Rede von Dr. Peter Danckert (SPD) – Drucksache 16/2092
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 9: Drucksache 16/2092 –.
Text
Rede von Dr. Peter Danckert (SPD) – Drucksache 16/2092
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir
diskutieren hier heute zum ersten Mal den 11. Sportbericht,
den die Bundesregierung uns vorgelegt hat. Herr
Parlamentarischer Staatssekretär, bitte grüßen Sie den
Sportminister, der offensichtlich heute leider nicht anwesend
sein kann, und richten Sie ihm aus, dass ich es zumindest
bemerkenswert finde, dass in seinem Vorwort auch das
Parlament mit einem Satz erwähnt wird. Dies geschieht
allerdings in einer etwas seltsamen Akzentuierung; denn
dieser Sportbericht betrifft die Jahre 2002 bis 2005 und
somit in erster Linie die Regierungszeit der rot-grünen
Koalition, der Minister bezieht sich aber auf die Große
Koalition. Er ist der Zeit in diesem Punkt sozusagen
etwas voraus und hat andere Akzente gesetzt. Aber
immerhin wird an dieser Stelle einmal das Parlament
erwähnt.
(Vorsitz: Vizepräsidentin Katrin Göring-
Eckardt)
Ich will ganz deutlich machen, was ich mit diesem
kurzen Hinweis meine: Der Bericht liest sich so, als sei
nur die Bundesregierung für den Sport zuständig.
An dieser Stelle möchte ich einmal als Parlamentarier
sagen: Wir sind diejenigen, die der Bundesregierung
– welcher Couleur auch immer – die Möglichkeit geben,
im Spitzensport tätig zu werden.
Mir wäre sehr daran gelegen, wenn im Sportbericht der
Bundesregierung zum Ausdruck kommen würde, dass es
nicht das Bundesinnenministerium, das
Außenministerium und das Verteidigungsministerium sind, sondern
dass die Haushälter – unter uns sind ja einige; jedenfalls
waren eben einige da – es sind, die Mittel zur Verfügung
stellen, damit die Bundesregierung erfolgreich agieren
kann.
Ich habe neulich bei einem persönlichen Besuch in
dem renommierten FES-Institut deutlich gemacht, dass
deren Mittel durch das Parlament bereitgestellt werden.
Das Institut hat dann in einem Entwurf, der Ihrem Hause
zugeleitet worden ist, darauf verwiesen und dem
Parlament für diese Bereitstellung der Mittel gedankt. Was ist
dann passiert? Ein Mitarbeiter Ihres Hauses hat diesen
Satz herausstreichen lassen, sodass niemand auf die Idee
kommt, das Parlament wäre daran beteiligt. Ich bitte Sie
– ich glaube, im Namen vieler hier – sehr herzlich, dafür
zu sorgen, dass das Parlament in der nächsten Debatte
über den Sportbericht gewürdigt wird.
(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU und der
FDP)
Denn wie hat Herr Kollege Lammert, unser Präsident,
gesagt: Wir sind der Auftraggeber und nicht derjenige,
der alles nur absegnet.
Lassen Sie mich in den letzten Minuten meiner
Redezeit noch ein paar Stichworte ansprechen. Wenn wir
Mittel bereitstellen, dann müssen wir sehen, wie sie einge-setzt werden. Hier ist darüber debattiert worden – ich
finde, das sollten wir einer gründlichen Debatte
unterziehen –, wie wir in Zukunft die
Bundesleistungsstützpunkte bzw. die Stützpunkte überhaupt in Deutschland
organisieren sollten. Es ist der Hinweis gegeben worden,
dass die Wintersportler in diesem Zusammenhang sehr
fortschrittlich sind. Wir müssen zu einer Konzentration
kommen, damit die Mittel effektiver eingesetzt werden.