Schriftliche Frage 195 von Dr. Paul Schmidt (AfD): Auf welche vergleichbaren Projekte, insbesondere Planung-, Genehmigungs- und reiner Bauzeit, stützt die Bundesregierung die Aussage des Bund…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 5. Oktober 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
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Schriftliche Frage 195 von Dr. Paul Schmidt (AfD): Auf welche vergleichbaren Projekte, insbesondere Planung-, Genehmigungs- und reiner Bauzeit, stützt die Bundesregierung die Aussage des Bund…
Frage 195 (Dr. Paul Schmidt, AfD):
Auf welche vergleichbaren Projekte, insbesondere Planung-, Genehmigungs- und reiner Bauzeit, stützt die Bundesregierung die Aussage des Bundesministers für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit Carsten Schneider, dass es bei einem Atomkraftwerk „[...] 25 bis 30 Jahre [...]“ dauert „[...] bis es ans Netz geht.“ (Plenarprotokoll 21/91, S. 11301), und wie wird von Seiten der Bundesregierung begründet, dass weltweit Bauzeiten von Atomkraftwerken bis zur Inbetriebnahme realisiert werden, die erheblich kürzer sind als die benannten 25 bis 30 Jahre?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom 7. Oktober 2026:
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat sich in seiner Rede im Deutschen Bundestag für die Abschätzung der Dauer von Neubauprojekten insbesondere auf Finnland und Großbritannien bezogen. In Finnland betrug die reine Bauzeit von Olkiluoto 3 rund 18 Jahre (2005 bis 2023) und in Großbritannien würde sie, falls Hinkley Point C ohne weitere Verzögerungen im Jahr 2030 ans Netz gehen sollte, bei 13 Jahren (2017 bis 2030) liegen. Die reine Bauzeit von Atomkraftwerken (AKW) ist unbestritten zumeist kürzer als 25 Jahre. Sie ist allein aber nicht entscheidend, denn sie bildet den tatsächlichen Zeitbedarf solcher Großprojekte nur unvollständig ab. Voraus gehen u. a. energiepolitische Grundsatzentscheidungen sowie rechtliche Prozesse und Genehmigungsverfahren. Die finnische Regierung entschied sich beispielsweise bereits 2002 für den Bau eines weiteren Reaktorblocks, die Baugenehmigung erfolgte dann im Jahr 2005. Somit vergingen in Finnland allein vom finalen Entschluss, ein AKW zu bauen, 21 Jahre. Diesem Entschluss vorgelagert waren mehrere Jahre energiepolitischer Debatten, die in Finnland bereits in den 1990er Jahren stattfanden. Auch in Großbritannien begann die energiepolitische Debatte bereits im Jahr 2005. Insgesamt kommt man somit bei beiden Projekten auf Zeiten von 25 bis 30 Jahren von Beginn der politischen Entscheidungsfindung bis zum Beginn der kommerziellen Stromproduktion. Dies gilt beispielsweise auch für Frankreich, wo erste parlamentarische Debatten über die zukünftige französische Energiepolitik bereits im Jahr 2000 begannen. Ab dem Jahr 2003 wurde die zukünftige Energiepolitik einschließlich eines neuen Reaktortyps diskutiert und im Jahr 2004 fiel die Entscheidung auf Flamanville für einen neuen Standort. Der Reaktor Flamanville-3 hat dann nach 17 Jahren Bauzeit (2007 bis 2024) im Jahr 2026 seinen kommerziellen Betrieb aufgenommen.
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