantwortet die
anwendungsorientierte Grundlagenforschung im
Energiebereich inklusive Beiträgen zur Nationalen
Wasserstoffstrategie. Dabei liegt der Fokus darauf,
die Energieversorgung effizienter, erneuerbarer
und kostengünstiger zu machen sowie neue
Energieträger in das Energiesystem zu integrieren (siehe
Kapitel 3, Seite 34). Das BMFTR fördert dabei nach
wie vor im Rahmen des 7.
Energieforschungsprogramms der Bundesregierung.
Außerdem unterstützt das BMFTR den
wissenschaftlichen Nachwuchs, den akademischen
Austausch und Wissenschafts/
Forschungskooperationen auf EU und internationaler Ebene. Seit 2023
fördert das BMFTR im Programm „Fusion 2040“
die Fusionsforschung (siehe Kapitel 4, Seite 44) zur
Entwicklung von Fusionskraftwerken als
langfristige Energiequelle.
Mit der 2025 veröffentlichten Hightech Agenda
Deutschland hat sich die Bundesregierung das Ziel
gesetzt, die Forschung für Schlüsseltechnologien
der Energiewende in einem zielorientierten und
technologieoffenen Energieforschungsprogramm
der Bundesregierung zu bündeln.
Koordinierung
Die Koordination der Energieforschungspolitik
verantwortet das BMWE als federführendes
Ministerium der Energiepolitik. In der
Koordinierungsplattform Energieforschung stimmen sich die an
der Energieforschung beteiligten Ministerien zu
geplanten Forschungs und Innovationsmaßnahmen
ab. So werden Synergien zwischen den jeweiligen
Programmen erschlossen, was einen schnelleren
Ergebnistransfer in die Praxis ermöglicht. Das
Energieforschungsprogramm als zentrales Element
deutscher Energiepolitik wirkt in Strukturen der
Abbildung 5: Die Governance-Systematik des 8. Energieforschungsprogramms zur
angewandten Energieforschung des BMWE
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 13 –
14 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
Stakeholder und Vernetzung
Der Austausch zwischen allen relevanten
Akteuren ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg
von Forschung in der Praxis.
Vernetzung und Austausch sind entscheidend,
damit der Umbau des Energiesystems mit Hilfe
neuer Technologien und Anwendungen weiterhin
erfolgreich verläuft. Die Vernetzung innerhalb und
mit der Forschungsebene ist hierbei besonders
relevant, da diese mit ihren Innovationen die
Grundlage für die EnergiesystemStrukturen von
morgen legt.
Innovationsimpulse aus den
Forschungsnetzwerken Energie
Das Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie vernetzt seit 2014 Akteure aus Wissenschaft,
Wirtschaft und Politik im Rahmen der
Forschungsnetzwerke Energie. Die acht themenspezifischen
Netzwerke fördern den Austausch und die
Zusammenarbeit der Innovatoren. Sie zählen insgesamt
über 3.000 Mitglieder.
Die Mitglieder in den acht offenen Expertenforen
arbeiten selbstorganisiert in Arbeits oder
Themengruppen zusammen. Sie tauschen sich über den
aktuellen Forschungsstand verschiedener
Technologien aus oder vernetzen sich für gemeinsame
Forschung und Innovationstransfer. Ihre Expertise
ist auch in der Politik gefragt. So bringen sie ihr
Knowhow bei politischen Fragestellungen im
Vorfeld von Förderprogrammen oder maßnahmen
ein. Neben den Präsenztreffen bieten auch die
virtuell stattfindenden EnergieDialoge die
Möglichkeit, sich über Projekte und Themen zu
informieren und auszutauschen.
2024 neu gegründet: Forschungsnetzwerk
Energiewende und Gesellschaft
Eine Gründung und ein Jubiläum wurden
gemeinsam gefeiert: Mitte Oktober 2024 kamen
etwa 200 Gäste aus Forschung, Wirtschaft,
Vereuropäischen und internationalen
Energieforschungskooperation mit Fokus auf das
Energiesystem der Zukunft mit. Das BMWE vertritt die
Bundesregierung in den dafür vorgesehenen
europäischen und internationalen Gremien (siehe
Kapitel 7, Seite 53).
Die Bundesregierung fördert aber auch darüber
hinaus Forschung und Innovation zu
energierelevanten Themen im Rahmen nationaler Strategien
und Programme, die einen anderen fachpolitischen
Fokus haben (siehe Kapitel 6, Seite 50). Auf diese
Weise wird dem Querschnittscharakter und der
Bezüge der klimaneutralen Energieversorgung
Rechnung getragen. Zu den Programmen mit
direktem oder indirektem Bezug zu
Energieinnovationen zählen beispielsweise das Dachkonzept
Batterieforschung, die nukleare
Sicherheitsforschung und die Nationale Klimaschutzinitiative
(NKI).
Bund und Länder arbeiten ebenfalls eng
zusammen. Hierzu hat sich u. a. das Bund
LänderGespräch Energieforschungspolitik etabliert.
Zusätzlich wird ein transparenter Überblick über
die Forschungsförderung der Länder durch einen
jährlichen Bericht unterstützt (siehe Kapitel 8,
Seite 57). Diesen erstellt der Projektträger Jülich
im Auftrag des BMWE.
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 14 –
Die Mitglieder der Forschungsnetzwerke leisten mit ihrer Expertise wertvolle Beiträge in Stakeholder-Prozessen der Energiepolitik.
bänden und Politik im Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie zusammen. Anlass war
das zehnjährige Bestehen der vom BMWE
initiierten Forschungsnetzwerke Energie. Im Rahmen
der Veranstaltung wurde außerdem das neue
Forschungsnetzwerk „Energiewende und
Gesellschaft“ offiziell gegründet.
Akademienprojekt ESYS
Das BMFTR unterstützt das Akademienprojekt
„Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS). Dort
entwickeln mehr als 160 Fachleute Strategien für eine
klimaneutrale Energieversorgung. Themen sind
unter anderem WasserstoffInfrastrukturen,
Wärmewende und die Marktintegration erneuerbarer
Energien. ESYS organisiert dazu Austauschformate
mit Fachleuten und der Öffentlichkeit.
Über 3.000 Mitglieder sind
in den Forschungsnetzwerken
aktiv.
Die Forschungsnetzwerke im
thematischen Überblick
• Bioenergie
• Energiewendebauen
• Energiewende und
Gesellschaft
• Erneuerbare Energien
• Industrie und Gewerbe
• Stromnetze
• Systemanalyse
• Wasserstoff
3.000
16 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
Transparenz und Kommunikation
Transparenz ist ein wichtiger Teil des
Energieforschungsprogramms. Die Bundesregierung
informiert daher offen über Ziele und Fortschritte in
der Energieforschung.
So erfahren Bevölkerung, Forschende und
Fachleute, wie sich eine Energiezukunft und die dafür
erforderlichen Technologien und Anwendungen
entwickeln. Dabei geht es um Erfolge, neue Trends,
offene Fragen und Herausforderungen auf dem
Weg zu einer klimafreundlichen und stabilen
Energieversorgung. Auf der Website www.
energieforschung.de informiert das Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie über die Ziele,
Förderangebote und Fortschritte bei der
Energieforschung. Ein Newsletter gibt Fachleuten aus
Wissenschaft und Praxis Einblick über Neuigkeiten zur
Förderung und laufenden Projekten. Ein weiteres
Angebot ist die Website www.enargus.de. Dort
können Interessierte nachlesen, welche
Energieforschungsprojekte der Bund seit 1968 gefördert hat.
EnArgus erklärt auch Fachbegriffe und
Technologien. Außerdem sind dort Zahlen und Daten aus
dem Bundesbericht Energieforschung zugänglich.
EnArgus
EnArgus ist das digitale Informationssystem
über die Energieforschung in Deutschland.
Es stellt die vom Bund im Rahmen seiner
Energieforschungsprogramme geförderten
Projekte vor. Damit trägt es zu Transparenz und
Wissen über die Energieforschung bei. EnArgus
unterstützt Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Es hilft bei der Planung neuer
Forschungsprojekte und gibt einen Überblick über
Förderschwerpunkte und Fortschritte.
I N F O
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 16 –
17
1.2 Das Förderprogramm Fusion 2040
Die weltweit steigende Nachfrage nach Strom
und die Zielsetzungen der internationalen
Energiepolitik erfordern es aus Sicht der
Bundesregierung, eine breite Palette von Optionen für die
künftige Energieversorgung zu erforschen. Die
Erforschung der Fusion hat das Ziel, eine nicht auf
fossile Brennstoffe angewiesene, grundlastfähige,
saubere und bezahlbare Energiequelle zu
erschließen. Die Fusionsforschung ergänzt daher als
langfristig ausgerichtete Forschung die Maßnahmen
zur Umsetzung des Energiesystems.
Mit dem Förderprogramm „Fusion 2040 –
Forschung auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“, das
im März 2024 veröffentlicht wurde, ergänzt die
Bundesregierung die institutionelle Förderung der
Fusion um eine strategische Projektförderung.
Neben der Steigerung des technologischen
Reifegrads (TRL) der Fusionstechnologien hat das
Programm den Aufbau eines Fusionsökosystems als
Ziel (vgl. Grafik). Hierzu zählt neben der Aus und
Weiterbildung von Fachkräften insbesondere die
Schaffung von Rahmenbedingungen für eine
zukünftige Wertschöpfung im Fusionssektor in
Deutschland. Ein weiteres zentrales Standbein des
Programms Fusion 2040 sind strategische
Partnerschaften, sowohl innerhalb Deutschlands mit den
Bundesländern als auch mit internationalen
Wertepartnern.
Auf der Website www.bmftrfusionsforschung.de
informiert das Bundesministerium für Forschung,
Technologie und Raumfahrt über die Ziele,
Förderangebote und Fortschritte bei der
Fusionsforschung.
Wendelstein 7-X ist eine Experimentieranlage zur Erforschung der
Kernfusionstechnik. Sie wird in Greifswald vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
betrieben.
Abbildung 6: Ziel des Forschungsprogramms Fusion 2040: den Weg zum ersten Kraftwerk zu ebnen
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 17 –
2. Projektförderung des
BMWE in der angewandten
Energieforschung
Mit seinem missionsorientierten 8. Energieforschungsprogramm zur
angewandten Energieforschung hat das Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie klare, ambitionierte Forschungsziele in fünf
strategischen Themenfeldern formuliert. So soll Forschung fokussiert
und ergebnisorientiert dazu beitragen, Innovationen schnell in die
Praxis zu bringen.
2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG 19
Das 8. Energieforschungsprogramm des BMWE
unterstützt das ehrgeizige Ziel eines
klimaneutralen und widerstandsfähigen Energiesystems der
Zukunft. Um dies zu erreichen, setzt das BMWE auf
eine missionsorientierte Forschungs und
Innovationspolitik. Als lernendes Programm reagiert es
flexibel auf neue Erkenntnisse und Entwicklungen
und auf technische Fortschritte. Es zielt darauf ab,
Was ist eine Mission?
Eine Forschungsmission verfolgt ein klares Ziel.
Sie soll drängende Herausforderungen in einem
konkreten Themenfeld lösen. Dazu werden
Fachleute, Fördermittel und Wissen thematisch
gebündelt. Es werden Forschungsarbeiten gefördert, die
schnell lösungsorientierte Ergebnisse zum Nutzen
für die Gesellschaft bringen.
Was bedeutet „lernendes Programm“ in der Praxis?
Lernend bedeutet einerseits, dass das BMWE die
Programmziele der Missionen kontinuierlich auf
neue Entwicklungen anpasst. Andererseits können
Projektteams innerhalb der Laufzeit für ihre
Forschungs inhalte neue Akzente setzen. Damit
bekommt die Forschungsförderung die nötige
Dynamik, um Innovationen für das Energiesystem
zu beschleunigen.
Woher kommen neue Impulse für das 8.
Energieforschungsprogramm des BMWE?
Ein interdisziplinär zusammengesetzter Beirat
berät das BMWE zur Energieforschungspolitik und
zur Umsetzung des Energieforschungsprogramms.
So fließen neue Impulse aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Industrie in die Energieforschungspolitik
ein. Zudem erarbeiten die Forschungsnetzwerke
Energie als breit aufgestellte und fachspezifische
Stakeholder-Formate mit rund 3.000 Mitgliedern
(siehe Kapitel 1.1.2 Governance, Seite 14)
regelmäßig Empfehlungen, um die
Förderschwerpunkte und Programmziele an neue
Gegebenheiten anzupassen.
I N F O
den Wandel des Energiesystems durch Innovation
zu beschleunigen und dynamisch auf neue
Herausforderungen zu reagieren. Der Umbau des
Energiesystems soll zum Standortvorteil für Deutschland
werden. Eine intelligent verknüpfte und integrierte
Versorgungsstruktur mit neuen
Geschäftsmodellen, Steuerungs und Planungstools soll die
Wirtschaftlichkeit und Effizienz fördern.
Mission
Energiesystem
Mission
Wärme
Mission
Strom
Mission
Wasserstoff
Mission
Transfer
Quelle Icons: Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich GmbH
Das 8. Energieforschungsprogramm des BMWE hat fünf strategische Schwerpunkte:
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 19 –
Sind Sie an weiteren
Informationen über die
angewandte Energieforschung des
Bundeswirtschaftsministeriums
interessiert?
Diese finden Sie auf
www.energieforschung.de
212. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.1 Forschungsmission Energiesystem
Um die notwendigen Innovationen anzureizen,
fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie Forschung zu Fragen der Systemanalyse
und integration, zur sektorübergreifenden System
modellierung und planung sowie zu digitalen
Lösungen, aber auch zu gesellschaftspolitischen
Herausforderungen beim Umbau des
Energiesystems und im Bereich Ressourceneffizienz und
zirkulärer Wirtschaft.
neu bewilligte Projekte in dieser Mission
144
„Wir treiben mit Innovationen den Wandel
zu einem klimaneutralen, effizienten und
resilienten Energiesystem voran.“
Programmziele
• Zielbild und Umsetzungspfade für den Wandel
des Energiesystems weiterentwickeln
• Gesamteffizienz des Energiesystems verbessern
• Resilienz und Versorgungssicherheit im
Energiesystem sicherstellen
• Nachhaltigkeit im Energiesystem erhöhen
• Den Umbau des Energiesystems wirtschaftlich
und balanciert gestalten
MEHR ZUR MISSION
ENERGIESYSTEM
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 21 –
Welche Herausforderungen des Energiesystems
haben Sie mit Ihrer Forschung adressiert?
DrosteFranke: Wir haben uns mit der Gestaltung
zukünftiger Energiesysteme beschäftigt, die stark
auf erneuerbare Energien angewiesen sind, welche
nicht immer verfügbar sind. Dabei haben wir
insbesondere untersucht, wie Flexibilitäten,
Speicheroptionen und intelligente Steuerungen gestaltet
werden können, um nicht nur den Normalbetrieb
zu optimieren, sondern auch die Resilienz bei
externen Störungen sicherzustellen.
Was wollten Sie mit dem Projekt erreichen?
Wir wollten ein praxisnahes Konzept entwickeln,
mit dem die digitale Energiewende resilient
gestaltet werden kann. Herzstück war ein
StresstestInstrument. Damit lässt sich gemeinsam mit
Stakeholdern die Resilienz zukünftiger Energiesysteme
erarbeiten. Wir wollten ein Tool entwickeln, in dem
man mit Hilfe von Szenarien simulieren kann, ob
ein anvisiertes System unter Störungen weiterhin
zuverlässig funktioniert, zumindest teilweise aktiv
bleibt, und seine Funktionsfähigkeit schnell
wiederherstellen kann.
Wie sind Sie dabei vorgegangen?
