Beitritt Deutschlands zur europäischen Nuklearallianz (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/3302)
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Beitritt Deutschlands zur europäischen Nuklearallianz (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/3302)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4595
21. Wahlperiode 09.03.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Rainer Kraft, Andreas Bleck, Dr. Michael
Blos, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/3302 –
Beitritt Deutschlands zur europäischen Nuklearallianz
A. Problem
Die Fraktion der AfD schickt ihrem Antrag voraus, dass Deutschland seit der
Abschaltung der letzten drei verbliebenen Kernkraftwerksblöcke am 15. April 2023
große Mengen an Elektrizität aus dem Ausland importiert habe. Die Abschaltung
der deutschen Kernkraftwerke habe zu einem Wandel von einer
Stromexportnation zu einer Stromimportnation geführt.
Daher möchte die Fraktion die Bundesregierung auffordern, schnellstmöglich,
hilfsweise unverzüglich, einen Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur
europäischen Nuklearallianz anzustreben und zu vollziehen.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Wurden im Ausschuss nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/3302 abzulehnen.
Berlin, den 4. März 2026
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Christian Frhr. von Stetten
Vorsitzender
Dr. Nina Scheer
Berichterstatterin
Jörg Cezanne
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Dr. Nina Scheer und Jörg Cezanne
I. Überweisung
Der Antrag auf Drucksache 21/3302 wurde in der 50. Sitzung des Deutschen Bundestages am 18. Dezember
2025 an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie zur Federführung sowie an den Ausschuss für Umwelt,
Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und an den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen
Union zur Mitberatung überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die antragstellende Fraktion fordert, dass die Bundesrepublik Deutschland so schnell wie möglich der
europäischen Nuklearallianz beitreten solle. Seit 2023 müssten monatlich große Mengen an Elektrizität aus dem Ausland
importiert werden.
Zur Begründung führt sie an, dass die Europäische Nuklearallianz mit 15 Staaten eine wachsende Mehrheit
innerhalb der EU vertrete. Auch die EU-Kommission halte Kernkraft für notwendig. Die Bundesrepublik
Deutschland sei über ihren Anteil von über 99 Prozent an Uniper Miteigentümer dreier Kernkraftwerke in Schweden und
erwirtschafte damit hohe Gewinne. Kernenergie sei kostengünstig und eine internationale Kooperation mit der
Nuklearallianz diene dem Nachhaltigkeitsziel 7 der Agenda 2030 sowie der Sicherheit Deutschlands und seiner
Nachbarländer.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat den Antrag auf
Drucksache 21/3302 in seiner 27. Sitzung am 4. März 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen
Ablehnung.
Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat den Antrag auf Drucksache 21/3302 in
seiner 18. Sitzung am 4. März 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat den Antrag auf Drucksache 21/3302 in seiner 27. Sitzung am
4. März 2026 abschließend beraten.
Die Fraktion der AfD erläuterte, der Antrag sei im Dezember 2025 verfasst worden, weshalb er sich auf die
Zahlen von 2024 beziehe. In dem Jahr 2025 habe Deutschland 22 TWh Strom importiert. Frankreich habe in dem
gleichen Zeitraum 92,5 TWh Strom exportiert. Eine Mehrheit von 15 Nationen innerhalb der Europäischen Union
habe sich bereits der europäischen Nuklearallianz angeschlossen. Die Kernkraft sei die einzige
Energieerzeugungsform, die in der Lage sei, das Nachhaltigkeitsziel 7 der Agenda 2030 zu erfüllen.
Die Fraktion der CDU/CSU führte aus, die Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke sei ein großer Fehler
gewesen. Die Konsequenzen seien in Gestalt des Nettostromimportes sichtbar. Es gebe unterschiedliche
Zusammenschlüsse auf der Ebene der Europäischen Union. Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie sei sowohl
in Bezug auf den Club Friends of Renewables als auch bezüglich der Nuklearallianz offen. Die Fraktion
befürworte die Fortschreitung dieses Weges.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erklärte, Stromhandel reduziere die Preise und sei insofern zu
befürworten. Deutschland beziehe viel Windstrom aus dem Norden. Aufgrund der Gaspreise sähen sie aktuell starke
Preisanstiege in den Abendstunden. Die Speicher müssten ausgebaut werden. Dies würde auch die Kosten
reduzieren.
Die Fraktion der SPD äußerte, sie hätten in Deutschland die klare Entscheidung getroffen, aus der Kernenergie
auszusteigen. An diese Entwicklung sollte man kein Fragezeichen setzen. Daher kritisiere die Fraktion die
Teilnahme der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie an unterschiedlichen Bündnistreffen auf europäischer
Ebene, die verschiedene Signalwirkungen entfalte.
Die Fraktion Die Linke kritisierte den Antrag. Es sei gut, dass Deutschland aus der Kernenergie ausgestiegen
sei. Allen, die daran mitgewirkt hätten, gebühre Dank. Eine Mitgliedschaft in der europäischen Nuklearallianz
hielten sie nicht für sinnvoll, weshalb sie den Antrag ablehnten.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie beschloss mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD, die Ablehnung des
Antrags auf Drucksache 21/3302 zu empfehlen.
Berlin, den 4. März 2026
Dr. Nina Scheer
Berichterstatterin
Jörg Cezanne
Berichterstatter
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ISSN 0722-8333
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