Rede von Kornelia Möller (DIE LINKE) – Drucksachen 16/2211, 16/4210
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 4 a bis 4 c und 19 b: Drucksachen 16/2211, 16/4210 –.
Text
Rede von Kornelia Möller (DIE LINKE) – Drucksachen 16/2211, 16/4210
Herr Präsident! Erstens. Herr Andres, Sie haben
darauf hingewiesen, dass die Reformen am Arbeitsmarkt
greifen. Sie haben nicht darauf hingewiesen, dass die
Zahl der Langzeitarbeitslosen nicht gesunken ist. In
Frage 80 unserer Großen Anfrage haben wir Sie gefragt,
welche Schlussfolgerungen die Bundesregierung aus derTatsache zieht, dass die Hartz-Reform an der großen
Differenz in der Arbeitslosenquote zwischen alten und
neuen Bundesländern – rund 8 Prozent Arbeitslosigkeit
im Westen und 18 bis 20 Prozent im Osten – nichts
geändert hat. Sie haben uns darauf geantwortet, dass nicht
zu erwarten war, dass diese Reformen im Osten genauso
greifen wie im Westen. Gilt also das, was Sie hier gesagt
haben, nur für den Westen?
Zweitens. Wir haben uns gestern im Ausschuss
darüber unterhalten, dass die Fehlerhaftigkeit der
Bescheide auch daran liegt, dass die Zahl der
Sachbearbeiter immer noch zu niedrig ist, dass die Anzahl der
Betreuer von Erwachsenen nicht groß genug ist und dass
es Probleme hinsichtlich der Schulungen gibt. Ich finde
es sehr interessant, dass Sie das zwar gestern im
Ausschuss zugegeben haben, dass Sie sich heute hier im
Parlament aber etwas populistischer äußern.
Drittens. Herr Weiß, ich finde es stigmatisierend und
unerträglich, arbeitslose Menschen als „Kiosksteher“ zu
diffamieren.
Ich muss vor dem, wie mir scheint, sehr großen
Zynismus gegenüber arbeitslosen Menschen warnen, der sich
hier nicht nur in Ihrer Fraktion, sondern auch in einigen
anderen breitmacht.
(Wolfgang Meckelburg [CDU/CSU]: Sehr
anmaßend, Frau Kollegin!)
Ich kann Ihnen sagen: Das wird diesen Menschen nicht
gerecht; Sie diffamieren Menschen. Das macht sehr
deutlich, wes Geistes Kind Sie sind.