Wir haben zunächst als ein Element eine
interdisziplinäre Expertengruppe eingerichtet. Die Gruppe
hat sich mit konzeptionellen und übergeordneten
Fragen befasst. Außerdem haben wir
Systemanalysen in Bereichen wie nationale Energieversorgung,
elektrische Netze und Verkehr durchgeführt. Die
Ergebnisse haben wir in einem inter und
transdisziplinären CoDesignProzess gemeinsam mit
Praktikerinnen und Praktikern erarbeitet. So haben
wir sichergestellt, dass das Tool praxisnah und
anwendbar ist.
Wie funktioniert das StresstestTool konkret?
Das Tool bündelt die Ergebnisse unserer Analysen
so, dass Akteure resiliente Energiesysteme gestalten
können. Es simuliert Extremfälle, die wir
exemplarisch für einzelne Regionen untersucht hatten.
Dank statistischer Methoden und generischer
Typologien von Technologien und Akteuren sind
die Ergebnisse übertragbar. Außerdem zeigt das
Tool typische Auswirkungen, die auch für andere
Regionen relevant sind.
Gab es Elemente, die Ihnen dabei besonders
wichtig waren?
Unser zentraler Ansatz war es, ein Tool zu
entwickeln, mit dem die Vor und Nachteile
verschiedener Optionen im Hinblick auf ihre Resilienz
leicht erfasst werden können. Zudem sollten die
Details über wichtige Hintergründe und
Annahmen der Analysen transparent für die Entscheider
in der Praxis sein. Außerdem ist das Tool
webDas Energiesystem fit machen für extreme Stressfälle
Energiesicherheit ist zentral für Wohlstand und Wirtschaftskraft in
Deutschland. Im Projekt ReMoDigital haben Fachleute daher ein Konzept
für einen Stresstest entwickelt, um die digitale Energiewende resilient
zu machen. Projektleiter Dr. Bert DrosteFranke gibt Einblick in die
Forschung.
Projektleiter Dr. Bert Droste-Franke
von der IQIB GmbH
„Wir wollten ein praxisnahes
Konzept entwickeln, mit dem die
digitale Energiewende resilient
gestaltet werden kann.“
E R F O L G S G E S C H I C H T E
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 22 –
Das Projektteam hat die Resilienzmaßnahmen mit Fachleuten diskutiert.
basiert und in einer Umgebung mit mehreren
Bildschirmen, ähnlich einem DecisionTheater,
einsetzbar, sodass Auswirkungen von Alternativen gut
miteinander verglichen werden können.
Wie kann es in der Praxis eingesetzt werden?
Das Tool haben wir primär für Energiesysteme
entwickelt. Allerdings kann es grundsätzlich auch auf
andere kritische Infrastrukturen ausgeweitet
werden. Hierfür müssen jedoch spezifische Analysen
ergänzt werden. Mit breiteren Datengrundlagen
und zusätzlichen Modellen könnten wir das Tool
zudem gezielt für weitere Regionen und Szenarien
anpassen.
Das Interview führte Mareike Lenzen,
Bereich Forschungskommunikation beim
Projektträger Jülich.
ZUR LANGFASSUNG
DES INTERVIEWS
Technology Readiness Level nach
Projektende: 4
Zuwendungsempfänger: IQIB – Institut für
qualifizierende Innovationsforschung und
-beratung GmbH (Koordination), DLR- Institut
für Vernetzte Energiesysteme, DLR-Institut
für Verkehrsforschung, ZIRIUS Zentrum für
Interdisziplinäre Risiko- und
Innovationsforschung, Universität Stuttgart, OFFIS e. V.
Oldenburg
Fördermittel: 2,94 Millionen Euro
Projektbeschreibung auf EnArgus:
P R O J E K T R e M o D i g i t a l
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 23 –
24 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.2 Forschungsmission Wärme
Über die Hälfte des Energieverbrauchs in
Deutschland wird für das Heizen und Kühlen
benötigt. Damit die CO2Emissionen sinken und
Deutschland seine Klimaziele erreicht, muss der
Energieverbrauch gesenkt und müssen mehr
erneuerbare Energien eingesetzt, transportiert und
gespeichert werden. Forschung und Entwicklung
stellen für eine klimaneutrale und effiziente
Wärme und Kälteversorgung die wichtigen
Weichen: Fossile Energieträger sind durch erneuer bare
Energien und das Nutzen von Abwärme zu
ersetzen.
neu bewilligte Projekte in dieser Mission
415
„Wir beschleunigen den Wandel zur
klimaneutralen und effizienten Wärme-
und Kälteversorgung.“
Programmziele
• Wärme und Kältebedarf in Gebäuden
klimaneutral und nachhaltig decken
• Wärme und Kälteversorgung in Industrie und
Gewerbe defossilisieren und effizienter machen
• Robuste Infrastruktur zum effizienten Verteilen
und Speichern von Wärme und Kälte gestalten
• Flexibilitätspotenzial des Wärme und
Kältesektors nutzen
MEHR ZUR
MISSION WÄRME
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 24 –
Herr Hauer, wofür werden Wärmespeicher in der
Industrie schon heute eingesetzt?
Hauer: In den Unternehmen werden
Wärmespeicher derzeit vor allem dazu genutzt, Abwärme aus
industriellen Prozessen, etwa aus Öfen, Maschinen
oder Kühlkreisläufen, zwischenzuspeichern. Die
Wärme wird vor Ort in den Speichern gesammelt
und bei Bedarf wiederverwendet, anstatt sie
ungenutzt an die Umgebung abzugeben.
Wofür werden Wärmespeicher in der Industrie
künftig verstärkt benötigt?
Deutschland möchte bis 2045 klimaneutral
werden. Deshalb wird immer mehr Energie in Form
von Elektrizität aus Wind und Sonnenenergie
gewonnen. Und diese Energie fällt fluktuierend an
und nicht nach Bedarf. Daher werden die Betriebe
künftig verstärkt Speicher benötigen.
Warum speichern wir Energie nicht einfach in
Batterien?
Die Investitionskosten für Wärmespeicher, zum
Beispiel für Wasser oder Flüssigsalztanks, sind
wesentlich niedriger als die von Batterien.
Wärmespeicher haben zudem eine längere Lebensdauer
als Batterien, deren Kapazität mit der Zeit
abnimmt. Dies macht Wärmespeicher,
beispielsweise sensible Speicher, Latentwärmespeicher oder
thermochemische Speicher, perspektivisch für
industrielle Anwendungen attraktiver. Allerdings
gibt es hier bei manchen Speichertechnologien
noch einigen Forschungsbedarf.
Was sind die Herausforderungen bei
Wärmespeichern und damit auch an die Forschung?
Aus technologischer Sicht ist es der Parameter
„Temperatur“. Viele Industrieprozesse benötigen
Wärme bei hohen Temperaturen zwischen 500 und
1.500 Grad Celsius. Denken Sie beispielsweise an
die Stahl oder chemische Industrie. Wir sprechen
hier von HochtemperaturWärmespeichern.
Diverse Forschungsprojekte beschäftigen sich
daher beispielsweise mit dem Thema
Speichermaterial, das bei hohen Temperaturen stark
beansprucht wird.
Was steht derzeit noch einer breiten
Markteinführung im Weg? Sind es die Kosten?
Die Kosten sind es nicht unbedingt. Da wir im
industriellen Bereich in der Regel eine hohe Zahl
von Speicherzyklen fahren, können sich auch
teurere Investitionen rentieren. Das Problem ist, dass
wir sehr viele verschiedene Prozesse in der
Industrie haben. Es gibt nicht die eine Lösung für alles
„Nachgefragt“: Wo stehen wir eigentlich bei Wärmespeichern
in der Industrie?“
Mit dem Fortschreiten des Umbaus der Wärmeversorgung und dem
steigenden Anteil erneuerbarer Energien im System wächst auch der Bedarf an
Wärmespeichern. Im Forschungsnetzwerk Energie wird daher auch mit
Hochdruck an thermischen Wärmespeichern für die Industrie geforscht.
Allerdings sind deren Anforderungen äußerst vielschichtig, wie
Dr. Andreas Hauer im Interview erklärt.
Dr. Andreas Hauer ist Vorstandsvorsitzender des
Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung, ZAE Bayern,
und Kurator des Forschungsfeldes „Wärme und Abwärme“
im Forschungsnetzwerk Industrie & Gewerbe.
S TA N D D E R T E C H N I K
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 25 –
wie beispielsweise im Gebäude und
Quartierbereich, wo vieles standardisiert ist. So benötige ich
für jedes Unternehmen mehr oder weniger ein
individuelles Konzept. Das bedeutet, dass wir
neben der weiteren Technologieforschung sehr
stark an Tools arbeiten müssen, mit denen wir
Unternehmen Lösungen und Konzepte für deren
speziellen Wärmebedarf mit entsprechenden
Speicheroptionen anbieten können.
Das Interview führte Ilse Trautwein,
Bereich Forschungskommunikation
beim Projektträger Jülich.
ZUR LANGFASSUNG
DES INTERVIEWS
Mobile Sorptionsspeicher können Industrieprozesse wesentlich effizienter machen: So kann beispielsweise Abwärme aus einer
Müllverbrennungsanlage zu einem industriellen Abnehmer transportiert und dort genutzt werden.
„Rund 30 Prozent der in Deutschland genutzten
Wärme entfällt auf die Industrie. Die
Anforderungen an Speicher variieren allerdings je nach
Anwendung stark.“
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 26 –
272. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.3 Forschungsmission Strom
2024 wurden laut Destatis 59,4 Prozent* des Stroms
aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Damit
ist der Umbau des Stromsektors auf einem guten
Weg. Doch das 100ProzentZiel ist ambitioniert.
Denn Haushalte, Industrie und andere müssen
bedarfsgerecht und zuverlässig mit bezahlbarem
Strom versorgt werden. Darüber hinaus gilt es,
insbesondere Verkehr, Industrieprozesse und
Gebäudeheizungen noch stärker zu elektrifizieren.
neu bewilligte Projekte in dieser Mission
318
„Wir schaffen mit Innovationen eine sichere,
klimaneutrale und bezahlbare Stromversorgung aus
erneuerbaren Energien.“
Programmziele
• Strom aus erneuerbaren Energien effizient und
nachhaltig erzeugen
• Stabiles Stromnetz für eine zuverlässige
Stromversorgung garantieren
• Strom effizient nutzen und speichern
• Dezentrale Stromerzeuger und verbraucher
effizient vernetzen
* Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis): Stromerzeugung 2024: 59,4 % aus
erneuerbaren Energieträgern – Statistisches Bundesamt
MEHR ZUR
MISSION STROM
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 27 –
Deutschlands Landschaft ist vielfältig: von der
flachen norddeutschen Tiefebene über die
Mittelgebirge bis zu den Alpen. Wie lässt sich an diesen
unterschiedlichen Standorten am meisten Wind
ernten? Wie müssen die einzelnen
Windenergieanlagen (WEA) dafür ausgelegt und in Windparks
angeordnet werden? Die beiden neu errichteten
Testfelder eröffnen neue Möglichkeiten, Antworten
auf diese Fragen zu finden.
Im Forschungspark WiValdi geht es um die
Wechselwirkungen von Anlagen
Der Forschungspark WiValdi liegt rund 120
Kilometer nördlich von Bremen. Auf dem Testfeld
stehen zwei Windenergieanlagen, die in
Hauptwindrichtung eng hintereinander angeordnet sind.
Dadurch können Forschende die Wechselwirkung
zwischen den Turbinen untersuchen. Das
Projektteam von DFWind hat die Forschungsinfrastruktur
weiter ausgebaut. Sie haben die beiden WEAs mit
mehr als 2.000 Sensoren von den
Fundamentpfählen bis hin zu den Blattspitzen der Rotorblätter
ausgerüstet. Außerdem hat das Team
Testinstrumente installiert, um Geräusch und
Wetterinformationen zu erhalten.
P R O J E K T D F W i n d
Zuwendungsempfänger: Deutsches Zentrum
für Luft- und Raumfahrt (Koordination), Carl
von Ossietzky Universität Oldenburg, Gottfried
Wilhelm Leibniz Universität Hannover,
Universität Bremen, WRD Wobben Research and
Development, Fraunhofer-Institut für
Windenergiesysteme IWES
Förderndes Ministerium:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Förderkennzeichen: 0325936A-J
Fördermittel: 30,49 Millionen Euro
Projektlaufzeit: 01/2016 – 11/2025
Projektbeschreibung auf EnArgus:
In den Forschungsprojekten WINSENT und DFWind sind zwei weltweit einmalige Testfelder
für Windenergieanlagen in Nord und Süddeutschland aufgebaut worden.
E R F O L G S G E S C H I C H T E
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 28 –
Windparks in der flachen Ebene oder in hügeligem beziehungsweise bergigem Gelände müssen entsprechend ihrer Topographie
unterschiedlich ausgelegt sein.
P R O J E K T W I N S E N T
Zuwendungsempfänger: Zentrum für
Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung
Baden-Württemberg (Koordination),
Universität Stuttgart, Technische Universität München,
Karlsruhe Institut für Technologie, Eberhard
Karls Universität Tübingen, Hochschule
Esslingen
Förderndes Ministerium:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Förderkennzeichen: 0324129A-F
Fördermittel: 12,74 Millionen Euro
Projektlaufzeit: 12/2016 – 09/2024
Projektbeschreibung auf EnArgus:
WINSENT ist das weltweit erste Testfeld in
hügeligkomplexem Gelände
Das WINSENTTestfeld liegt direkt am Albtrauf,
einer markanten Felskante der Schwäbischen Alb.
Die Messdaten, die über die gesamte Höhe der
Windräder erfasst werden, machen es zum ersten
Mal möglich, die speziellen Strömungen und das
dynamische Verhalten der Windräder in
hügeligkomplexem Gelände genauer zu untersuchen.
Konkret werden diverse Messdaten an den für die
Forschung frei zugänglichen WEAs erfasst.
Windmessmasten und LiDARSysteme zeichnen zudem
Wetterdaten auf. Ein Großteil der Daten steht der
Forschung und Öffentlichkeit frei zur Verfügung
(Open Science).
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 29 –
30 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.4 Forschungsmission Wasserstoff
Wasserstoff als Energieträger ist entscheidend für
den Wandel des Energiesystems. Er kann fossile
Energieträger ersetzen. Er kann Industrie und
Chemieunternehmen klimafreundlicher machen.
Zudem kann das Gas als Energiespeichermedium
über Elektrolyseure Strom zwischenspeichern und
damit das Netz stabil halten. Bis 2030 sollen daher
die Investitions kosten für Elektrolyseure deutlich
sinken, damit erneuerbarer Wasserstoff
wettbewerbsfähig wird.
neu bewilligte Projekte in dieser Mission
141
„Wir ebnen den Weg zur nachhaltigen
Wasserstoffwirtschaft durch neue
Technologielösungen und Konzepte entlang der
gesamten Wertschöpfungskette.“
Programmziele
• Wasserstoff und seine Derivate effizient
erzeugen
• Resiliente Wasserstoffinfrastruktur ent wickeln
und erproben
• Effizienz bei der flexiblen Rückverstromung
von Wasserstoff erhöhen
• Industrieprozesse auf effiziente
Wasserstofftechnologien umstellen
Innovationen für günstigere
Wasserstoffproduktion
Das Erzeugen von Wasserstoff muss billiger und
zuverlässiger werden. Im Projekt TiCoB haben
Forschende eine neuartige Bipolarplatte
entwickelt. Die Platten sind ein wichtiger, aber bisher
auch teurer Bestandteil von Elektrolyseuren.
Die hohen Kosten resultieren vor allem aus der
Verwendung von Titan. Das ist teuer und erfordert
eine aufwändige Bearbeitung. Statt reinem Titan
wurde im Projekt ein Titan-Composite verwendet.
Fazit: Die Material- und Bearbeitungskosten
wurden gesenkt, während gleichzeitig die Lebensdauer
der Platten verlängert wird.
