Rede von Klaus Ernst (DIE LINKE) – Drucksachen 16/10616, 16/11240
Teil von Protokoll der 193. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 6: Drucksachen 16/10616, 16/11240 –.
Text
Rede von Klaus Ernst (DIE LINKE) – Drucksachen 16/10616, 16/11240
Ich erlaube Sie, Herr Weiß.Vizepräsident Dr. Hermann Otto Solms:
Herr Weiß, bitte schön.
Peter Weiß (Emmendingen) (CDU/CSU):
Herr Kollege Ernst, die Leistungen nach dem
Sozialgesetzbuch II – das Arbeitslosengeld II – werden
von den deutschen Steuerzahlerinnen und deutschen
Steuerzahlern bezahlt. Darunter sind, wie Sie wissen,
viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht
unbedingt ein hohes Gehalt beziehen, aber zwei, drei
Kinder haben.
Das Gehalt eines Arbeitnehmers mit Kindern ist trotz
der erhöhten Ausgaben das Gleiche wie das eines
Arbeitnehmers ohne Kinder. Um das auszugleichen, gibt es
Kindergeld. Beim Arbeitslosengeld II ist es so, dass der
ALG-II-Bezieher, der keine Kinder hat, deutlich weniger
ausbezahlt bekommt als der ALG-II-Bezieher, der
Kinder hat, weil beim Arbeitslosengeld II auf die Kinderzahl
Rücksicht genommen wird, während beim normalen
Lohn im Betrieb auf die Kinder nicht Rücksicht
genommen wird.
Wie möchten Sie bitte einem deutschen Arbeitnehmer
mit drei Kindern zu Hause plausibel machen,
(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Steuerklassen!)
dass der ALG-II-Empfänger für die Kinder Geld vom
Staat ausbezahlt bekommt, also einen höheren Regelsatz
hat, während sein Lohn der Gleiche bleibt? Wie erklären
Sie das?
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU –
Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Was soll
denn das?)
– Das ist doch der Punkt.
(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Weniger Steuern!)
Relationen
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