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Rede von Kai Gehring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gehring, Krista Sager, Priska Hinz (Herborn),

dip / rede 04.12.2008 · WP 16 · Original ↗

Teil von Protokoll der 193. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 8 a und 8 b: Gehring, Krista Sager, Priska Hinz (Herborn),.

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Rede von Kai Gehring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gehring, Krista Sager, Priska Hinz (Herborn), Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir sind in einer sehr erfreulichen Situation, die endlich als Chance begriffen und genutzt werden muss. Erstens. Wir haben auf unabsehbare Zeit das letzte Mal geburtenstarke Jahrgänge und aufgrund der Schulzeitverkürzung in verschiedenen Bundesländern zugleich doppelte Abiturjahrgänge zu verzeichnen. Zweitens. Immer mehr Jugendliche erwerben das Abitur oder die Fachhochschulreife. Das Studierendenhoch scheint an Universitäten und Fachhochschulen langsam einzusetzen. Im Jahre 2008 kamen 385 500 Studienanfänger an Deutschlands Hochschulen. Das freut uns. Zu Jubel und großkoalitionärem Schulterklopfen besteht aber kein Anlass. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Cornelia Pieper [FDP]: Besonders nicht in Berlin!) Denn einerseits ist die Zahl der Abiturienten stärker gestiegen als die Zahl der Studienanfänger; es ist also so, dass immer noch viel zu viele Studienberechtigte auf ein Studium verzichten. (Cornelia Pieper [FDP]: Wo steht das eigentlich?) Andererseits müssen aus Anfängern erst einmal Absolventen werden. Noch immer verlässt jeder fünfte Studienanfänger die Hochschule ohne Abschluss. Die Gründe für einen Studienabbruch sind vielfältig. Zu nennen sind vor allem Finanzierungsengpässe während des Studiums, mangelhafte Studienbedingungen, eine unzureichende Lehrqualität und schlechte Betreuung. Das muss sich ändern. Wir, die Grünen, wollen einen Hochschulpakt. Wir wollen, dass Bund und Länder einen echten Pakt für mehr Studierende, höhere Qualität und eine soziale Öffnung der Hochschulen verabreden und gemeinsam schmieden. Ohne den eklatanten Studienplatzmangel und ohne Zugangshürden zum Campus wie den flächendeckenden Numerus clausus, die unsozialen und abschreckenden Studiengebühren in vielen Bundesländern sowie das bundesweite Zulassungswirrwarr gäbe es viel mehr Studienanfänger, als heute von der Großen Koalition gefeiert werden. Daran wird deutlich, dass der allseits beklagte Akademikermangel größtenteils ein hausgemachtes Problem ist. Er ist Folge einer verfehlten Hochschulpolitik der Länder und der Großen Koalition. Die Hürden müssen dringend gesenkt werden, damit eine soziale Öffnung der Hochschulen gelingen kann. Es ist nach wie vor skandalös, dass Arbeiterkinder und Migrantenkinder auf dem Campus immer mehr zu Exoten werden. Dieses Verschleudern von Chancen und Potenzialen muss endlich aufhören. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD – Priska Hinz [Herborn] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN]: Aber die Bundesregierung interessiert das nicht! Von ihr ist niemand da!) – Ja, die Regierungsbank ist erstaunlich leer. Ich freue mich dennoch über alle, die gekommen sind.

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