ZUM INTERVIEW
PROJEKTLEITER TICOB
I N F O
MEHR ZUR MISSION
WASSERSTOFF
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 30 –
312. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.5 Forschungsmission Transfer
Forschungsergebnisse in die Praxis zu übertragen
ist der Schlüssel zum Gelingen des Wandels des
Energiesystems. Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie setzt auf Innovationen, agile
Förderformate und offene Wissenschaft, um neue
Geschäftsmodelle, Produkte und Dienst leistungen
schneller marktfähig zu machen. Diese ergänzen
die klassische Forschungsförderung und binden
Stakeholder stärker ein.
„Wir stärken die Rolle der Energieforschung als
Impulsgeberin des Fortschritts in Wirtschaft und
Gesellschaft – durch Transparenz, Partizipation und
Praxisorientierung.“
Programmziele
• Verfügbarkeit von qualifiziertem Fachpersonal
für die Energiewende ausbauen
• Innovations und Portfoliomanagement in der
Energieforschung festigen
• Agile Prozesse und Formate nutzen
• Technologisches Innovationspotenzial er
schließen sowie Wertschöpfungsketten erhalten
und ausbauen
• Akzeptanz und Nachnutzungsmöglichkeiten
in der Energieforschung durch Prinzipien der
offenen Wissenschaft steigern
Agile Forschungsförderung durch
dynamische Mikroprojekte
Das BMWE hat mit den Mikroprojekten ein
innova tives Förderformat geschaffen. Sie bieten
einen niederschwelligen Zugang zur
Forschungsförderung und erlauben, zukunftsweisende Ideen
schnell und effizient zu erproben. Mit einer
Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten und einem
verschlankten Antragsverfahren schaffen sie schnelle
Lernschleifen und ermöglichen, vielversprechende
Forschungs ansätze in einem „Trial & Error-Ansatz“
zu testen. Mit 35 Mikroprojekten startete die
Förderung unter dem Förderaufruf klimaneutrale
Wärme und Kälte.
WEITERE EINBLICKE
IN MIKROPROJEKTE
I N F O
MEHR ZUR
MISSION TRANSFER
MISSION TRANSFER
AUF YOUTUBE
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 31 –
32 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.6 Gezielte Programmsteuerung durch
Monitoring und Evaluation
Energieforschungsstrategien sind zentral für den
Umbau des Energiesystems und die Umsetzung
der Klimaziele der Bundesregierung. Durch das
missionsorientierte und lernende Konzept für die
angewandte Energieforschung und Innovation
wird die Ausrichtung an energiepolitischen
Vorgaben nachhaltig gesichert. Hierfür hat das BMWE
mit seinem 8. Energieforschungsprogramm drei
Kernprozesse der Governance definiert.
1. Zielsetzung und Monitoring: Ziele werden
definiert, priorisiert und durch Indikatoren
(KPIs) messbar gemacht. Strategisches Lernen
ermöglicht Anpassungen.
2. Instrumente und Maßnahmen: In der
Projektförderung werden neue Ansätze genutzt, um
Effektivität und Flexibilität zu steigern. Die
Priorisierungen berücksichtigen Budgetgrenzen.
3. Umsetzung und Evaluation: Maßnahmen
werden regelmäßig überwacht und durch externe
Evaluierungen, die unter anderem auch die
Stakeholder einbinden, geprüft. So bleibt das
Programm agil und wirkungsvoll.
Evaluation und Erfolgskontrolle
Die angewandte Energieforschung des BMWE
leistet einen erheblichen Beitrag, damit
Deutschland klimaneutral wird und seine Energie
infrastruktur modernisiert. Die förder politischen
Maßnahmen werden durch ein umfäng liches
Monitoring begleitet und fort laufend evaluiert.
Erfolgskontrolle erfolgt durch Evaluation
und Monitoring
Steuergelder für Fördermaßnahmen müssen
effizient und wirksam eingesetzt werden. Die Grundlage
hierfür ist die Bundeshaushaltsordnung (§ 7 BHO).
Evaluation und Erfolgskontrolle sind daher
wichtige Instrumente, um zu überprüfen, ob mit den
Finanzmitteln verantwortungsvoll und
zielorientiert umgegangen wird. Die Ergebnisse fließen
unter anderem bei der finanziellen,
administrativen, strategischen oder inhaltlichen Planung
künftiger Fördermaßnahmen ein.
Externes Evaluationsteam arbeitet
programmbegleitend
Das BMWE hat 2021 ein Konsortium mit einer
unabhängigen und begleitenden Evaluation der
Projektförderung der angewandten
Energieforschung beauftragt. Das AIT Austrian Institute of
Technology, Kerlen Evaluation und KMU
Forschung Austria sind daran beteiligt. Die
Expertinnen und Experten erstellten programmbegleitende
Analysen, um darauf aufbauend Empfehlungen zur
weiteren Optimierung der Forschungsförderung
auszusprechen.
Bereits in seinem Zwischenbericht hat das externe
Evaluationsteam bescheinigt, dass die klassischen
Ziele eines Forschungs und
Technologieprogramms in hohem Ausmaß erreicht werden. Das
Programm ziele erfolgreich darauf ab,
Technologiefortschritte zu er reichen und diese in die
bestehenden Systeme zu integrieren. Das Format
der „Reallabore der Energiewende“ sei zudem ein
vielversprechen des Instrument. Aus
Programmsicht leiste dieses Format wichtige Beiträge zur
Entwicklung, Skalierung und Verbreitung von
Innovationen. Die Reallabore würden durch hohen
Praxis bezug, schnelle Innovationsprozesse und
gute Finan zierungsmöglichkeiten punkten. Zudem
unterstützten die eingeleiteten Begleitmaßnahmen
das Vernetzen der Akteure und böten
Informationen über das Energie forschungsprogramm, so
das Evaluationsteam.
Darüber hinaus analysiert das Evaluationsteam
vertiefend verschiedene Aspekte der
Forschungsförderung mit Blick auf das Erreichen der Ziele
und der Wirtschaftlichkeit. Dazu zählen
Förderschwerpunkte und formate sowie die anvisierten
Zielgruppen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen
als Schlussbericht in 2026 veröffentlicht werden.
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 32 –
332. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Monitoring der angewandten Energieforschung
durch den Projektträger Jülich
Der Projektträger Jülich setzt die Projektförderung
und das Monitoring der angewandten
Energieforschung im Auftrag des BMWE um. So wurden
umfängliche Informationen zu den laufenden
Forschungsprojekten aus der profiDatenbank
analysiert. Des Weiteren führt der Projektträger eine
dreistufige OnlineBefragung der
Projektbeteiligten im Auftrag des BMWE durch. Ein
Zwischenergebnis zeigt: Das Technology Readiness
Level (TRL) steigert sich während der
Projektlaufzeit signifikant um durchschnittlich zwei bis drei
Stufen. Die meisten Projekte weisen zu Beginn
einen TRL von 3 oder 4 auf. Zum Vorhabenende
liegt der Großteil der Projekte bei einem TRL von
6 bis 7. Die Umfrage belegt, dass die gewonnenen
Erkenntnisse und Innovationen aus geförderten
Forschungsprojekten bereits nach drei bis fünf
Jahren Eingang in den Markt finden.
Die Erkenntnisse aus dem Monitoring und der
Evaluation sind in das nunmehr 8.
Energieforschungsprogramm für die angewandte
Energieforschung des BMWE eingeflossen. Eine der
strategischen Kernempfehlungen aus den Berichten war,
zum jetzigen Zeitpunkt des Umbaus des
Energiesystems die unterstützende Innovationsförderung
nicht länger an einzelnen Technologien entlang zu
definieren, sondern an klar definierten Missionen
auszurichten. Das entsprechende Monitoring
des Programms hat bereits begonnen, ein neues
Evaluations konzept wird derzeit vorbereitet.
Die Qualität der Forschungsförderung wird durch Monitoringmaßnahmen und Evaluationen überprüft.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 33 –
3. Projektförderung
des BMFTR in der
anwendungsorientierten
Grundlagenforschung
Mit seinen Fördermaßnahmen legt das Bundesministerium
für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die
Grundlagen für ein nachhaltiges Energiesystem. Den
Rahmen bildet das 7. Energieforschungsprogramm der
Bundes regierung.
3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG 35
Die anwendungsorientierte Grundlagenforschung
ist die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis.
Neben technischen Lösungen und grundlegenden
Innovationen rücken zunehmend systemische und
gesellschaftliche Fragestellungen in den Fokus.
Denn die Herausforderungen des Umbaus des
Energiesystems in Deutschland betreffen alle
Lebensbereiche und erfordern damit ein
Umdenken auf vielen Ebenen. Diese Aufgaben lassen sich
mit Innovationen und neuen Technologien besser
meistern. Die anwendungsorientierte
Grundlagenforschung schafft die Basis für solche Lösungen.
Im 7. Energieforschungsprogramm hat die
Bundesregierung Leitlinien für die
Energieforschungsförderung festgelegt. Die Initiative Energiesysteme der
Zukunft (ESYS) unterstützt dabei, indem sie
Analysen zu Fragen wie Versorgungssicherheit,
Importstrategien oder Speichertechnologien liefert und
gesellschaftliche Debatten wissenschaftlich
begleitet.
3.1 Strategische Förderformate
Mit strategischen Förderformaten wird die
Energiewende ganzheitlich betrachtet. In langfristig
angelegten Projekten arbeiten Wissenschaft,
Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam an der
Transformation des Energiesystems in Deutschland.
Wasserstoff-Leitprojekte: Wegbereiter einer
Wasserstoffwirtschaft
Die WasserstoffLeitprojekte H2Giga, H2Mare und
TransHyDE sind die größte Initiative des BMFTR
zur Energieforschung. Mit ihrem systemischen
Ansatz und begleitet von Grundlagenforschung
arbeiten über 230 Partner aus Forschung, Industrie
und Zivilgesellschaft an Kernfragen: von der
Serienfertigung großer Elektrolyseure über
OffshoreErzeugung bis zu Transport und
Speicherlösungen. Damit zahlen sie auf viele Förderthemen der
Energieforschung ein (siehe Kapitel 3.2, Seite 39,
und Kapitel 3.4, Seite 41). Ziel ist es, Deutschland
als Technologieführer im Wasserstoffmarkt zu
etablieren und die Basis für eine
wettbewerbsfähige Wasserstoffwirtschaft zu schaffen. Das BMFTR
fördert dies mit rund 700 Millionen Euro.
Durch Arbeiten in den Wasserstoff-
Leitprojekten können PEM-Elektrolyse-Stacks 4-mal so
schnell gebaut werden.
4x
Highlights aus den Wasserstoff-Leitprojekten
• Partnern in H2Giga ist es gelungen, die
Erzeugungskapazitäten für Wasserstoff zu erhöhen –
mit leistungsfähigeren Stacks. So kann ein
neuer 20-Megawatt-Druck-Alkali-Elektrolyseur
stündlich bis zu 400 Kilogramm Grünen
Wasserstoff produzieren.
• Durch Arbeiten in H2Mare konnten erstmals
Elektrolyseure an ein Windrad gekoppelt
werden – eine wichtige Grundlage für eine
zukünftige Wasserstoff-Produktion auf See.
• TransHyDE konnte erfolgreich demonstrieren,
dass sich Bestandsgasnetze auf 100 Prozent
Wasserstoff umstellen lassen.
H I G H L I G H T S
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 35 –
Ein Ziel der Nationalen Wasserstoffstrategie ist
der Aufbau inländischer Elektrolysekapazitäten
(10 Gigawatt im Jahr 2030). Welchen Beitrag leistet
eine Forschungsinitiative wie H2Giga dazu?
Lüke: Wenn wir die Ziele der Nationalen
Wasserstoffstrategie erreichen wollen, haben wir nicht die
Zeit, uns auf einzelne Forschungs und
Entwicklungsbereiche zu fokussieren. Vielmehr müssen wir
so viel wie möglich entlang der gesamten
WasserstoffWertschöpfungskette parallelisieren. Hier
leisten Forschungsinitiativen wie H2Giga einen
wichtigen Beitrag: Sie unterstützen, fördern und
ermöglichen die dafür notwendige
interdisziplinäre Zusammenarbeit aus Akademie, Industrie und
Politik. Dadurch wird nicht nur die
Technologieentwicklung entscheidend beschleunigt, sondern
gleichzeitig der so dringend gebrauchte
akademische Nachwuchs ausgebildet.
Was ist das Besondere an H2Giga? Was sind aus
Ihrer Sicht die wichtigsten Fortschritte? Was muss
für die Zukunft noch gelöst werden?
Das Besondere an H2Giga ist neben der
Interdisziplinarität und der engen Zusammenarbeit sicherlich
auch die schiere Größe der Initiative. Vom Startup
bis zum Großkonzern, von Universitäten bis zu
Großforschungseinrichtungen – alle arbeiten bei
H2Giga gemeinsam am selben Ziel. So hat H2Giga
in den vergangenen Jahren einen entscheidenden
Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung
der Wasserelektrolyse und dem Aufbau von
Fertigungskapazitäten für die WasserstoffProduktion
leisten können.
Welche Bedeutung hat die Fördermaßnahme für
Sie? Welche Ziele wollen Sie in H2Giga und
darüber hinaus noch erreichen?
Neben der Tatsache, dass durch die zusätzlichen
Fördermittel die Weiterentwicklung der
WasserstoffTechnologien beschleunigt wird, ist gerade
das Netzwerk ein wichtiger Aspekt von H2Giga. Im
Rahmen von H2Giga verfolgen wir vorrangig das
Ziel, die Technologiebereitstellung von
Wasserelektrolyseuren möglichst kosteneffizient zu gestalten.
Nur so wird es möglich sein, die
WasserstoffMarktentwicklung nachhaltig voranzutreiben und
uns als Leitanbieter gegen den internationalen
Wettbewerb zu behaupten.
Das Interview führte
Dr. Katharina Stranzenbach
Bereich Forschungskommunikation
beim Projektträger Jülich.
„Vom Start-up bis zum
Großkonzern, von Universitäten bis zu
Großforschungseinrichtungen –
alle arbeiten bei H2Giga
gemeinsam am selben Ziel.“
E R F O L G S G E S C H I C H T E
H2Giga – der Name ist Programm
Das WasserstoffLeitprojekt erforscht die Hochskalierung und
Serienfertigung von Elektrolyseuren. Dr. Wiebke Lüke, Gründerin und Geschäftsführerin
der WEW GmbH sowie Koordinatorin des H2GigaProjekts StaR, berichtet
über das Besondere an dem Leitprojekt.
Dr. Wiebke Lüke ist die Gründerin
und Geschäftsführerin der WEW GmbH.
Zudem koordiniert sie das Projekt StaR
aus H2Giga
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 36 –
Durch das neue Stackdesign aus dem H2Giga-
Projekt INSTALL-AWE können die Kosten der
alkalischen Elektrolyse um 30 Prozent gesenkt
werden.
WASSERSTOFF-
LEITPROJEKTE
30 %
Elektrolyseure in Serie bringen: Die Stack-Fertigungslinie im Gigahub von Quest One in Hamburg trägt zu diesem Ziel der
Wasserstoff-Leitprojekte bei.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 37 –
38 3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
Kopernikus-Projekte: Systemische Lösungen
für die Energiewende
Die KopernikusProjekte ENSURE, P2X, SynErgie
und Ariadne gehören zu den größten deutschen
Forschungsinitiativen zur Energiewende. Seit 2016
entwickeln sie Lösungen für Netze,
Sektorenkopplung, industrielle Flexibilität und politische
Steuerungsinstrumente. Mit ihrem systemischen Ansatz
liefern sie Innovationen und
Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft und zeigen, wie
die Energiewende im Gesamtsystem gelingen
kann. Damit zahlen sie wie die Wasserstoff
Leitprojekte auf mehrere Fragestellungen der
Energiewende ein (siehe Kapitel 3.2, Seite 39, und 3.5,
Seite 42). Ihre Ergebnisse machen die
Energiewende technisch möglich sowie wirtschaftlich und
gesellschaftlich tragfähig.
