Rede von Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) – Drucksachen 16/10616, 16/11240
Teil von Protokoll der 193. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 6: Drucksachen 16/10616, 16/11240 –.
Text
Rede von Dr. Barbara Höll (DIE LINKE) – Drucksachen 16/10616, 16/11240
Herr Kollege Kurth, Sie sind seit dem Jahr 2002
Bundestagsabgeordneter. Ob Sie hier fehl am Platz oder im
falschen Film sind, werden im nächsten Jahr
Bürgerinnen und Bürger entscheiden.
(Johannes Singhammer [CDU/CSU]: Bei
Ihnen auch!)
Es gilt aber, festzuhalten, dass Sie mit Ihrer Jastimme
an der Einführung von Hartz IV beteiligt waren. Wenn
ich zitieren darf – ich habe es mir extra noch einmal
herausgesucht –: Immerhin galt in § 21
Bundessozialhilfegesetz für Alleinerziehende noch ein Mehrbedarf – unter
Punkt 3 –, zum Beispiel für die Beschaffung von
besonderen Lehrmitteln für Schüler. Ich könnte das
weiterführen.
(Wolfgang Meckelburg [CDU/CSU]: Das ist
pauschaliert eingerechnet, Frau Kollegin!
Deshalb sind die Sätze höher!)
Da Sie sich jetzt hier hinstellen und so tun, als gehöre die
Diskussion über die Regelsätze nicht hierher, obwohl Sie
die Hartz-IV-Regelsätze hier, im Bundestag, mit
verabschiedet haben, obwohl Sie wussten, dass 500 000
Kinder und Jugendliche in Hartz IV fallen würden, müssen
Sie sich fragen lassen, allerdings von den Wählerinnen
und Wählern, ob Sie hier fehl am Platze sind.
(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Wieso, ich habe es doch gesagt!)
Sie haben die Regelsätze mitbeschlossen. Die Tatsache,
dass Sonderbedarfe und Ausgaben für Bildung und
Kultur herausgenommen wurden, ist das Ergebnis Ihrer
politischen Entscheidung.
(Beifall bei der LINKEN – Wolfgang
Meckelburg [CDU/CSU]: Sie haben keine
Ahnung!)Vizepräsident Dr. Hermann Otto Solms:
Zur Erwiderung, Herr Kurth.
Relationen
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