Rede von Ulla Schmidt (Bundesministerin für Gesundheit) – Plenarprotokoll 16/162
Teil von Protokoll der 162. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Ulla Schmidt (Bundesministerin für Gesundheit) – Plenarprotokoll 16/162
Auch das geht nur durch die Förderung
lebensweltbezogener Aktivitäten. Man kann viele Programme zur
Prävention auflegen. Wir sehen allerdings an der
Verteilung der Gelder, dass mit vielem, was heute angeboten
wird, vor allen Dingen diejenigen erreicht werden, die
sich schon entschieden haben, etwas für ihre Gesundheit
zu tun.
Die Projekte, die wir mit der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung durchführen, werden so
konzipiert, dass sie sich auch an Menschen mit
Migrationshintergrund wenden, die viele Fragen haben. Dazu gehört
eine Vereinfachung der Darstellung.
Eine lebensweltbezogene Prävention muss in den
Kitas, in den Schulen im Stadtteil ansetzen. Dabei muss
ermittelt werden: Welches sind die Haupthindernisse? Wie
schaffen wir es, die Menschen zu erreichen? Am besten
ist es, die Eltern und die Kinder zu erreichen, damit man
gemeinsam lernt. Wir wollen mit den Projekten die
lebensweltbezogene Prävention voranbringen.
Wir werden allerdings mit keiner noch so schönen
Broschüre, mit keiner noch so schönen Präventionskampagne
etwas erreichen, wenn wir nicht die Menschen in den
Stadtteilen, in den Regionen finanziell unterstützen, die
bereit sind, Projekte zu initiieren, um sowohl Kinder mit
Migrationshintergrund als auch Kinder aus sozial
schwachen Familien direkt anzusprechen. Eine andere
Möglichkeit sehe ich nicht. Deswegen liegt unser Schwerpunkt bei
lebensweltbezogenen Präventionsangeboten.