Highlights aus den Kopernikus-Projekten
• Ariadne setzt Maßstäbe bei der
Bürgerbeteiligung: Im Juni 2024 hat eine Bürgerkonferenz
stattgefunden, auf der 150 zufällig ausgewählte
Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland
zusammentrafen. Sie diskutierten
Verteilungseffekte von Klimamaßnahmen, die Wärme- und
Verkehrswende.
• SynErgie-Vorschlag zur Weiterentwicklung der
industriellen Netzentgelte ist in den
Konsultationsprozess der Bundesnetzagentur
eingeflossen und aufgegriffen worden. So können
bestehende Hemmnisse für den Einsatz
industrieller Lastflexibilität abgebaut werden, um
das Stromsystem effizienter zu gestalten.
• Die ENSURE Co-Demonstrationsplattform
bildet Europas größten Simulationsverbund der
Stromnetze. Sie dient als Testumgebung, um
neue Netzbetriebsmittel unter realen
Bedingungen in Echtzeit zu prüfen. 2024 hat die erste
Live-Demonstration stattgefunden.
H I G H L I G H T S
Über 300 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft
und Zivilgesellschaft arbeiten in den
Kopernikus-Projekten zusammen.
300
Seit 2016 entwickeln Wissenschaftsteams in den Kopernikus-Projekten
Lösungen für ein sicheres und kosteneffizientes Energiesystem.
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 38 –
3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG 39
3.2 Energiewende in den
Verbrauchssektoren
Für eine erfolgreiche und tragfähige
Energiewende müssen alle Sektoren beitragen: Strom,
Wärme, Mobilität sowie Industrie, Haushalte,
Gewerbe und Verkehr.
Schlüsselfaktoren sind Sektorenkopplung,
Speicherung und Verteilung erneuerbarer Energie.
Klimaneutraler Wasserstoff kann dabei eine zentrale
Rolle spielen. Zu diesem Zweck entwickelt das
WasserstoffLeitprojekt TransHyDE (siehe Kapitel 3.1,
Seite 35) lokale Speicheroptionen, wie Drucktanks
oder Flüssigträger. Einsatzmöglichkeiten bieten
sich beispielsweise in klimaneutralen Quartieren
an. Wie erneuerbare Wärmequellen,
Großwärmepumpen sowie Wärmespeicher in solche Quartiere
integriert werden können, erforscht das Projekt
Wärmewende Nordwest.
Erneuerbare Energien und CO2 als nachhaltige
Kraftstoffe
Mobilitätsbereiche, die sich nicht oder nur schwer
elektrifizieren lassen, können zukünftig durch
klimaneutrale Kraft und Treibstoffe
dekarbonisiert werden. BMFTRgeförderte Projekte arbeiten
an Technologien für neue eFuels und daran, die
Herstellungskosten zu senken.
Flexibler Einsatz von erneuerbaren Energien
Neben einer Kopplung von Sektoren und einer
Infrastruktur für erneuerbare Energie bedarf es einer
Flexibilisierung der Industrie. Denn Wind und
Sonne stehen nicht gleichmäßig zur Verfügung.
Das führt zu Überschüssen und Engpässen.
Industrielle Prozesse sind jedoch auf eine gleichmäßige
Energieversorgung ausgelegt. Eine Flexibilisierung
kann hier einen Ausgleich schaffen.
• In Carbon2Chem werden Hüttengase aus
der Stahlproduktion nutzbar gemacht. Der
Schwerpunkt der Forschung liegt nun auf
der Herstellung von nachhaltigem
Methanol. Dieses kann direkt als Treibstoff oder
als Vorprodukt für solche eingesetzt
werden.
• Das Kopernikus-Projekt P2X (siehe Kapitel
3.1, Seite 38) entwickelt Verfahren zur
Umwandlung von erneuerbarem Strom in
synthetische Kraftstoffe. Damit entstehen
weitere Optionen für die Luft- und
Schifffahrt – Bereiche, die sich nur schwer direkt
elektrifizieren lassen.
• Das deutsch-südafrikanische Projekt
CARE-O-SENE arbeitet an verbesserten
Katalysatoren für die Produktion von
nachhaltigem Kerosin. Ziel ist es, die
Herstellungskosten zu senken und den
Markthochlauf klimafreundlicher Flugkraftstoffe zu
beschleunigen.
• Die in diesen Projekten erzielten Ergebnisse
schaffen eine Grundlage, auf der die
Bundes regierung im Rahmen der Hightech
Agenda Deutschland gezielt aufbauen kann.
So lassen sich Forschungserfolge schneller
in marktfähige Technologien und konkrete
Anwendungen für die Energiewende im
Verkehrssektor überführen.
H I G H L I G H T S
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 39 –
Mit welchen Erfolgen und Erkenntnissen trägt
SynErgie bereits zum Gelingen der Energiewende
bei?
Kaymakci: Seit 2016 entwickeln wir im
KopernikusProjekt SynErgie Ansätze, um energieintensive
Prozesse in der produzierenden Industrie an ein
zunehmend fluktuierendes Energieangebot
anzupassen. Damit können wir bereits heute
Flexibilisierungsmethoden, großtechnische Technologien
und digitale Werkzeuge bereitstellen, die ihre
Relevanz nicht zuletzt während der Energiekrise
unter Beweis gestellt haben.
Warum gewinnt das Thema Flexibilisierung für
die Industrie an Bedeutung?
Die von uns identifizierten und umgesetzten
Energieflexibilitätsmaßnahmen ermöglichen hohe
Einsparpotenziale für die Industrie und bieten in
Kombination mit eigenen Erzeugungsanlagen wie
Photovoltaik oder Biogas die Möglichkeit, den
Autarkiegrad von Produktionsanlagen zu erhöhen.
Darüber hinaus trägt die sogenannte
energieflexible Fabrik zu einer resilienten
Produktionsumgebung bei, was angesichts der aktuellen
geopolitischen Unsicherheiten immer mehr an Bedeutung
gewinnt.
SynErgie war auch Leuchtturm in der
Digitalstrategie Deutschland. Wie hängen Digitalisierung
und Flexibilisierung zusammen?
Einzelne Flexibilitätsmaßnahmen lassen sich bis zu
einem gewissen Grad manuell steuern.
Beispielsweise können bestimmte Produktionsstarts in der
Fertigung verschoben werden, um
Stromlastspitzen zu vermeiden. Eine intelligente Koordination
von Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen der
Produktion erfordert jedoch digitale Lösungen,
die verschiedene Maschinen und Anlagen sowie
unterschiedliche ITSysteme vernetzen und den
Informationsfluss bis hin zum Energiemarkt
automatisiert steuern.
E R F O L G S G E S C H I C H T E
SynErgie: Wie Flexibilisierung schon jetzt Emissionen senkt
Das KopernikusProjekt SynErgie zeigt, wie sich energieintensive
Produktionsprozesse in der Industrie flexibilisieren und resilienter gestalten lassen.
Die Technologien sind im Projekt unter realen Bedingungen erprobt und
bieten Einsparpotenziale.
Can Kaymakci ist Leiter der
SynErgie-Koordinierungsstelle und arbeitet
beim leitenden Projektpartner
Fraunhofer IPA.
„Die von uns identifizierten
und umgesetzten
Energieflexibilitätsmaßnahmen ermöglichen
hohe Einsparpotenziale für die
Industrie.“
Vier Start-ups sind bisher aus SynErgie
hervorgegangen.
4
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 40 –
3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG 41
Gibt es darüber hinaus noch Zusammenhänge?
Auch die Auswahl der geeigneten
Flexibilitätsvermarktung ermöglichen wir mit unseren eigens
entwickelten Optimierern. Intelligente Services wie
die automatisierte Lastprognose auf Basis
historischer Daten und Methoden der künstlichen
Intelligenz können die optimale Flexibilität in
Abhängigkeit von der Energienachfrage und dem volatilen
Energieangebot identifizieren und umsetzen.
Das Interview führte Maria Pakura,
Bereich Forschungskommunikation
beim Projektträger Jülich.
MEHR ZUR FLEXIBILISIERUNG IM
KOPERNIKUS-PROJEKT SYNERGIE
3.4 Systemintegration: Netze, Speicher,
Sektorenkopplung
Der Ausbau und die Digitalisierung der Netze
sowie neue Speicherlösungen bilden die
Grundlage für ein flexibles Energiesystem und
gewährleisten Versorgungssicherheit.
Stromnetze sind das Rückgrat der Energiewende.
Das KopernikusProjekt ENSURE (siehe Kapitel 3.1,
Seite 38) entwickelt Konzepte für ein
zukunftsfähiges Netz mit erneuerbarer Integration,
Flexibilitätsoptionen und digitaler Steuerung. Ergänzend
erprobt der Forschungscampus Flexible Elektrische
Netze (FEN) neue Technologien für Netzbetrieb
und Sektorenkopplung in enger Zusammenarbeit
von Wissenschaft und Industrie.
Neben zukunftsfähigen Netzen werden
Speicherlösungen gebraucht. Das Living Lab Energy Campus
(LLEC) erprobt innovative Stromspeicherlösungen
im Reallabor. Ziel ist es, erneuerbare Energien
flexibel zu nutzen, Lastspitzen auszugleichen und
neue Konzepte für die Kopplung von Strom,
Wärme und Mobilität zu entwickeln.
Wasserstoff als zentrales Element
Für die Sektorenkopplung ist Wasserstoff ein
wichtiger Baustein. Daher leistet die Energieforschung
mit einer Vielzahl von Projekten einen zentralen
Beitrag zur Umsetzung der Nationalen
Wasserstoffstrategie. Im Mittelpunkt stehen die drei
WasserstoffLeitprojekte (siehe Kapitel 3.1, Seite 35).
Ergänzend beschäftigt sich die
Grundlagenforschung Grüner Wasserstoff mit der nächsten und
übernächsten Generation von Technologien. Dabei
betrachten die Projekte die gesamte
Wertschöpfungskette und legen damit auch einen Fokus auf
die Nutzung von Wasserstoff. Die
Industrieforschungsplattform WAVEH2 bietet eine flexible
Infrastruktur, in der Wasserstofferzeugung und
nutzung sowie die Integration in Energiesysteme
praxisnah erprobt werden. Industrie unternehmen
können hier Lösungen für den Übergang in die
Wasserstoffwirtschaft entwickeln.
3.3 Energieerzeugung
Die Energieerzeugung in Deutschland verlagert
sich von konventionellen zu erneuerbaren
Quellen. Nach Ausbau und Kostensenkung gilt es nun,
sie ins Energiesystem zu integrieren und
Technologien der Sektorenkopplung zu fördern.
Die BMFTRFörderung konzentriert sich dabei auf
direkt speicherfähige Energieformen. Das
Vorhaben H2Demo erforscht die direkte Erzeugung von
Wasserstoff mit Sonnenlicht. In der Initiative
SINATRA entwickeln Nachwuchsgruppen neue
Materialien und Prozesse, um Wirkungsgrade der
Wasserspaltung zu steigern und Kosten zu senken.
Auch im Bereich Bioenergie unterstützt das
BMFTR Forschung und internationale
Kooperationen. In bilateralen Projekten mit afrikanischen
Partnern wird untersucht, wie Biomasse nachhaltig
für Strom, Wärme und Kraftstoffe eingesetzt
werden kann.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 41 –
42 3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
kusProjekt Ariadne (siehe Kapitel 3.1, Seite 38)
entwickelt Szenarien, wie Klimaziele effizient,
kostengünstig und gesellschaftlich tragfähig
erreicht werden können.
Energiewende und Gesellschaft
Die Energiewende ist nicht nur technologisch,
sondern auch gesellschaftspolitisch. Sie eröffnet
Chancen für Nachhaltigkeit und Teilhabe, wirft aber
auch Fragen nach Gerechtigkeit, Akzeptanz und
Steuerung auf. Ariadne bindet die Zivilgesellschaft
über Dialogformate ein. Das Ausstellungsprojekt
WissKomm vermittelt Forschungsergebnisse
anschaulich für die Öffentlichkeit und stärkt den
Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Politik und
Bürgern.
Materialforschung und Ressourceneffizienz
Materialforschung ist ein Schlüssel für Effizienz.
Ein Leuchtturm ist das CATLab in Berlin, das
neuartige Katalysatoren erforscht. Es wird im Rahmen
der Nationalen Wasserstoffstrategie mit 60
Millionen Euro gefördert und ermöglicht den Transfer
zwischen Grundlagenforschung und industrieller
Anwendung.
Ressourceneffizienz ist Leitprinzip der
Energiewende. Das BMFTR fördert dazu etwa die
Entwicklung einer Iridiumarmen PEMElektrolyse.
Digitalisierung der Energiewende
Für neue Geschäftsmodelle und eine Integration
erneuerbarer Energien werden intelligente
Steuerungen, Datenanalysen und Vernetzung benötigt.
Das Projekt hyBit untersucht am Beispiel des
Bremer Industriehafens, wie digitale Plattformen
die Integration von Wasserstoff unterstützen
können.
3.5 Systemübergreifende
Forschungsthemen der Energiewende
Interdisziplinäre Ansätze für die Energiewende
verbinden Natur, Ingenieur, Informations und
Sozialwissenschaften. Digitalisierung und CO2
Technologien treiben Ressourceneffizienz und
Nachhaltigkeit systemisch voran.
Energiesystemanalysen bilden die
wissenschaftliche Grundlage für Entscheidungen. Das
KoperniStrukturstärkungsinitiativen
Die Bundesregierung setzt zudem auf
Initiativen, die Energieforschung mit regionalem
Wandel verbinden:
• iNEW/iNEW 2.0: Seit 2019 im Rheinischen
Revier, mit 44 Millionen Euro Förderung. Ziel:
Power-to-X-Technologien in Koope ration
von Wissenschaft und Industrie erproben
und Wertschöpfungsketten aufbauen.
• HC-H2: Helmholtz-Cluster für nachhaltige
Wasserstoffwirtschaft (seit 2021, 50
Millionen Euro). Entwickelt marktfähige
Technologien für Speicherung und Transport und
zeigt mit Demonstratoren regionale
Anwendungen.
• PHOENIX: Verbundvorhaben seit 2023
(53 Millionen Euro). Zielt auf nachhaltige
Wertschöpfungsketten in der chemischen
Industrie, u. a. durch containerbasierte
Demonstratoren für Kohlenmonoxid- und
Methanolproduktion.
• Energie-Innovationszentrum (EIZ):
Über 70 Forschende der BTU Cottbus-
Senftenberg entwickeln gemeinsam mit Partnern
Lösungen für eine klimaneutrale
Energieversorgung in der Lausitz und weltweit.
I N F O
ZUKUNFT DER ENERGIE-
WENDE | POWER2CHANGE
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 42 –
Sind Sie an weiteren
Informationen über die
anwendungsorientierte
Grundlagenforschung des
Bundesministeriums für Forschung,
Technologie und Raumfahrt interessiert?
Diese finden Sie hier
4. Projektförderung des
BMFTR im
Förderprogramm Fusion 2040
Der weltweit steigende Strombedarf und der Klimaschutz
erfordern sichere, grundlastfähige, bezahlbare und
CO2-neutrale Kraftwerkstechnologien. Fusionskraftwerke
haben das Potenzial, im Zusammenspiel mit erneuer baren
Energien den gesteigerten Strombedarf der Zukunft zu
decken.
4. PROJEKTFÖRDERUNG IM FÖRDERPROGRAMM FUSION 2040 45
Stand der Forschung
Wissenschaftliche Erfolge im Bereich der
Fusionsforschung erregten jüngst besondere öffentliche
Aufmerksamkeit. So konnten Forschende der
National Ignition Facility (NIF) in den USA in
Versuchen erstmals zeigen, dass mehr Fusionsenergie
freigesetzt als Energie in Form von Laserlicht in
das System hineingegeben wurde. Die dadurch
weltweit angestoßene große Dynamik in der
Fusion hält unvermindert an. Auch im Bereich der
Magnetfusion sind für beide technologische
Konzepte, Tokamak und Stellarator, nennenswerte
Erfolge zu verzeichnen.
Um Fusion nutzen zu können, ist noch intensive
Forschung erforderlich. Dies betrifft zunächst vor
allem die Weiterentwicklung der
Technologiereifegrade der einzelnen technologischen Felder
(beispielsweise Materialien, Tritiumkreislauf, Laser).
Diese sind zum Teil noch sehr weit von einer
Marktreife entfernt, im Bereich der Magnetfusion
aber insgesamt weiterentwickelt als im Bereich der
Laserfusion.
Förderung der Fusionsforschung durch
das BMFTR
Zur beschleunigten Realisierung von
Fusionskraftwerken strebt das BMFTR deshalb die Schaffung
eines Fusionsökosystems aus Industrie, Startups
und Wissenschaft an. Grundlage der dafür
geschaffenen Förderung ist das 2023 veröffentlichte
„Positionspapier Fusionsforschung“ des
Ministeriums. Darin werden die wesentlichen
Handlungsfelder und mögliche, strategisch ausgerichtete
Maßnahmen in der Magnet und
Laserfusionsforschung umrissen. Darauf aufbauend
veröffentlichte das BMFTR im Februar 2024 das
Fachprogramm „Fusion 2040 – Forschung auf dem Weg
zum Fusionskraftwerk.“ Das Förderprogramm ist
technologieoffen angelegt und adressiert sowohl
die Magnet als auch Laserfusion.
Ziel der Förderung ist der Bau eines
Fusionskraftwerks. Um dies möglichst schnell zu erreichen,
setzen die Maßnahmen im Kern auf
technologieorientierte Verbundforschung. Hierdurch können
neue Erkenntnisse aus der Forschung frühzeitig
aufgegriffen und Knowhow an die heimische
Industrie zur Verwertung transferiert werden. Die
Voraussetzungen für die Fusion sind in
Deutschland sowohl in der Wissenschaft als auch in der
Industrie bereits jetzt sehr gut. Die umfangreiche
Zulieferindustrie wird von der Fusionsforschung in
erheblichem Maße von SpilloverEffekten
profitieren. Zudem sind mittlerweile fünf der weltweit
mehr als 53 Fusionsstartups in Deutschland
angesiedelt.
Das Fachprogramm korreliert mit der
institutionellen Förderung des BMFTR, aus der unter
anderem in Forschungsinfrastrukturen der
Magnet fusionsforschung investiert wird (über
das MaxPlanckInstitut für Plasmaphysik (IPP),
das Forschungszentrum Jülich (FZJ) und das
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)). Diese
Investitionen sichern Deutschland langfristig seine
weltweite technologische Führungsrolle in der
Magnetfusion, die besonders in der
Stellaratorentwicklung sichtbar wird.
BMFTR-Projektförderung
Als erste Vorhaben auf Grundlage von „Fusion
2040“ konnten im Februar 2024 die Pilotprojekte
FPPMC und PRIFUSIO anlaufen. Im FPP
MCProjekt werden grundsätzliche, die Magnetfusion
betreffende Fragestellungen aufgegriffen. PRIFUSIO
verfährt ebenso mit bestehenden
Herausforderungen der Laserfusion. In beiden Projekten sind die
wesentlichen KnowhowTräger aus der
Wissenschaft und den deutschen Fusionsunternehmen
eingebunden. Zusätzlich wurden 2024 je ein
Projekt zur Erarbeitung von Empfehlungen für die
Regulierung der Fusion und zur Erstellung einer
Forschungs und Innovationsroadmap gestartet.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 45 –
In 2024 wurden auf Grundlage des
Förderprogramms zwei Förderbekanntmachungen
veröffentlicht. Die erste nimmt unter dem Titel
„Basistechnologien“ technologische Herausforderungen auf
dem Weg hin zum Fusionskraftwerk in den Blick.
2024 konnten dazu bereits 14 Projekte mit einer
Gesamtzuwendung von rund 128 Millionen Euro
gestartet werden. Auf Grundlage der zweiten
Bekanntmachung fördert das BMFTR
Nachwuchsgruppen im Bereich der Fusion. 2024 wurden sechs
Nachwuchswissenschaftlerinnen und
wissenschaftler ausgewählt, welche ab 2025 eine
Förderung erhalten, um in einer frühen Karrierephase
eigene Arbeitsgruppen aufzubauen.
Es ist geplant, ab 2025 die Fusionsforschung im
Rahmen der Hightech Agenda Deutschland weiter
zu stärken.
0
2
4
8
10
12
14
16
Basistechnologien Fusionstalente
Abbildung 7: Anzahl der bisher auf Grundlage
der jeweiligen Förderbekanntmachung
geförderten BMFTR-Fusionsprojekte
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 46 –
5. Institutionelle
Energieforschung
Mit Forschung von den Grundlagen bis zur
Anwendung schafft Helmholtz Energy die
wissenschaftlichen Voraussetzungen für eine
klimaneutrale Energieversorgung, die
ökonomisch und gesellschaftlich getragen wird.
48 5. INSTITUTIONELLE ENERGIEFORSCHUNG
Helmholtz Energy ist der Forschungsbereich
Energie der HelmholtzGemeinschaft. Er zeichnet sich
durch eine einzigartige Kombination von
systemischer Perspektive, breiter Forschung und
umfangreichen Forschungsinfrastrukturen aus.
In vier interdisziplinären Programmen entwickeln
die mehr als 2200 Forschenden zukunftsweisende
Lösungen für den nachhaltigen Umbau der
Energieversorgung in Deutschland und weltweit. Dafür
erforschen, entwickeln und bewerten sie
innovative Wandlungs, Verteilungs und
Speichertechnologien – von der Materialentwicklung bis zur
innovativen Lösung. Helmholtz Energy erarbeitet
ganzheitliche, sektorenübergreifende Konzepte
und Lösungen für ein Energiesystem der Zukunft.
Dabei werden sämtliche Aspekte der
Energiewandlung und zukunftssichere technologische Optionen
berücksichtigt.
An Helmholtz Energy sind folgende
HelmholtzZentren beteiligt: das Deutsche Zentrum für
Luftund Raumfahrt (DLR), das Forschungszentrum
Jülich (FZJ), das HelmholtzZentrum Berlin für
Materialien und Energie (HZB), das
HelmholtzZentrum DresdenRossendorf (HZDR) und das
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie das
MaxPlanckInstitut für Plasmaphysik (IPP) als
wissenschaftlich assoziiertes Zentrum im Bereich
der Fusionsforschung.
HELMHOLTZ ENERGY
Programme
• Energiesystemdesign: Forschung mit einem
ganzheitlichen Ansatz zum Aufbau eines
nachhaltigen Energiesystems
• Materialien und Technologien für die
Energiewende: Entwicklung neuer Technologien
entlang der gesamten Wertschöpfungskette
inklusive der Entwicklung von
Hochleistungsmaterialien
• Fusion: Erforschung und Entwicklung von
physikalischen und technischen Grundlagen für
die Auslegung und den Bau von
Fusionskraftwerken
• Nukleare Entsorgung, Sicherheit und
Strahlenforschung: Forschung zur Zwischen und
Endlagerung radioaktiver Abfälle und zum sicheren
Betrieb von Kernreaktoren
Rund 2.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln in
Helmholtz Energy zukunftsweisende Lösungen für den nachhaltigen
Umbau der Energieversorgung in Deutschland und weltweit.
Helmholtz Energy – Forschungsbereich Energie der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF)
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 48 –
Um zukünftig den Bedarf Deutschlands an grünem
Wasserstoff decken zu können, werden große
Kapazitäten an leistungsfähigen und
energieeffizienten Elektrolyseuren erforderlich sein. Das
Projekt DERIEL steht für DERIsking PEM
Elektrolyseur. Hierbei werden Performance und Alterung
der PEMElektrolyse in relevanter Skala und unter
realistischen Lastverläufen untersucht. Ein
wichtiger Meilenstein wurde dazu im August 2024 mit
der Inbetriebnahme des Teststandes im
Industriemaßstab am Forschungszentrum Jülich erreicht.
Der Teststand ist mit modernster Analysetechnik
ausgestattet, welche zusammen mit der
Prozesssimulation des digitalen Zwillings das grundlegende
Verständnis der Alterung von Elektrolysezellen auf
allen technischen und ökonomischen Ebenen
voranbringen wird.
Die PEMElektrolyse (Proton Exchange Membrane)
verwendet eine Polymermembran, um Protonen
und Elektronen zu trennen und so Wasserstoff und
Sauerstoff zu produzieren. Dabei ist sie mit
schnellen Lastwechseln transient betreibbar und somit
besonders gut für den Betrieb mit erneuerbar
produziertem Strom geeignet. Durch das PEM
Elektrolyseurmodul im Industriemaßstab ist es möglich,
Alterungs und Fehlermechanismen zu erforschen.
Neben der aufwendigen Sensorik am laufenden
Elektrolyseur untersucht das DERIEL
WissenPEM-Elektrolyseurmodule im Industriemaßstab testen
Im Projekt DERIEL wurde ein Teststand im Industriemaßstab für ein PEMElektrolyseurmodul in
Betrieb genommen. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Produktion von grünem Wasserstoff.
schaftsteam zusätzlich Materialproben aus dem
Realbetrieb mit fortschrittlichen
Analysemethoden, wie beispielsweise Computertomografie,
Elektronenmikroskopie oder
Kernspinresonanzspektroskopie. DERIEL ist Teil des
WasserstoffLeitprojekts H2GIGA.
MEHR ZU DERIEL
Technology Readiness Level nach
Projektende: 2-4
Zuwendungsempfänger: Siemens Energy
(Koordination), Heraeus Deutschland,
Forschungs zentrum Jülich, RWTH Aachen,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-
Nürnberg, OFFIS, Leibniz Universität Hannover,
Ruhr-Universität Bochum, Max-Planck-
Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften
Förderndes Ministerium: Bundesministerium
für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Förderkennzeichen: 03HY122A-I
Fördermittel: 103,9 Millionen Euro
Projektlaufzeit: 06/2021 – 12/2025
Projektbeschreibung auf EnArgus:
P R O J E K T D E R I E L
E R F O L G S G E S C H I C H T E
Auf dem neuen Teststand für
Elektrolyseure zur Produktion von grünem
Wasserstoff am Forschungszentrum
Jülich können Alterungs- und
Fehlermechanismen erforscht werden.
6. Weitere
Fördermaßnahmen mit
Energiebezug
Die Bundesregierung setzt über das
Energieforschungsprogramm hinaus weitere Fördermaßnahmen mit
Energie bezug um. Diese haben jedoch eine andere
stra tegische Zielsetzung. Daher werden sie in anderen
Politikbereichen verantwortet.
6. WEITERE FÖRDERMASSNAHMEN MIT ENERGIEBEZUG 51
Das Energieforschungsprogramm verfolgt einen
klaren Fokus: ein resilientes und klimaneutrales
Energiesystem der Zukunft. Dabei wird die
gesamte Wertschöpfungskette betrachtet – von
der Energieerzeugung über das Umwandeln,
Transportieren und Speichern bis hin zur effizienten
Nutzung. Mit diesem systemischen Ansatz leistet
sie einen wesentlichen Beitrag zu den
energiepolitischen Zielen Deutschlands:
Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit.
Darüber setzt die Bundesregierung weitere
Fördermaßnahmen mit Energiebezug um, deren
strategische Zielsetzung jedoch in anderen Politik bereichen
verankert sind, z. B. in der Industrie,
Mittelstandsund Klimaschutzpolitik.
Batterieforschung stärkt den
Wirtschaftsstandort und die Energiewende
Die industriepolitisch ausgerichtete
Batterieforschung hat starke Anknüpfungspunkte zur
Energieforschung. Hier stehen neue Materialien,
Produk tionsprozesse und Recyclingverfahren im
Mittel punkt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit
der deutschen und europäischen Industrie zu
sichern und gleichzeitig den Wandel zu
klimaneutralen Energiesystemen voranzutreiben. Die
Ergebnisse dieser Programme stärken auch die
Energiespeicherforschung, die wiederum für die
Integration erneuerbarer Energien in das
Energiesystem von zentraler Bedeutung ist.
Nationale Klimaschutzinitiative fördert
insbesondere Projekte auf kommunaler
Ebene
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI)
fördert das Bundesministerium für Umwelt,
Klimaschutz und Naturschutz (BMUKN) innovative
Projekte, die Treibhausgasemissionen mindern und
neue Technologien in die Breite tragen. Hierzu
zählen auch innovative Klimaschutzprojekte mit
direktem Energiebezug – etwa Vorhaben zur
energetischen Optimierung von Kommunen,
UnterDie industriepolitisch ausgerichtete Batterieforschung hat starke
Anknüpfungspunkte an die Energieforschung: Hier stehen neue Materialien,
Produktionsprozesse und Recyclingverfahren im Mittelpunkt.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 51 –
52 6. WEITERE FÖRDERMASSNAHMEN MIT ENERGIEBEZUG
nehmen und sozialen Einrichtungen. Diese
ergänzen die Energieforschung, indem sie praxisnahe
Ansätze in der Umsetzung erproben und aufzeigen,
wie Forschungsergebnisse in den Alltag überführt
werden können.
Kompetenz- und
Nachwuchsentwicklung für die nukleare Sicherheit
(kerntechnischer Einrichtungen)
Der Gesetzgeber hat den Ausstieg Deutschlands aus
der gewerblichen Nutzung der Kernspaltung zur
Erzeugung von Elektrizität beschlossen und der
Leistungsbetrieb der Kernkraftwerke wurde im
April 2023 beendet. Kompetenz und
Nachwuchsentwicklung für die nukleare Sicherheit und den
Strahlenschutz bleiben weiterhin in Deutschland
wichtig. Zum Erhalt der Sprechfähigkeit
Deutschlands bei sicherheitstechnischen Fragestellungen
ausländischer kerntechnischer Anlagen sowie der
Weiterentwicklung und dem Erhalt der
wissenschaftlichtechnischen Kompetenz für
verbleibende nationale Herausforderungen, benötigt
Deutschland trotz Ausstieg aus der Kernenergie
weiterhin Kompetenzen auf den genannten
Gebieten in Behörden, Indus trie, Forschung und in der
Medizin. Die Forschungsförderung des BMUKN
umfasst anwendungsorientierte
Grundlagenforschung zur Reaktorsicherheit, verlängerten
Zwischenlagerung und Behandlung hochradioaktiver
Abfälle, Endlagerung sowie zu diesen Gebieten
übergreifende Querschnittsthemen. Übergeordnete
Förderziele dieser Maßnahme sind, die Sicherheit
kerntechnischer Anlagen zu verbessern, die
wissenschaftlichen Grundlagen für die sichere
Entsorgung radioaktiver Abfälle zu schaffen und
weiterzuentwickeln sowie die Kompetenzentwicklung in
der nuklearen Sicherheit zu unterstützen.
Das BMFTR fördert technikoffen die nukleare
Sicherheits und Strahlenforschung in den drei
Fach bereichen Reaktor sicherheitsforschung,
Entsorgungsforschung und Strahlenforschung mit
dem Ziel, den nationalen wissenschaftlichen
Nachwuchs zu fördern und die nationale Kompetenz
auch unter Beobachtung internationaler
Entwicklungen in den Fachdiszi plinen zu erhalten.
Leittechnologien für die Energiewende
Regelmäßig wird im Rahmen der Industriellen
Gemeinschaftsforschung (IGF) ein Förderaufruf zu
„Leittechnologien der Energiewende“
veröffentlicht. Bei dieser IGFFördervariante geht es um
bedeutende vorwettbewerbliche
Forschungsvorhaben mit Energiebezug, die sich inhaltlich am
aktuellen Energieforschungsprogramm orientieren.
Von den Forschungsergebnissen profitieren
besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 52 –
7. Europäische und
internationale
Zusammenarbeit
Die Bundesregierung fördert die Energieforschung durch
umfassendes Engagement auf europäischer und
internationaler Ebene. In Zusammenarbeit mit anderen
Ländern und Organisationen unterstützt sie Forschung
und Innovation für nachhaltige Energietechnologien, um
globale Klima- und Energieziele zu erreichen.
54
Europäische Union
Deutschland trägt als Mitglied der Europäischen
Union (EU) dazu bei, dass Europa die Klimaziele
2050 erreicht. Diese Ziele prägen Strategien zur
Energieforschung. Europäische Vernetzung stärkt
die Fördermaßnahmen und schafft Synergien.
Im EUForschungsrahmenprogramm Horizont
Europa engagiert sich Deutschland im Cluster 5
(Klima, Energie und Mobilität). Nationale
Interessen fließen in die EUFörderstrategie ein, etwa über
den Cluster5Programmausschuss und den
Strategic Energy TechnologyPlan (SETPlan). Seit 2023
sind Themen wie die Digitalisierung und
Markteinführung hinzugekommen. Der 2024 von der
EUKommission verabschiedete strategische Plan
bildet die Grundlage für die kommenden
Ausschreibungen in Cluster 5 bis 2027. Darunter
entstanden auch neue Partnerschaften, beispielsweise
die koprogrammierte Solar PV Partnership. Die
Förderung der Energieforschung in Cluster 5
erfolgt durch die EUKommission. Im Jahr 20231
hat sie rund 792 Millionen bewilligt. So wurden
218 Projektpartner aus Deutschland in insgesamt
97 Projekten mit insgesamt rund 115,59 Millionen
Euro gefördert.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können
sich auch über die europäischen Partnerschaften
Clean Energy Transition Partnership (CETP) und
die Driving Urban Transition Partnership (DUTP)
um Fördermittel bewerben. Die Finanzierung
dieser Vorhaben erfolgt im Rahmen der nationalen
Förderung.
Im Rahmen der CETP haben Antragstellende 2024
insgesamt 309 Vorschläge eingereicht. 140 davon
mit Förderanfrage beim
Bundeswirtschaftsministerium. Für den Aufruf stellt das Ministerium
12 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.
Die Bewilligungen erfolgen 2025. Aus dem Joint
Call 2023 sind im Jahr 2024 17 Anträge erfolgreich
bewilligt worden. Dabei konnte das zur Verfügung
stehende Förderbudget des BMWE in Höhe von
18 Millionen Euro erstmals vollständig ausgenutzt
werden.
19 Wissenschaftsteams der bewilligten Projekte aus
dem Joint Call 2023 der DUTPartnership haben
2024 ihre Arbeiten aufgenommen. Zudem konnten
Forschende im Jahresverlauf Vorschläge für den
Joint Call 2024 einreichen. Außerdem hat die
EUKommission die Positive Energy Districts
Roadmap aktualisiert und überarbeitet. Diese wird
ebenfalls 2025 veröffentlicht.
MEHR ZUR NKS KEM
1 Die EUZahlen liegen mit einem größeren zeitlichen Verzug vor.
Deutschland engagiert sich unter
anderem im EU-
Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa
und in der Internationalen
Energieagentur.
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 54 –
7. EUROPÄISCHE UND INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT
Das Committee on Energy Research and
Technology (CERT) der IEA koordiniert alle wesentlichen
Forschungs und Entwicklungsaktivitäten im
Bereich der Energietechnologien und übernimmt
strategische Aufgaben. Die Umsetzung
energieforschungspolitischer Ziele erfolgt durch
grenzüberschreitende Technology Collaboration
Programmes (TCP). Deutschland ist derzeit an 24 von
insgesamt 39 laufenden TCPs beteiligt.
Im Februar 2024 feierte die IEA im Rahmen des IEA
2024 Ministerial Meeting and Energy Innovation
Forum in Paris ihr 50jähriges Bestehen. Neben
den Energieministerinnen und ministern der
Mitgliedsstaaten waren auch die Regierungen vieler
Beitritts und Assoziierungspartner vertreten sowie
zahlreiche Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft
und Forschung in die französische Hauptstadt
gekommen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde
die führende Rolle der IEA für die globale
Energiewende betont und das Bekenntnis zum Beschluss
zur Treibhausgasminderung (COP28 Global
Stocktake) bekräftigt.
55
Internationale Energieagentur (IEA)
Die Internationale Energieagentur (IEA) fördert als
eigenständige Organisation innerhalb der OECD
die internationale Zusammenarbeit in
energiepolitischen, technischen und wirtschaftlichen Fragen.
Sie umfasst 32 Mitgliedsstaaten, darunter
Deutschland sowie dreizehn assoziierte Partnerländer. Die
Bundesregierung wird dabei federführend durch
das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
vertreten.
2024 ist Lettland der IEA beigetreten. Zudem sind
der Senegal und Kenia als neue assoziierte Partner
hinzugekommen. In Singapur hat die IEA ein IEA
Regional Cooperation Centre gegründet, um so den
Austausch mit Südostasien zu stärken. Damit deckt
das Netzwerk der IEA nun mehr als 80 Prozent der
weltweiten Energienachfrage ab.
MEHR ZUR IEA
Deutschland und die Niederlande kooperieren grenzüberschreitend auf dem Gebiet der Wasserstoffinfrastruktur.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 55 –
56 7. EUROPÄISCHE UND INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT
Mission Innovation (MI)
Mission Innovation (MI) ist eine globale Initiative,
die weltweit die Entwicklung und Verbreitung
sauberer und kostengünstiger Energietechnologien
und den globalen Übergang zu nachhaltigen
Energiesystemen fördert. Sie setzt sich insbesondere
dafür ein, dass öffentliche und private
Investitionen in diesem Bereich erhöht werden. Die aktuelle
zweite Phase der Initiative (MI 2.0) endet in 2025.
Bi- und multilaterale Forschungsinitia tiven
Die Bundesregierung ist im Bereich der
Energieforschung auch in bi und multilateralen
Kooperationen mit anderen Ländern engagiert.
Förderinitiative „Electrochemical materials
and processes for green hydrogen and green
chemistry“ (ECCM)
So kooperieren Deutschland und die Niederlande
beispielsweise auf dem Gebiet der
Wasserstoffinfrastruktur und des Markthochlaufs. Beide
Länder wollen die sehr günstigen Bedingungen für
ein grenzüberschreitendes Wasserstoffökosystem
nutzen. Dazu gehören die bestehenden
Pipelineund Hafeninfrastrukturen, geologische
Formationen für die Wasserstoffspeicherung sowie
die hohe Nachfrage nach Wasserstoff seitens der
Industrie.
Bi- und multilaterale Forschungsinitiativen
des BMFTR
Das BMFTR fördert durch internationale und
europäische Kooperationen die Energieforschung:
Gemeinsame Projekte und Wissenstransfer treiben
Innovationen voran und sichern Deutschlands
Beitrag zur nachhaltigen Energiezukunft, und das
über Grenzen hinweg.
DEUTSCHLAND/
AUSTRALIEN
DEUTSCHLAND/
AFRIKANISCHE STAATEN
Zusätzlich engagiert sich das BMFTR in
deutscheuropäischen bilateralen Initiativen, die den
Austausch mit Partnerländern vertiefen und
gemeinsame Forschungsprojekte zur Energiewende
ermöglichen. Ein Beispiel dafür sind die
deutschfranzösischen Forschungskooperationen.
Dabei werden unter anderem Ansätze für eine
bilaterale Wasserstoffwirtschaft erarbeitet. Daneben
gibt es auch eine Zusammenarbeit mit
Griechenland, Italien und den Niederlanden. Diese
Forschungs kooperationen fördern nicht nur die
technologische Entwicklung, sondern auch die
europäische Zusammenarbeit im Energiesektor.
Neben nationalen Programmen setzt das BMFTR
auch auf internationale Initiativen. Mit HyGATE
wird gemeinsam mit Australien die Entwicklung
und Erprobung von Wasserstofftechnologien
vorangetrieben. Über die afrikanischen
Klimakompetenzzentren WASCAL und SASSCAL unterstützt
das BMFTR zudem Ausbildung und Forschung
zu nachhaltigen Energiesystemen und grünem
Wasserstoff in Westafrika und im südlichen Afrika.
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 56 –
8. Forschungsförderung
der Länder
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Energie (BMWE) erhebt der Projekt träger Jülich (PtJ) seit 2008
die Aufwendungen der Länder für die Forschung und
Entwicklung innovativer Energietechnologien.
58 8. FORSCHUNGSFÖRDERUNG DER LÄNDER
Länderbericht Energieforschung 2024
Für das Haushaltsjahr 2024 wurden von den
Ländern Aufwendungen für die nichtnukleare
Energieforschung in Höhe von 551,2 Millionen Euro
gemeldet. Hiervon entfielen 357 Millionen Euro
auf die Projektförderung und 194,2 Millionen
Euro auf die institutionelle Förderung.
Das übergreifende Forschungsthema
„Systemintegration und systemübergreifende
Forschungsthemen“ bildet 2024 mit einer länderseitigen
Mittelbereitstellung von insgesamt 236,9 Millionen Euro
den Förderschwerpunkt. Im Forschungsfokus
standen hierbei Wasserstofftechnologien (131,7
Millionen Euro) sowie auch die Energiespeicherung (36,1
Millionen Euro) als bedeutendste Technologien zur
Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr.
Die finanziellen Aufwendungen der Länder im
Bereich „Energieerzeugung“ umfassen alle
technologischen Forschungs und
Entwicklungsaktivitäten zur Unterstützung erneuerbarer Energien und
summierten sich im Erhebungsjahr auf 163,4
Millionen Euro. Die größten finanziellen
Anstrengungen wurden den Forschungsfeldern Solarthermie/
Photovoltaik (51,9 Millionen Euro) und der
Windenergie (30,5 Millionen Euro) gewidmet.
Die Forschungsförderung der „Energiewende in
den Verbrauchssektoren“, von den Ländern im
Erhebungsjahr mit Aufwendungen in Gesamthöhe
von 150,9 Millionen Euro unterstützt, vereint alle
Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.
Durch die Elektromobilitätsforschung wesentlich
gestützt flossen die größten finanziellen
Anstrengungen (49 Millionen Euro) dabei in das
Forschungsthema „Energieeffizienz im Verkehr“.
Mit einem bemerkenswerten
Gesamtfördervolumen von über 551 Millionen Euro im Bereich der
nichtnuklearen Energieforschung bilden die
Länder eine tragende Säule im nationalen
Energiewendeprozess und prägen durch ihre jeweilige
technologiespezifische Akzentuierung die deutsche
Energieforschungslandschaft nachhaltig.
Der ausführliche Bericht „Förderung der
nichtnuklearen Energieforschung durch die
Bundesländer im Jahre 2024“ kann neben den weiteren
bislang veröffentlichten Länderberichten über die
Website energieforschung.de abgerufen werden.
ZUM BERICHT
0
20
40
60
80
100
120
140
160
■ Energiewende in den Verbrauchssektoren
■ Energieerzeugung
■ Systemintegration und übergreifende Forschungsthemen
Bad
en
-W
ürtt
em
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Bay
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Abbildung 8: Aufwendungen der Länder für die nicht-nukleare Energieforschung 2024 nach Sektoren
in Mio. Euro
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 58 –
8. FORSCHUNGSFÖRDERUNG DER LÄNDER 59
Länderbericht Energieforschung 2023
Der Untersuchung für das Jahr 2023 zufolge
haben die Länder rund 483,8 Millionen Euro für
die Projektförderung sowie die institutionelle
Förderung aufgewendet. Hiervon entfielen
308,3 Millionen Euro auf die Projektförderung
und 175,5 Millionen Euro auf die institutionelle
Förderung.
Wie bereits in den Vorjahren bildete die
technologische Förderung im Bereich „Systemintegration
und systemübergreifende Forschungsthemen“
auch 2023 den übergreifenden Förderschwerpunkt.
Die Länder haben diesen Bereich mit insgesamt
219,7 Millionen Euro finanziell unterstützt. Im
Forschungsfokus standen hierbei
Wasserstofftechnologien (116 Millionen Euro) sowie auch
Brennstoffzellen (38 Millionen Euro) als bedeutendste
Instrumente zur Sektorenkopplung.
28,40
131,69
48,95
15,39
46,14
36,14
24,67
17,38
17,38
4,00
13,11
16,01
24,71
40,36
30,45
4,51 51,89
Brennstoffzellen
Energieefzienz im Verkehr (inkl. Elektromobilität)
Energieefzienz in Gebäuden und Quartieren
Energieefzienz in Industrie, Handel und Gewerbe
Energiespeichertechnologien
Energiesystemanalyse/Modellierung
Erneuerbare Energien – Bioenergie
Erneuerbare Energien – Geothermie
Erneuerbare Energien – Meeresenergie
Wasserstofftechnologien
Thermische Kraftwerke/CO2-Technologien
Stromnetze (Elektrizitätsübertragung und -verteilung)
Sonstige Erneuerbare Energiequellen
Sonstige Energieefzienzmaßnahmen
Erneuerbare Energien – Windenergie
Erneuerbare Energien – Wasserkraft
Erneuerbare Energien – Solarthermie und PV
Abbildung 9: Aufwendungen der Länder für die nicht-nukleare Energieforschung
nach Förderthemen 2024 in Mio. Euro
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 59 –
60 8. FORSCHUNGSFÖRDERUNG DER LÄNDER
Förderschwerpunkte in den Ländern waren auch 2023 die Systemintegration sowie systemübergreifende Forschungsthemen.
Die Forschungsförderung im Bereich
„Energieerzeugung“ umfasst alle erneuerbaren
Energietechnologien und bewegte sich mit 150,1 Millionen
Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Die
größten finanziellen Zuwendungen wurden dabei den
Forschungsbereichen Bioenergie (37,2 Millionen
Euro) und Solarthermie/Photovoltaik (35,7
Millionen Euro) gewidmet.
Die Mittelbereitstellung der Länder für die
technologische Forschung und Entwicklung im Bereich
„Energiewende in den Verbrauchssektoren“
summierte sich im Erhebungsjahr auf 114 Millionen
Euro. Dabei ragte das Themenfeld „Energieeffizienz
in Industrie, Gewerbe und Handel“ mit
länderseitigen Zuwendungen in Höhe von 42,5 Millionen
Euro hervor.
Mit einem beachtenswerten Fördervolumen von
über 483 Millionen Euro im Bereich der
nichtnuklearen Energieforschung tragen die Länder
bedeutend zum nationalen Energiewendeprozess
sowie zur Erreichung der von der Bundesregierung
vereinbarten Klimaschutzziele bei.
Der ausführliche Bericht „Förderung der
nichtnuklearen Energieforschung durch die
Bundesländer im Jahre 2023“ kann neben den weiteren
bislang veröffentlichten Länderberichten über die
Website energieforschung.de abgerufen werden.
ZUM BERICHT
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 60 –
9. Tabellen
9. Tabellen
9.1 Fördermittel in der Energieforschungsförderung des Bundes
Tabelle 2 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Energiesystem des BMWE
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte Fördersumme
in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 laufend
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
neu bewilligt
in 2024
Energiesystemanalyse,
sektorübergreifende
Systemmodellierung
und –planung
9,32 11,18 15,01 15,94 17,16 18,97 19,74 19,09 18,72 20,73 188 50 19,27
Systemintegration und
digitale Lösungen
- 2,68 5,10 8,68 10,73 13,13 126 20 8,74
Energiewende und
Gesellschaft
0,00 1,23 4,12 6,23 8,31 10,02 164 40 10,19
Ressourceneffizienz und
zirkuläre Wirtschaft
- - 0,07 2,29 4,88 6,69 122 34 8,11
Gesamt 9,32 11,18 15,01 15,94 17,16 22,88 29,03 36,29 42,65 50,58 600 144 46,31
Thema Mittelabfluss in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Projektförderung BMWE 369,08 367,19 466,80 445,71 508,93 526,58 578,40 572,76 579,85 609,20
Forschungsmission Energiesystem 9,32 11,18 15,01 15,94 17,16 22,88 29,03 36,29 42,65 50,58
Forschungsmission Wärme 122,47 115,26 138,94 145,98 163,43 175,75 200,05 205,70 196,20 218,73
Forschungsmission Strom 182,92 192,39 248,70 223,97 259,38 255,19 266,57 243,72 241,55 229,94
Forschungsmission Wasserstoff 50,89 42,20 55,32 47,92 57,99 58,55 70,72 75,03 86,96 101,75
Sonstige 3,48 6,16 8,83 11,90 10,96 14,22 12,04 12,02 12,50 8,20
Projektförderung BMFTR 103,88 111,52 134,58 129,86 128,28 151,76 288,48 467,83 427,61 366,15
Grundlagenforschung (nicht-nuklear) 83,10 95,31 119,79 117,94 116,19 141,77 274,84 453,59 412,74 339,73
Fusionsforschung 7,70 3,12 2,23 9,68
Nukleare Sicherheitsforschung
(Nachwuchsförderung)
13,08 13,09 12,56 11,93 12,09 9,99 13,64 14,24 14,86 16,74
Sonstige Projektförderung des
Energieforschungsprogrammes 1)
60,17 60,69 60,30 59,68 66,46 72,25 78,29 71,39 70,37
Institutionelle Förderung (HGF) 348,69 362,81 379,63 393,75 410,29 415,78 314,42 319,85 325,39 378,32
Begleitende Maßnahmen 34,72 35,03 28,20 25,76 34,47 50,16 51,38 54,53 58,50 60,44
Gesamt 916,55 937,24 1.069,50 1054,75 1.148,42 1.216,53 1.310,97 1.486,36 1.461,72 1.414,11
Tabelle 1 | Übersicht der Energieforschungsförderung des Bundes
1) Bioenergieförderung des BMLEH und nukleare Sicherheitsforschung des BMUKN sind seit 2024 nicht mehr Teil des Energieforschungsprogrammes, Nachweis der Mittel im
Bundesbericht Energieforschung 2024
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 62 –
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 laufend
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
Geothermie 13,61 12,89 18,23 15,56 13,58 15,03 24,66 25,98 15,71 23,84 181 56 95,50
Wärmepumpen und
Kältetechnik
4,18 5,17 5,11 4,97 5,45 5,69 8,85 8,33 11,85 16,39 145 39 17,80
Wärmepumpen 4,18 5,17 5,11 4,97 5,45 5,61 8,14 7,07 9,99 14,05 121 34 16,18
Kältetechnik - - - - - 0,08 0,70 1,26 1,85 2,34 24 5 1,61
Solarthermie 9,58 8,39 7,74 7,16 6,87 8,69 9,98 10,92 11,11 12,13 113 19 8,55
Solarthermische Kraftwerke 9,58 8,39 7,74 7,16 6,87 8,69 9,98 10,84 10,66 10,81 98 9 4,01
Solarthermische
Wärmeanwendungen
- - - - - - - 0,08 0,45 1,31 15 10 4,55
Wärme- und Kältenetze,
Wärme- und Kältespeicher
14,54 11,71 9,95 9,08 7,79 8,81 12,92 18,72 19,95 19,01 210 39 18,47
Wärme- und Kältenetze 4,59 3,64 3,67 3,51 3,06 3,80 7,94 13,90 14,18 11,14 139 26 10,64
Wärme- und Kältespeicher 9,95 8,06 6,27 5,57 4,73 5,00 4,97 4,83 5,77 7,87 71 13 7,83
Gebäude 35,64 32,00 36,29 39,33 49,41 47,25 45,13 42,11 35,14 33,27 423 56 20,50
Neue Materialien und
Komponenten
0,05 - - - 0,51 2,06 3,32 3,49 3,34 2,75 38 3 1,50
Gebäudetechnik - - - - 0,04 0,65 1,65 3,16 3,73 5,53 51 3 0,21
Digitale Werkzeuge - - - - 0,00 0,92 3,09 4,68 5,89 6,09 65 8 3,68
Gebäudehüllle - - - - - 0,31 1,79 2,62 3,54 3,71 78 19 7,57
Energieoptimierte Gebäude
– Erneuerbare Energien
2,52 2,79 2,82 2,77 3,06 3,28 2,90 1,68 1,53 1,04 17 4 1,84
Regelungstechnik,
Betriebsoptimierung und
Monitoring
- - - - 1,05 3,27 4,41 5,68 6,05 6,04 100 19 5,70
Energieoptimierte und
klimaneutrale Gebäude
2,33 2,38 3,97 3,54 2,86 1,08 0,15 0,09 0,03 - - - -
Sonstige 30,74 26,82 29,50 33,02 41,89 35,66 27,80 20,69 11,03 8,10 74 - -
Quartiere 9,65 12,94 17,57 22,52 25,35 33,21 36,30 35,04 37,98 40,69 335 53 24,90
Energieeffizienz im
Quartier – Konzepte und
Anwendungen
8,89 11,82 16,15 20,41 22,99 29,17 29,91 26,26 28,58 29,58 285 49 22,34
Energieeffizienz im
Quartier – Großskalige
Demonstration
0,57 0,57 0,87 0,45 0,34 1,69 4,37 7,49 8,74 10,18 46 4 2,56
Sonstige 0,18 0,55 0,56 1,66 2,02 2,35 2,02 1,28 0,67 0,93 4 - -
Industrie und Gewerbe 30,59 28,52 39,87 43,16 49,86 48,36 50,52 54,16 54,90 62,83 638 115 78,76
Abwärmenutzung 1,71 0,81 0,75 0,35 - 0,03 0,20 0,45 1,16 1,41 14 - -
Chemische Verfahrenstechnik 6,73 7,69 10,09 10,20 9,54 8,40 8,29 8,25 7,92 11,12 107 23 9,75
Digitalisierung in der
Industrie
0,74 1,07 1,59 1,69 1,61 0,66 2,30 3,70 4,21 5,64 50 - -
Eisen-, Stahl und
Nichteisenmetalle
0,97 0,86 1,09 2,07 3,56 3,15 2,36 4,71 3,40 7,24 54 14 8,02
Fertigungstechnik 14,79 9,75 13,08 16,19 21,25 22,59 22,53 20,76 21,33 16,58 204 42 16,54
Hochtemperatursupraleitung und Elektrotechnik
0,53 0,62 1,18 1,15 1,07 1,89 4,73 6,15 6,96 6,86 62 6 30,65
Thermoprozesstechnik 2,56 4,51 8,85 8,80 8,66 7,32 5,82 6,64 6,58 9,38 91 18 8,45
Sonstige 2,54 3,21 3,24 2,73 4,16 4,32 4,28 3,51 3,34 4,61 56 12 5,34
Energetische Nutzung
biogener Rest- und Abfallstoffe
4,69 3,66 4,17 4,20 5,12 8,72 11,70 10,44 9,56 10,55 199 38 9,52
Gesamt 122,47 115,26 138,94 145,98 163,43 175,75 200,05 205,70 196,20 218,73 2244 415 274,00
Tabelle 3 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Wärme des BMWE
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 63 –
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 laufend
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
Windenergie 52,85 49,68 75,11 59,73 72,95 76,06 82,87 89,19 74,97 66,23 400 81 51,30
Anlagenentwicklung 24,60 17,87 39,50 26,03 32,54 41,38 38,54 36,16 34,79 28,76 152 43 30,12
Logistik, Installation,
Instandhaltung und Betrieb
5,18 7,38 11,00 8,34 8,30 7,83 9,96 10,97 12,14 11,43 94 3 2,69
Umweltaspekte der
Windenergie
3,23 2,25 2,48 2,42 3,34 2,83 3,08 2,13 2,25 1,47 17 4 1,55
Windenergie Onshore 2,49 4,12 3,42 3,10 2,15 0,44 4,25 7,68 4,65 4,41 21 9 5,31
Windenergie Offshore 9,19 10,45 11,56 12,03 15,88 17,61 18,67 25,31 12,94 11,30 63 9 7,13
Windphysik und
Meteorologie
3,63 3,03 3,06 2,33 2,96 3,70 6,18 5,45 6,84 7,39 36 7 2,97
Sonstige 4,53 4,58 4,08 5,49 7,79 2,26 2,18 1,48 1,36 1,46 17 6 1,53
Photovoltaik 55,82 53,61 78,39 76,91 95,99 83,92 84,01 68,80 72,37 60,19 431 104 53,82
Fertigungsverfahren für
PV-Module
7,63 7,34 17,23 16,91 16,08 16,47 13,22 11,48 8,62 9,05 50 2 3,45
Nachhaltigkeit und
Akzeptanz
0,91 0,99 1,14 0,82 1,01 1,16 1,72 1,05 1,13 1,13 21 17 5,22
Produktionstechnologien
für Solarzellen
23,60 24,04 33,13 33,48 35,18 32,75 30,42 23,02 15,21 16,59 92 28 16,46
PV-Technologien 10,46 7,37 8,32 12,97 19,35 19,99 22,81 16,95 14,09 14,92 112 41 20,45
Qualitätssicherung 3,07 3,79 4,60 3,65 3,97 3,83 5,24 7,25 9,73 10,10 86 4 1,78
Systemfähigkeit 3,40 4,57 5,41 6,85 5,99 5,50 4,00 4,79 4,66 4,90 45 11 4,76
Sonstige 6,75 5,51 8,56 2,24 14,41 4,23 6,60 4,27 18,93 3,51 25 1 1,70
Stromnetze und
Stromspeicher
72,58 87,09 93,05 85,93 88,73 92,95 98,76 82,17 75,09 75,68 749 112 56,59
Batterietechnik für
mobile Anwendung
12,80 13,87 14,28 15,63 17,06 18,24 18,07 14,27 12,44 10,93 101 - -
Elektrochemische S peicher 4,36 5,22 8,54 8,99 8,68 11,19 15,64 11,32 8,78 8,23 72 - -
Flexibilität im Stromnetz 7,21 6,60 6,30 7,13 7,14 10,71 13,88 11,90 9,06 7,29 94 19 7,16
Netzplanung und
Betriebsführung
9,58 13,08 16,87 14,64 12,74 10,82 9,25 8,88 9,30 9,94 118 17 10,97
Sonstige Stromspeicher 1,97 3,18 4,61 4,68 5,64 6,53 4,75 3,24 3,26 3,27 15 - -
Technik für das Stromnetz 16,39 17,52 21,07 17,71 22,50 19,36 20,83 17,50 14,81 16,30 145 18 5,57
Versorgungssicherheit 13,56 19,12 15,79 13,62 11,62 13,59 12,81 11,22 11,87 12,15 118 28 19,91
Sonstige 6,70 8,50 5,59 3,54 3,34 2,52 3,53 3,83 5,57 7,57 86 30 12,99
Wasserkraft und
Meeresenergie
1,68 2,01 2,15 1,40 1,71 2,26 0,93 0,31 0,25 0,67 4 0 -
Flankierende Forschung
IPCEI
Batteriezellfertigung
- - - - - - - 3,24 18,87 27,17 152 21 45,71
Gesamt 182,92 192,39 248,70 223,97 259,38 255,19 266,57 243,72 241,55 229,94 1736 318 207,42
Tabelle 4 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Strom des BMWE
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 64 –
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 laufend
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
Produktion von Wasserstoff und
Derivaten; Brennstoffzellen;
Wiederverstromung
48,21 39,69 51,19 43,03 52,26 54,45 66,22 70,29 78,31 92,18 655 117 81,53
Brennstoffzellen 16,89 11,76 16,69 14,68 14,39 16,30 16,31 18,96 20,23 24,45 204 33 18,61
Erzeugung von
Wasserstoffderivaten
0,39 0,19 1,12 1,92 14,84 17,54 17,86 10,39 7,15 6,17 26 - -
Systemische Ansätze 1,12 0,99 0,32 0,33 0,46 0,43 2,14 4,31 5,44 3,98 41 - -
Wasserstofferzeugung 7,17 5,70 6,66 4,21 1,13 0,97 7,40 15,69 20,78 32,39 153 42 38,45
Wiederverstromung mit Turbinen
und Motoren
20,69 19,65 24,33 20,33 19,74 18,49 21,72 20,40 24,29 25,18 231 42 24,47
Sonstige 1,95 1,40 2,07 1,56 1,69 0,71 0,79 0,53 0,42 - - - -
Wasserstoffspeicherung
und -transport
2,68 2,50 4,14 4,89 5,73 4,10 4,50 4,74 8,66 9,57 103 24 8,70
Gesamt 50,89 42,20 55,32 47,92 57,99 58,55 70,72 75,03 86,96 101,75 758 141 90,24
Tabelle 5 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Wasserstoff des BMWE
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 laufend
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
CO2-Technologien 1) 3,48 6,11 6,31 7,68 5,49 9,31 6,33 7,38 8,60 8,20 94
Industrielle
Gemeinschaftsforschung (IGF) 2)
0,05 2,52 4,22 5,47 4,90 5,71 4,64 3,89 0
Gesamt 3,48 6,16 8,83 11,90 10,96 14,22 12,04 12,02 12,50 8,20 94
Tabelle 6 | Sonstige Förderbereiche des BMWE
1) Ab 2024 nicht im Energieforschungsprogramm, sondern im BMWE Förderprogramm „Dekarbonisierung der Industrie“
2) Bis 2023 Mittel aus 0903/68391 und 0901/68601 des BMWE; seit 2024 nicht mehr Teil des Energieforschungsprogrammes
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 65 –
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 laufend
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
neu
bewilligt
in 2024
Grundlagenforschung im Rahmen
der
Energieforschungsprogramme der Bundesregierung
83,10 95,31 119,79 117,94 116,19 141,77 274,84 453,59 412,74 339,73 1155 152 203,49
Bioenergie 9,89 6,17 3,13 0,22 5,83 4,63 13,13 2,37 1,07 0,57 7 4 3,82
Synthetische Kraftstoffe - - - - 3,64 7,44 6,49 4,61 0,91 0,06 1 - -
Energiewende und Gesellschaft 3,95 2,64 10,02 9,93 10,14 5,14 8,16 9,72 9,95 7,79 27 - -
Energieoptimierte und
klimaneutrale Gebäude
- - 0,20 0,27 0,43 - - - - - - - -
Energieoptimierte und
klima neutrale Quartiere
4,65 3,88 2,73 7,50 10,22 13,63 9,92 15,53 7,49 12,72 57 6 6,53
Versorgung mit Wärme und Kälte - - - - - - 1,17 3,09 3,08 2,96 3 - -
Flexible Industrieprozesse - - 10,70 12,54 10,80 10,43 14,05 8,37 6,25 9,47 67 2 0,64
Materialforschung 10,41 27,87 26,68 18,21 10,30 2,90 3,96 2,05 0,44 1,40 1 - -
Photovoltaik 11,59 6,17 3,51 1,33 2,69 2,27 4,39 1,34 1,07 1,63 2 1 4,96
Grundlagenforschung
Sektorkopplung und Wasserstoff
2,10 4,63 15,53 17,36 17,78 35,99 80,12 99,54 105,44 123,16 365 80 111,12
Strategische Leitprojekte:
Speicher und Transport
- - - - - - 10,71 28,72 31,34 28,94 121 2 0,53
Strategische Leitprojekte:
Wasserstofferzeugung
- - - - - - 37,93 141,43 145,38 92,77 241 - -
Sonstige Grundlagenforschung 10,84 9,96 11,64 15,22 10,42 6,64 15,70 11,57 23,15 5,68 12 1 0,61
Stromnetze 7,57 10,01 18,11 13,15 10,85 10,58 12,97 11,78 14,74 13,14 45 5 0,95
Stromspeicher 15,61 10,79 3,60 1,17 3,77 2,30 1,56 0,88 1,51 1,81 5 1 0,30
CO2-Technologien 0,79 8,95 11,84 16,90 14,08 25,74 26,54 37,71 25,08 10,19 45 22 55,80
Technologieoffene Förderung mit
internationalem Fokus
2,00 0,65 0,28 2,11 3,88 11,73 24,46 60,00 27,41 14,82 61 4 2,11
Grundlagenforschung
energierelevante Nutzung
des Untergrundes
3,69 3,59 1,81 2,02 1,36 2,35 3,55 14,88 8,43 12,62 95 24 16,12
Fusion 2040 – Forschung auf dem
Weg zum Fusionskraftwerk
9,68 62 62 116,00
Pilotprojekte Fusion 6,92 18 18 37,26
BKM Basistechnologien
für die Fusion
2,77 44 44 78,74
Projektbezogene
Fusionsforschung 1)
7,70 3,12 2,23
Nachwuchsförderung in der
Strahlenforschung
13,08 13,09 12,56 11,93 12,09 9,99 13,64 14,24 14,86 16,74 114 24 15,81
Reaktorsicherheitsforschung 3,39 2,68 1,73 1,23 1,19 0,79 1,32 3,03 2,76 7,67 31 6 5,42
Forschung zur verlängerten
Zwischenlagerung und
Behandlung hochradioaktiver Abfälle 2)
3,64 4,22 3,61 2,48 30 3 1,68
Strahlenforschung 7,58 8,58 8,05 7,89 7,36 6,36 8,69 6,98 8,49 6,59 53 15 8,70
Endlager- und
Entsorgungsforschung 3)
2,11 1,83 2,78 2,81 3,54 2,85
Gesamt 103,88 111,52 134,58 129,86 128,28 151,76 288,48 467,83 427,61 366,15 1.331 238 335,30
Tabelle 7 | Mittelabfluss der Projektförderung der Grundlagenforschung des BMFTR
1) Teil des 5. und 6. Energieforschungsprogrammes, siehe Bundesbericht Energieforschung 2019
2) Neue Systematik ab 2021, siehe Bundesbericht Energieforschung 2024
3) Alte Systematik bis 2020, siehe Bundesbericht Energieforschung 2024
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 66 –
Tabelle 8 | Institutionelle Energieforschung
Förderthema Mittelabfluss in Mio. €
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
POF III 348,69 362,81 379,63 393,75 410,29 415,78
Energieeffizienz, Materialien
und Ressourcen
64,12 68,43 69,45 73,00 76,67 78,60
Erneuerbare Energien 51,91 54,37 56,73 59,09 61,51 62,94
Kernfusion (inkl. Wendelstein W 7-X) 123,51 123,51 123,51 123,51 126,00 124,07
Nukleare Entsorgung, Sicherheit und
Strahlenforschung
35,76 37,27 38,84 40,47 42,16 43,32
Technologie, Innovation und Gesellschaft 7,65 7,95 8,25 8,54 8,84 9,00
Speicher und vernetzte Infrastrukturen 57,12 60,47 69,61 72,86 76,21 78,23
Future Information Technology 8,62 10,81 13,24 16,28 18,90 19,63
POF IV 314,42 319,85 325,39 329,87
Energiesystemdesign 34,60 34,89 35,19 35,40
Materialien und Technologien
für die Energiewende
208,09 212,13 216,25 219,59
Fusion 31,28 32,03 32,79 33,46
Nukleare Entsorgung, Sicherheit und
Strahlenforschung (NUSAFE II)
38,46 38,81 39,16 39,41
Zusätzliche Aktivitäten der HGF 48,46
Forschungszentrum Jülich Helmholtzcluster
für Wasserstoffwirtschaft
22,95
Nicht in der POF erfasste Aktivitäten
der Energieforschung
25,51
Gesamt 1) 348,69 362,81 379,63 393,75 410,29 415,78 314,42 319,85 325,39 378,32
1) Die Gesamtsumme ab 2021 entspricht nicht der Summe der Einzelpositionen. Die Gesamtsumme enthält 2 Mio. Euro zusätzlich für einen Innovationspool.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 67 –
Tabelle 9a | Übersicht über das Energieforschungsprogramm des Bundes nach Kapitel und Titel
im Bundeshaushalt
Zuständiges
Kapitelbezeichnung 1) Titelbezeichnung 1) Mittelabfluss in Mio. €
Kapitel/Titel 1) Ressort 2) 2020 2021 2022 2023 2024
Projektförderung und begleitende Maßnahmen im Energieforschungsprogramm 800,75 996,55 1.166,51 1.136,33 1.035,78
0903/68301 BMWE Energie und Nachhaltigkeit Energieforschung 535,03 572,61 530,94 509,81 510,28
6092/68626 4) BMWE Energie- und Klimafonds Reallabore der Energiewende 5) 17,04
0903/68608 3) BMWE Energie und Nachhaltigkeit Reallabore der Energiewende 5) 18,64 43,66 53,63 68,68
0904/896029) 12) BMFTR Chancen der Globalisierung Wasserstoffstrategie Außenwirtschaft - Internationale
Kooperation Wasserstoff
7,28 14,28
6092/896019) 12) BMFTR Klima- und
Transformationsfonds
Wasserstoffstrategie Außenwirtschaft - Internationale
Kooperation Wasserstoff
20,08
3004/68541 Nr. 1 BMFTR Forschung für Innovationen,
Zukunftsstrategie
Grundlagenforschung Energieeffizienz und Erneuerbare
Energien, Grüner Wasserstoff
117,77 185,84 201,61 178,16 189,59
3004/68541 Nr. 2 BMFTR Forschung für Innovationen,
Zukunftsstrategie
Nachwuchsförderung nukleare Sicherheitsforschung 10,68 14,32 14,93 15,68 17,48
3004/68542 3) BMFTR Forschung für Innovationen,
Zukunftsstrategie
Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, Geoforschung 3,55 14,88 8,43 11,68
6092/68304 BMWE Klima- und
Transformationsfonds
Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Elektromobilität 14,64 15,37 14,34 13,07 10,98
6092/68502 BMFTR Klima- und
Transformationsfonds
Anwendungsorientierte Grundlagenforschung Grüner
Wasserstoff
29,42 99,79 245,92 226,84 146,07
6092/68616 3) BMWE Klima- und
Transformationsfonds
CO2-Vermeidung und -Nutzung in Grundstoffindustrien 0,11 2,83 6,45 6,08
6092/89203 3) BMWE Klima- und
Transformationsfonds
Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie 0,01 7,29 15,53 24,82
6092/89303 8) BMWE Klima- und
Transformationsfonds
Transformation Wärmenetze 2,88
6092/89304 3) BMWE Klima- und
Transformationsfonds
Industrielle Fertigung für mobile und stationäre
Energiespeicher
0,00 3,24 18,87 27,17
0901/68601 3) 11) BMWE Innovation, Technologie
und Neue Mobilität
Industrieforschung für Unternehmen 3,85 4,28 3,86
1005/68611 &
1005/89311 11)
BMLEH Nachhaltigkeit, Forschung
und Innovation
Zuschüsse zur Förderung von Forschungs- , Entwicklungs-
und Demonstrationsvorhaben im Bereich der
nachwachsenden Rohstoffe und zur Förderung der nationalen Projekte
der nachhaltigen Waldwirtschaft & Zuschüsse zur Förderung
von Forschungs- , Entwicklungs- und
Demonstrationsvorhaben im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe
(Investitionen)
37,83 42,11 35,17 29,46
6092/68618 &
6092/68621 7) 11)
BMLEH Klima- und
Transformationsfonds
Zuschüsse zur Förderung von Maßnahmen zur
energetischen Nutzung von Wirtschaftsdünger und zur
Emissionsminderung beim Wirtschaftsdüngermanagement &
Zuschüsse zur Förderung von Maßnahmen zum Schutz von
Moorböden und zur Verringerung der Torfverwendung
1,82 3,98
0903/68602 6) 11) BMUKN Energie und Nachhaltigkeit Sicherheitsforschung für kerntechnische Anlagen 38,33 40,33
1605/54401 6) 11) BMUKN Nukleare Sicherheit und
Strahlenschutz
Forschung, Untersuchungen und Ähnliches 38,33 38,28
Institutionelle Förderung (HGF) 415,78 314,42 319,85 325,39 378,32
0901/68531 &
0901/8943110)
BMFTR Innovation, Technologie und
Neue Mobilität
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. – Betrieb &
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. –
Investitionen
30,99 48,54 49,62 50,71 75,31
3004/68570 &
3004/89470
BMFTR Forschung für Innovationen,
Hightech-Strategie
HGF-Zentren – Betrieb &
HGF-Zentren – Investitionen
384,79 265,88 270,24 274,68 303,01
Gesamt 1.216,53 1.310,97 1.486,36 1.461,72 1.414,11
1) Bundeshaushalt 2024 bzw. bei weggefallenen Titeln das letzte Nutzungsjahr
2) Zuständigkeit entsprechend dem Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 09.05.2025, bei weggefallenen Titeln wird das aktuell zuständige Ressort angegeben
3) Neu im Bundeshaushalt für 2021
4) Weggefallen im Bundeshaushalt für 2021
5) Die Mittel inkl. bestehender Mittelfestlegungen für die Reallabore wurden ab 2021 in den Bundeshaushalt Kapitel 0903 Titel 68608 verschoben
6) Zuständigkeitswechsel von BMWE zu BMUKN ab 2022 im Bundeshaushalt vollzogen
7) Neu im Bundeshaushalt für 2022
8) Neu im Bundeshaushalt für 2024
9) Neu im Bundeshaushalt für 2022, im Jahr 2024 in den Klima- und Transformationsfonds verschoben
10) Zuständigkeitswechsel von BMWE zu BMFTR wird erst ab 2025 im Bundeshaushalt vollzogen
11) Im Einklang mit internationalen Rechtsnormen ist dieser Politikbereich und die damit verbundenen Forschungsmaßnahmen von der Energiepolitik und
den energiepolitischen Prozessen, an denen sich das Energieforschungsprogramm orientiert, ab 2024 entkoppelt.
12) Forschungsförderung erfolgt durch BMFTR, Themen der Außenwirtschaft außerhalb der Forschung liegen beim BMWE
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 68 –
Tabelle 9b | Übersicht über das Energieforschungsprogramm des Bundes nach Ressorts
Ressort 1) Mittelabfluss in Mio. €
2020 2021 2022 2023 2024
BMWE 566,72 610,59 606,57 621,22 650,89
Klassische Projektförderung und begleitende Maßnahmen 561,18 592,30 566,07 573,77 590,40
Reallabore der Energiewende 5,53 18,29 40,50 45,48 59,78
Mikroprojekte 1,98 0,70
BMLEH 2) 37,83 42,11 36,99 33,45
Projektförderung und begleitende Maßnahmen 37,83 42,11 36,99 33,45
BMUKN 2) 38,33 40,33 38,33 38,28
Projektförderung und begleitende Maßnahmen 38,33 40,33 38,33 38,28
BMFTR 573,65 617,93 804,47 768,78 763,22
Projektförderung und begleitende Maßnahmen 157,87 303,51 484,61 443,38 384,90
Institutionelle Förderung (HGF) 415,78 314,42 319,85 325,39 378,32
Gesamt 1.216,53 1.310,97 1.486,36 1.461,72 1.414,11
1) Zuständigkeit entsprechend dem Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 09.05.2025, bei weggefallenen Titeln wird das aktuell zuständige Ressort angegeben
2) Ab 2024 nicht mehr im Energieforschungsprogramm
Tabelle 10 | Weitere Forschungsprogramme des Bundes mit Bezug zur Energieforschung
Ressort/Thema Mittelabfluss in Mio. €
2023 2024
BMWE 310,95 233,57
Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Landstromversorgung in deutschen Häfen 31,54 21,92
Maritimes Forschungsprogramm (Maritime Technologien und Klimaneutrales Schiff) 60,74 63,05
Luftfahrtforschungsprogramm 120,98 55,68
IPCEI Next Generation Cloud Infrastructure and Services (IPCEI-CIS) 0,85 1,60
Dekarbonisierung der Industrie (DDI) 7,20 10,23
Förderprogramm Innovationskompetenz INNO-KOM 12,45 19,42
Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) 7,95 7,78
Internationale Wasserstoffprojekte 0,45 0,10
IPCEI Wasserstoff (Bundesanteil) 51,29 40,23
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) 17,51 13,56
BMFTR 225,98 228,73
Zukunftscluster; Validierungsförderung VIP+ 7,18 7,90
Dachkonzept Batterieforschung 203,68 206,98
KMU-innovativ: Energieeffizienz, Klimaschutz und Klimaanpassung (KMUi-Klima) 8,13 7,16
KlimPro-Industrie (ohne Begleitprojekt) 6,99 6,68
BMV 23,12 57,57
Gesamtkonzept Erneuerbare Kraftstoffe 23,12 57,57
Gesamt 560,06 519,86
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 69 –
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9.2 Fördermittel in der Energieforschungsförderung der Länder
Drucksache 21/3750 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode – 70 –
Tabelle 12 | Aufwendungen der Länder für nicht-nukleare Energieforschung nach
Förderthemen entsprechend der IEA-Technologieklassifikation1) ab 2018
Gruppennummer1)
Förderthema Mittelabfluss in Mio. €
2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
11 Energieeffizienz in
Industrie, Handel und Gewerbe
24,04 17,00 36,39 35,91 40,81 42,54 46,14
12 Energieeffizienz in
Gebäuden und Quartieren
16,97 13,62 12,68 9,69 9,00 12,36 15,39
13 Energieeffizienz im Verkehr
(inkl. Elektromobilität)
29,39 43,72 50,63 55,71 58,55 31,78 48,95
14 Sonstige Energieeffizienzmaßnahmen 22,10 16,55 19,26 15,29 19,97 27,34 40,36
2 Thermische Kraftwerke/
CO2-Technologien
4,40 5,63 6,31 6,63 5,65 12,58 13,11
31 Erneuerbare Energien –
Solarthermie und PV
18,39 17,49 36,11 28,22 23,40 35,68 51,89
32 Erneuerbare Energien – Windenergie 6,82 5,64 24,85 18,46 20,89 14,74 30,45
33 Erneuerbare Energien – Meeresenergie 0,40 0,36 3,34 2,87 2,84 4,12 4,00
34 Erneuerbare Energien – Bioenergie 10,86 9,54 21,96 13,74 15,54 37,19 17,38
35 Erneuerbare Energien – Geothermie 6,55 5,74 9,79 10,15 14,67 15,37 17,38
36 Erneuerbare Energien – Wasserkraft 0,95 0,44 3,42 5,10 8,56 3,57 4,51
37 Sonstige Erneuerbare Energiequellen 19,48 19,92 20,03 42,67 16,04 26,80 24,71
51 Wasserstofftechnologien 12,94 9,92 36,13 97,55 118,46 116,00 131,69
52 Brennstoffzellen 6,49 10,47 20,70 18,44 29,47 38,04 28,40
62 Stromnetze (Elektrizitätsübertragung
und -verteilung)
6,43 11,06 9,12 9,92 21,39 13,44 16,01
63 Energiespeichertechnologien 26,42 38,85 54,67 42,31 45,46 37,46 36,14
71 Energiesystemanalyse/Modellierung 7,39 18,18 22,01 17,99 19,74 14,78 24,67
Gesamt 220,04 244,12 387,37 430,64 470,43 483,78 551,20
1) IEA-Technologieklassifikation, siehe https://www.iea.org/data-and-statistics/data-product/energy-technology-rd-and-d-budget-database-2#documentation
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3750– 71 –
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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